Helsinki – Sofia Wie viele Regeln braucht es mindestens, um zusammenleben zu können?

In Helsinki haben Menschen aus Think Tanks, städtischen Projekten und Universitäten die Frage nach der Freiheit ganz weit aufgemacht: Von wessen Europa sprechen wir eigentlich, wenn wir von Europa sprechen? Welche Privilegien haben wir, welche könnten wir aufgeben, um größere Gleichheit zu erreichen? Am Ende blieb eine schlichte, aber spannende Frage stehen: Welche Einschnitte in die persönliche Freiheit muss man hinnehmen, damit Freiheit für alle garantiert ist?

 



Helsinki–Sofia
Im Tandem Helsinki-Sofia wird an vielen Fronten gearbeitet: Zum großen Thema aus Finnland – „Welches Minimum an Regeln brauchen wir, um zusammenleben zu können?“ – hat das Kulturzentrum STOA die bulgarischen Künstler/innen Vera Mlechevska und Dimitar Shopov im September 2018 für eine dreiwöchige Residency nach Helsinki eingeladen. Kontakte werden geknüpft zu Künstler*innen vor Ort, darüberhinaus recherchiert Mlechevska über parasitäre, andere Vegetation verdrängende Pflanzen im städtischen Raum. Ihre spielerisch-metaphorische These ist, dass die Natur im Anthropozän menschliche Züge annimmt und einen kolonisierenden, kompetitiven Charakter bekommt. Die aus ihren Recherchen entstehende Performance wird Ende September neben einem Film und einer Diaprojektion von Dimitar Shopov beim Festival Nomads in Helsinki gezeigt.

In Sofia wartet im Erdgeschoss des Goethe-Instituts das „Luft-Studio“ auf Bespielung: ein zunächst leerer, luftiger Raum, ein programmatischer Zwischenraum, Freiraum und Spielraum, der zum multifunktionalen Ort für verschiedene Ideen, Menschen und Formate werden kann und soll. Anfang Oktober richtet das Goethe-Institut in Sofia zudem eine Werkstatt für Lehrer*innen und Dozent*innen aus, in der es – angelehnt an die eigene Fragestellung – darum gehen wird, wie sich im pädagogisch-didaktischen Alltag konstruktiv über erlebtes Leid sprechen lässt. Lehrer*innen sollen Jugendlichen beibringen können, erfahrenes Unrecht so zu verarbeiten, dass gesellschaftliche Gräben nicht noch tiefer werden.
Zudem wurde der finnisch-bulgarische Filmemacher Tonislav Hristov ins Boot geholt, der Kurzfilme aus beiden Ländern zu einem Programm zusammenstellt, das die Fragestellungen aus beiden Städten aufnimmt: Was treibt Keile in eine historisch versehrte Gesellschaft, und was wiederum hält eine Gesellschaft minimal zusammenhält?

(Stand: September 2018)

Unser Partner

Das städtische Kulturzentrum STOA liegt im Osten der Stadt Helsinki und agiert in diesem internationalen, auch migratorisch geprägten Stadtteil. Die Ausrichtung insbesondere im Programm der darstellenden Künste ist international und zeitgenössisch, gleichzeitig ist das Zentrum täglich für die Nutzer, Lern-, Lese- und Begegnungsort. Im September beherbergt STOA das Festival Nomads.

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