Tallinn – Dresden Dürfen die Estinnen und Esten zufrieden sein…?

Das kollektive Gedächtnis in Estland ist geprägt von jahrhundertelanger Besetzung und Unfreiheit. Der Stolz auf die friedlich errungene Unabhängigkeit 1991 ist daher groß, Freiheit genießt im Privaten wie in der Öffentlichkeit einen hohen Stellenwert und hat zu einer ökonomisch erfolgreichen Kultur des Fehler-Machen-Dürfens geführt. Aber Freiheit birgt auch Verantwortung, der die Menschen hier – so fragt Freiraum – eventuell nicht gerecht werden. 

 



Dresden-Tallinn
Beide Partner, der Kunstraum Kanuti Gildi SAAL in Tallinn und das Kunsthaus Dresden, arbeiten im engen Austausch. Eine mehrstufige Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe hat im Sommer mit der Schau Freiheit zur Freiheit im Dresdener Kunsthaus (15.6.–22.7.2018) begonnen. Fortgesetzt wird die Reihe im Herbst und Winter 2018/2019, sowohl in Dresden als auch in Tallinn.  

Im Sommer wurden in Dresden Positionen gezeigt, die sich mit dem Begriff der Freiheit im Sozialismus, kurz vor der Wendezeit, auseinandersetzen, u.a. von Jaan Toomik, einem der auch international bekanntesten estnischen Künstler, sowie von Marian Bogusz, dessen Arbeit das Tandem Dresden-Tallin während des Treffens in Warschau im Dezember 2017 gemeinsam entdeckt hat. Im September werfen estnische Künstler*innen in Dresden dann einen zeitgenössischeren Blick auf die Freiheit in der postsozialistischen Ära. Daran anknüpfend gibt es Anfang Oktober (3.–28.10.) ein festivalartig dicht gewebtes Veranstaltungs- und Ausstellungsprogramm im Schloss Albrechtsberg in der Nähe von Dresden, das an einem gleichermaßen exponierten wie beliebten Ort explizit ein breites Publikum zur Auseinandersetzung mit der Freiheit in Europa einlädt – und zu einer direkten Begegnung mit der Arbeit der beteiligten Künstler*innen aus Estland und Deutschland.

In Tallin findet Mitte September 2018 ein Kunstwochenende zum Thema Freiheit statt, mit Performances, Filmscreenings und Gesprächen. Im Januar 2019 sollen die Aktivitäten beider Städte im Vorfeld der Parlamentswahlen in Estland in einer „Poliitpidu“, einer Politikparty, zusammenfließen. Im Kanuti Gildi SAAL diskutieren dann Künstler*innen mit Politiker*innen über Freiheiten und Freiräume.

(Stand: September 2018)

Unser Partner

2001 gegründet, ist Kanuti Gildi SAAL das erste unabhängige Zentrum für darstellende Künste in Estland, das ohne eigenes Ensemble nur mit freischaffenden Künstlerinnen und Künstler und Kompanien arbeitet. Bei den meisten Produktionen ist der künstlerische Prozess selbst das Zentrum der Arbeit. Kanuti Gildi SAAL ist international vernetzt und organisiert auch das Performancefestival SAAL Biennaal in Tallinn.

Zur Veranstaltung

Der Flyer zur Ausstellung

Der Flyer zur Ausstellung (PDF, 2 MB)

Eindrücke von der Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe „Freiheit zur Freiheit“ in Dresden und Tallinn
 
  • Ausstellungsansicht "Freiheit zur Freiheit II" (zu sehen sind Arbeiten von Svea Duwe, Kristina Norman, Tools for Action), Heizhaus des Schloss Albrechtsberg. © David Brandt/Kunsthaus Dresden, 2018
    Ausstellungsansicht "Freiheit zur Freiheit II" (zu sehen sind Arbeiten von Svea Duwe, Kristina Norman, Tools for Action), Heizhaus des Schloss Albrechtsberg.
  • Podium zu Kunst und Freiheit: (v.l.) Kevin Rittberger (Autor und Regisseur, Berlin), Cristina Nord, (Projektleitung Freiraum und Leiterin Kulturprogramm Südwesteuropa, Goethe-Institut, Brüssel), Christiane Mennicke-Schwarz (Kunsthaus Dresden) und Erden Kosova (freier Kurator und Publizist, Berlin / Istanbul) © David Brandt/Kunsthaus Dresden, 2018
    Podium zu Kunst und Freiheit: (v.l.) Kevin Rittberger (Autor und Regisseur, Berlin), Cristina Nord, (Projektleitung Freiraum und Leiterin Kulturprogramm Südwesteuropa, Goethe-Institut, Brüssel), Christiane Mennicke-Schwarz (Kunsthaus Dresden) und Erden Kosova (freier Kurator und Publizist, Berlin / Istanbul)
  • Ausstellungsansicht "Freiheit zur Freiheit II" (zu sehen sind Arbeiten von Svea Duwe, Kristina Norman, Tools for Action), Heizhaus des Schloss Albrechtsberg. © David Brandt/Kunsthaus Dresden, 2018
    Ausstellungsansicht "Freiheit zur Freiheit II" (zu sehen sind Arbeiten von Svea Duwe, Kristina Norman, Tools for Action), Heizhaus des Schloss Albrechtsberg.
  • Flo Kasearu: Startup 25 (2018) und (De)Fence (2018). © David Brandt/Kunsthaus Dresden, 2018
    Flo Kasearu: Startup 25 (2018) und (De)Fence (2018).
  • Konzert der Dresdner band bergen, Gartensaal Schloss Albrechtsberg © David Brandt/Kunsthaus Dresden, 2018
    Konzert der Dresdner band bergen, Gartensaal Schloss Albrechtsberg
  •  Podium zu Kunst und Freiheit: (v.l.) Kevin Rittberger (Autor und Regisseur, Berlin), Cristina Nord, (Projektleitung Freiraum und Leiterin Kulturprogramm Südwesteuropa, Goethe-Institut, Brüssel), Christiane Mennicke-Schwarz (Kunsthaus Dresden) und Erden Kosova (freier Kurator und Publizist, Berlin / Istanbul) © David Brandt/Kunsthaus Dresden, 2018
    Podium zu Kunst und Freiheit: (v.l.) Kevin Rittberger (Autor und Regisseur, Berlin), Cristina Nord, (Projektleitung Freiraum und Leiterin Kulturprogramm Südwesteuropa, Goethe-Institut, Brüssel), Christiane Mennicke-Schwarz (Kunsthaus Dresden) und Erden Kosova (freier Kurator und Publizist, Berlin / Istanbul)
  • Vor Schloss Albrechtsberg:  Inflatables von Tools for Action, gebaut im Workshop mit dem Montagscafé (vorn) und auf den Türmen: Raul Walch: Für die Freiheit, frei zu sein (2018). © David Brandt/Kunsthaus Dresden, 2018
    Vor Schloss Albrechtsberg: Inflatables von Tools for Action, gebaut im Workshop mit dem Montagscafé (vorn) und auf den Türmen: Raul Walch: Für die Freiheit, frei zu sein (2018).
  • Ausstellungsansicht Christa Jeitner: Ermutigungen, Kunsthaus Dresden David Brandt ©Christa Jeitner / VG Bild-Kunst, Bonn 2018
    Ausstellungsansicht Christa Jeitner: Ermutigungen, Kunsthaus Dresden
  • Ausstellungsansicht Christa Jeitner: Ermutigungen, Kunsthaus Dresden David Brandt ©Christa Jeitner / VG Bild-Kunst, Bonn 2018
    Ausstellungsansicht Christa Jeitner: Ermutigungen, Kunsthaus Dresden
  • Ausstellungsansicht Christa Jeitner: Ermutigungen, Kunsthaus Dresden David Brandt ©Christa Jeitner / VG Bild-Kunst, Bonn 2018
    Ausstellungsansicht Christa Jeitner: Ermutigungen, Kunsthaus Dresden
  • Ausstellungsansicht Jaan Toomik: Oleg, 20 min, 35 mm, 2010. Videostill, Kunsthaus Dresden Foto David Brandt © Courtesy of the Artist and Temnikova & Kasela, Tallinn
    Ausstellungsansicht Jaan Toomik: Oleg, 20 min, 35 mm, 2010. Videostill, Kunsthaus Dresden Foto
  • Ausstellungsansicht Jaan Toomik: Oleg, 20 min, 35 mm, 2010. Videostill, Kunsthaus Dresden David Brandt / Courtesy of the Artist and Temnikova & Kasela, Tallinn
    Ausstellungsansicht Jaan Toomik: Oleg, 20 min, 35 mm, 2010. Videostill, Kunsthaus Dresden
  • Ausstellungsansicht Jaan Toomik: Waterfall 2005, Kunsthaus Dresden David Brandt / Courtesy of the Artist and Temnikova & Kasela, Tallinn
    Ausstellungsansicht Jaan Toomik: Waterfall 2005, Kunsthaus Dresden
  • Ausstellungsansicht Jaan Toomik: Oleg, 20 min, 35 mm, 2010. Videostill, Kunsthaus Dresden David Brandt / Courtesy of the Artist and Temnikova & Kasela, Tallinn
    Ausstellungsansicht Jaan Toomik: Oleg, 20 min, 35 mm, 2010. Videostill, Kunsthaus Dresden
  • Ausstellungsansicht Jaan Toomik: Selfportrait with cut-off penis (Homage to Van Gogh), 2015, Kunsthaus Dresden © David Brandt / Courtesy of the Artist and Temnikova & Kasela, Tallinn
    Ausstellungsansicht Jaan Toomik: Selfportrait with cut-off penis (Homage to Van Gogh), 2015, Kunsthaus Dresden
  • Ausstellungsansicht Jaan Toomik: Selfportrait with cut-off penis (Homage to Van Gogh), 2015, Kunsthaus Dresden David Brandt / Courtesy of the Artist and Temnikova & Kasela, Tallinn
    Ausstellungsansicht Jaan Toomik: Selfportrait with cut-off penis (Homage to Van Gogh), 2015, Kunsthaus Dresden
  • Ausstellungsansicht Marian Bogusz: Die Freude an neuen Konstruktionen David Brandt
    Ausstellungsansicht Marian Bogusz: Die Freude an neuen Konstruktionen
  • Ausstellungsansicht Marian Bogusz: Die Freude an neuen Konstruktionen David Brandt
    Ausstellungsansicht Marian Bogusz: Die Freude an neuen Konstruktionen
  • Ausstellungsansicht Marian Bogusz: Die Freude an neuen Konstruktionen David Brandt
    Ausstellungsansicht Marian Bogusz: Die Freude an neuen Konstruktionen
  • Ausstellungsansicht Jaan Toomik: Selfportrait with cut-off penis (Homage to Van Gogh), 2015, Kunsthaus Dresden David Brandt / Courtesy of the Artist and Temnikova & Kasela, Tallinn
    Ausstellungsansicht Jaan Toomik: Selfportrait with cut-off penis (Homage to Van Gogh), 2015, Kunsthaus Dresden
  • Ausstellungsansicht Marian Bogusz: Die Freude an neuen Konstruktionen David Brandt
    Ausstellungsansicht Marian Bogusz: Die Freude an neuen Konstruktionen
  • Ausstellungsansicht Marian Bogusz: Die Freude an neuen Konstruktionen David Brandt
    Ausstellungsansicht Marian Bogusz: Die Freude an neuen Konstruktionen


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