Sarajevo – Krakau Wie kann man die Menschen heute auf die Wichtigkeit von Freiheit hinweisen?

Bosnien-Herzegowina stellt sich vor als ein 1992 aus Krieg und Leid entstandenes Land, als komplexes Gebilde aus drei Nationen, in dem heute, gerade unter jungen Leuten, große Unzufriedenheit herrscht. Eine Umfrage auf der Straße möchte wissen, ob Freiheit als Begriff oder Konzept überhaupt eine Rolle spielt für die alltäglichen Probleme der Menschen in Sarajevo. Was ist Freiheit, wer ist frei, wie ist man frei, wie wichtig ist es, frei zu sein? Ein sehr grundsätzliches Fragenbündel, das eine Menge unterschiedlicher Antworten zutage fördert.

 



Krakau–Sarajevo
Die Partner des Tandems Sarajevo-Krakau haben sich auf ein filmisches Format geeignet. Auf Krakaus Frage „Wo sind die Mädchen?“ hat die Akademie für Szenische Künste in Sarajevo eine ganz konkrete Antwort gefunden: In dem 20-minütigen Dokumentarfilm Lejla – ein Blick auf die Rolle von Frauen in Bosnien-Herzegowina begleiten die Filmemacher*innen ein Mädchen kurz vor dem Eintritt ins Erwachsenenalter durch den Schulalltag, in der Freizeit und zu Hause. Es wird deutlich, dass Lejla gefangen ist in normativen Bildern von der auf sie zukommenden Doppelrolle in Beruf und Familie. Der Film hat seine Premiere Ende September bei einem feministischen Kongress in Krakau.

Ein studentisches Team der Jagiellonen Universität in Krakau rund um die Soziologin Beata Kowalska hat sich der Frage aus Sarajevo angenommen – „Besteht bei gegenläufigen Freiheitsbegriffen die Möglichkeit eines Kompromisses?“ – und dazu den halbstündigen Film Es gibt keine Freiheit ohne Solidarität gemacht. Die angehenden Soziolog*innen wenden den Blick in die Vergangenheit und interviewen ehemalige Arbeiter*innen aus den metallverarbeitenden Fabriken in Nowa Huta, die dort 1988 gestreikt und für eine politische Wende gekämpft haben. 30 Jahre später fallen die Antworten auf die Frage, was Freiheit damals und heute für diese Protagonist*innen bedeutet(e), sehr unterschiedlich – und sehr bewegend aus. Die Premiere wird Ende November im Beisein der Protagonist*innen in Nowa Huta gefeiert.

(Stand: September 2018)

Unser Partner

Die Akademie der Darstellenden Künste in Sarajevo, gegründet 1981, war die erste Schauspielschule in Bosnien-Herzegowina. Heute kann man hier Schauspiel, Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Sound Design und Filmproduktion studieren. Alle Lehrenden kommen aus der Praxis – und mittlerweile 40 % der Studierenden aus dem Ausland.

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