„Humboldt y las Américas“ feiert die Eröffnung der Cinemateca von Bogotá

Mit einem breitgefächerten, multikulturellen Programm ist das Themenjahr „Humboldt y las Américas“ Teil der Eröffnungssaison der neuen städtischen Kultureinrichtung.

BBF


Im Rahmen der Eröffnungssaison der Cinemateca von Bogotá und als ein Programmpunkt unter den verschiedenen Veranstaltungen, Aktivitäten und Konzerten, die 2019 anlässlich des 250. Geburtstags Alexander von Humboldts vor allem in Mexiko, Kuba, Kolumbien, Venezuela, Peru, Ecuador und Deutschland stattfinden, ist das Themenjahr „Humboldt y las Américas“ unter den Eröffnungsveranstaltungen des Kulturzentrums für Audiovisuelle Künste in der Hauptstadt mit einem Electro-Konzert der deutschen Band Brandt Brauer Rick vertreten sowie dem Mixed-Reality-Hackathon „Humboldt y las Américas“ und einer lateinamerikanischen Filmreihe, die sich aus Humboldts Leben und Werk inspiriert.

Alle drei Veranstaltungen sind Teil des Themenjahres „Humboldt y las Américas“ in Kolumbien, das Kultur, Wissenschaft und Biodiversität in ganz Lateinamerika und Deutschland in den Mittelpunkt stellt und eine Initiative des Auswärtigen Amtes und des Goethe Instituts ist.

Die Cinemateca von Bogotá, städtisches Kulturzentrum für Audiovisuelle Künste, dient als Treffpunkt und neuer Vorwand, das Stadtzentrum zu besuchen. Ab Juni 2019 bietet sie Bürgern jeden Alters ein breitgefächertes Kulturprogramm. Geplant sind Werkstätten, Workshops, Themenreihen, Ausstellungen, kolumbianische und internationale Festivals für Film und audiovisuelle Inhalte, künstlerische, interdisziplinäre und erweiterte Veranstaltungen.

Filmreihe „Humboldt y las Américas“

„Humboldt y las Américas“ ist das Themenprojekt 2019, das die Bedeutung von Humboldts Werk für unsere Gegenwart und aktuelle Herausforderungen feiert; es ist ein Jahr der Hommage nicht nur an das Erbe eines unermüdlichen Visionärs, sondern auch an 250 Jahre Zusammenarbeit und Geschwisterlichkeit, Erfahrungs- und Wissensaustausch in Lateinamerika. Aus diesem Grund wurden die Kuratoren Diana Bustamante, Produzentin und ehemalige Leiterin des Internationalen Filmfestivals von Cartagena, und Stephan Ahrens vom Deutschen Historischen Museum in Berlin beauftragt, als eine der Geburtstagsaktivitäten eine sorgfältige Filmauswahl zu treffen, die das Reisen und die Landschaft aus der Perspektive Alexander von Humboldts in den Blick nimmt.

So kommt es, dass wir am Mittwoch, den 19. Juni, die Filmreihe zu Alexander von Humboldt in der Cinemateca von Bogotá mit der Erstaufführung der Dokumentation „Homo botanicus“ feierlich eröffnen. Dieser Film, der unter der Regie von Guillermo Quintero entstand und von DOC:CO vertrieben wird, folgt der Fährte des Professors Julio Betancur und seines Schülers Cristian Castro auf langen Arbeitstagen durch die kolumbianischen Anden, wo sie eine Artenzählung in der reichen kolumbianischen Flora vornehmen wollen. „Homo botanicus“ wird den ganzen Juni über in den Kinosälen der Cinemateca gezeigt. Auf Initiative des Goethe-Instituts wurde die Filmreihe in Hommage an Humboldts 250. Geburtstag als ein Amalgam aus dessen wissenschaftlicher Reflexion und ästhetischem Denken konzipiert. Bis zum Ende des Jahres wird die Reihe jeden Monat einen anderen Film in der Cinemateca von Bogotá präsentieren.

Elektronische Klänge aus Berlin und Kolumbien erobern die Cinemateca
BBF


Mit mitreißenden Klängen und Grooves aus dem Repertoire der orchestralen Instrumentierung wird am 14. Juni dank der Initiative des Goethe-Instituts die Berliner Band Brandt Brauer Frick im Saal E der neuen Cinemateca zu Gast sein.

Eröffnet wird der Abend vom kolumbianischen DJ Julio Victoria, während die Künstlerin Laura Ramírez (Optika VJ) das Konzert mit ihren durch das Humboldt’sche Werk inspirierten Visualisierungen untermalen wird. Beginn ist um 20 Uhr, und es ist zugleich das Release von „Echo“, dem fünften und neuesten Album von Brandt Brauer Frick.

Die Konzerttickets sind kostenlos und werden verlost. Wer eine der 25 Freikarten für je zwei Personen gewinnen möchte, muss @Humboldt250 @Cinematecabta @gi_bogota auf Instagram folgen, den Post des Wettbewerbs mit dem Songtitel der Band, den er gerne in diesem Konzert hören würde, kommentieren und auf die Frage antworten: Seit welchem Jahr verändert die Cinemateca die Perspektiven in Bogotá? Am 12. Juni werden die 25 Gewinner nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und in unseren sozialen Netzwerken veröffentlicht.

Das Konzert wird außerdem auf der Seite www.humboldtylasmericas.org und auf der Facebook-Seite des Goethe-Instituts Kolumbien per Streaming übertragen.

Daniel Brandt, Jan Brauer und Paul Frick sind die Mitglieder der deutschen Band Brandt Brauer Frick. Ihren ersten Auftritt in der Berliner Szene hatten sie 2009 mit einer Neukonzeption des energiegeladenen Techno durch akustische Instrumente und einer gleichzeitigen Inspiration aus der klassischen Geschichte der Stadt und ihren schummrigen Tanzpisten. Den Minimalismus-Ikonen Steve Reich und Philip Glass verdankte das Trio mit seinen verschachtelten Beats genauso viel wie dem Minimal-Techno eines Ricardo Villalobos und dem Label Perlon.

Schlag-, Streich- und Tasteninstrumente als Säulen westlicher Musik dienen Brandt Brauer Frick als Verbindung zwischen klassischer Vergangenheit und Techno-Gegenwart. Entschlossen setzen sie auf die Erkundung der schmutzigsten und perkussivsten Seiten ihrer Instrumente, erforschen und adaptieren Techniken von Komponisten wie John Cage und Helmut Lachenmannen, anstatt die typischen epischen Sounds zu reproduzieren, die jedes x-beliebige Orchester oder Klavier erzeugen kann.

Mixed-Reality-Hackathon in Kolumbien

Anfang 2019 hatte das Goethe-Institut zusammen mit der Cinemateca von Bogotá die Ausschreibung veröffentlicht. AR- und VR-Designer, Programmierer, Audiodesigner, Filmregisseure, 3D-Artists, Künstler, Natur- und Geisteswissenschaftler sowie Anhänger des Werks des deutschen Wissenschaftlers Alexander von Humboldt wurden dazu aufgerufen, sich zur Teilnahme an einem der Hauptevents des Themenjahres „Humboldt y las Américas“ zu bewerben: dem Mixed-Reality-Hackathon in Kolumbien.

Bei der multidisziplinären Jam, die am 14., 15. und 16. Juni in der Cinemateca von Bogotá stattfindet, treffen die fünf ausgewählten kolumbianischen Teams aufeinander und werden vom gamelab.berlin sowie kolumbianischen und internationalen Experten auf den Gebieten von Mixed-Reality-Design, -Entwicklung und -Kunst beraten und konzeptuell begleitet.

Die Teams werden an diesen drei Tagen Anwendungen entwickeln, die sich auf spielerische, künstlerischere und/oder experimentelle Weise mit der Geisteswelt Alexander von Humboldts auseinandersetzen. Im September dieses Jahres wird das kolumbianische Siegerteam zusammen mit den Siegern aus Mexiko und Peru nach Berlin reisen, um seine Arbeit im Humboldt Forum, einem der wichtigsten deutschen Kulturprojekte der vergangenen Jahre, Wissens- und Erfahrungsraum im Herzen Berlins, vorzustellen. Sie werden dort mit Mixed-Reality-Künstlern und -Experten aus Deutschland zusammenarbeiten, um gemeinsam ihre jeweiligen Projekte fertigzustellen.