Galerie Eigenheim Weimar | Ausstellung 17. Juni - 03. Juli

Generation Now

Galerie Eigenheim - Liveschalte © TAU Trotz pandemiebedingter Distanz reicht das Festivalprogramm aus dem digitalen Raum nach Weimar. In der Galerie Eigenheim ermöglicht die Ausstellung Generation Now einen globalen Blick auf die Schwerpunkte des Festivals durch die Linse künstlerischer Videoarbeiten. Die dort gezeigten Werke sind unter anderem in Zusammenarbeit mit den Goethe-Instituten Johannesburg, London und Shanghai entstanden. 

Die Ausstellung in der Galerie kann nach der Eröffnung am 16. Juni bis zum 03. Juli 2021 im Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 19 Uhr besucht werden.
 
Zara Julius

Family Matters

The Canelands © Zara Julius
Im Rahmen des Regionalprojekts Family Matters des Goethe-Institut Johannesburg hat die südafrikanische Künstlerin Zara Julius beeindruckende Videoarbeiten geschaffen, die anhand der Geschichten verschiedener Familien in Südafrika die komplexen Zusammenhänge von Familie, Gesellschaft, Politik und Zugehörigkeit erkunden. 

Family Matters: The Canelands
The Canelands ist eine filmische Auseinandersetzung mit Land, Generationen und Race anhand der Geschichten zweier Familien und ihrer Zuckerrohrfelder in KwaZulu-Natal, Südafrika. Als visuell beeindruckende Hommage an das Land und die vertriebenen Gemeinschaften in den (ehemals) besetzen Gebieten, berührt der Film Fragen der Diaspora, der indischen Kontraktarbeit, des Landbesitzes und der Komplexität der Landreform in einem ethnisch vielfältigen Land wie Südafrika. 

Family Matters: Bo-Kaap
Vor dem Hintergrund eines immer noch sozial und wirtschaftlich ungleichen Südafrikas erforscht der Dokumentarfilm Bo-Kaap verschiedene Formen des Widerstands im Alltag der Familie Simons, die Nachkommen einer ehemals versklavten muslimischen "kreolischen" Gemeinschaft in Kapstadts Bo Kaap sind. Der Film erzählt von der persönlichen Reise der Familie Simons, die durch Gesang und Gebet eine Gemeinschaft aufbaut. Für die Jugendliebe Shahied und Amina ist die Tradition der malaiischen Chormusik seit mehreren Generationen in ihrer Familie verankert, was Shahied unweigerlich dazu brachte, seine eigene Kap-"Minstrel"-Truppe zu gründen und zu leiten, die District 6 Entertainers, die an der historischen jährlichen Klopse-Parade teilnimmt. Diese Parade stammt aus der Zeit des holländischen Kolonialismus in der Stadt, wo versklavte Personen nur diesen einen freien Tag im Jahr erhielten. Historisch als "Cape Malay" und "Farbige" unter dem Apartheid-Regime rassifiziert, demonstriert die Familie Simons eine stille Radikalität in ihrer Betonung von Erbe und Gemeinschaft angesichts der grassierenden Gentrifizierung und politisch-ökonomischen. 

Family Matters: Shayandima
Shayandima porträtiert Ishe Matshaya Mathivha und seinen ältesten Sohn, Thakhani Mathivha, in ihren Bemühungen, ihre Lemba-Kultur für zukünftige Generationen in ihrer Gemeinschaft weiterzugeben. Der Film spielt in ihrem Venda-Haus in Shayandima - einer Siedlung im nordöstlichen Teil Südafrikas - und erzählt die persönliche Reise der Familie Mathivha, um zu ihrem jüdischen Erbe als Nachkommen eines der verlorenen Stämme Israels zurückzukehren, die vom Jemen aus nach Ostafrika eingewandert sind. Da die Lemba ihr Buch (Tora) während ihrer Migration ins südliche Afrika verloren haben, legt die Lemba-Kultur großen Wert auf mündliche Überlieferung. Dieser Film ist ein persönliches Zeugnis für Thakhani Mathivha, der versucht, seine Rolle bei der Weitergabe seiner Tradition an seinen Sohn in einem Südafrika nach der Apartheid und inmitten einer überwiegend aschkenasischen jüdischen Gemeinde zu finden.

Li Hanwei

Subculture Investment Bank

Ein Gebiss aus buntem Plastik mit dem Wort Sib © Li Hanwei
Der chinesische Medienkünstler Li Hanwei setzt sich in seiner dynamischen Videoarbeit mit der Frage auseinander, wie die Banken der Zukunft investieren werden. In Anlehnung an die real existierende Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) erschafft er die fiktive Subculture Investment Bank oder SIB – eine Bank, die in Pixel investiert.

Subculture Investment Bank - Schrein der Einsicht in das Universum der Bilder ist ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Shanghai.

Kristin Jakubek

A Toothless Grin

A toothless grin © Kristin Jakubek
Die Videoarbeit A toothless Grin bezieht sich auf die Idee einer unbehaglichen Leere in unserem Alltag, die durch ständigen digitalen Medienkonsum und der damit korrespondierenden, zunehmenden Entfremdung von der natürlichen Welt verursacht wird. Mit einem experimentellen Videoformat untersucht Kristin Jakubek, wie digitale Medien unsere Beziehung zur Natur, ihre Darstellung und die Erfahrung dieser geformt und verändert haben. 

A Toothless Grin entstand im Auftrag des Goethe-Institut London anlässlich des Kultursymposium Weimar 2021.