Decolonise Your Self-Perception Ist der Liberalismus ein Agent der Unterdrückung?

Is Liberalism an Agent of Suprression?
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Wer chattet?

Hengameh Yaghoobifarah (Journalistin), Atreyee Majumder (Anthropologin), und Dina Makram-Ebeid (Sozialanthropologin) diskutieren mit Euch darüber, wie Menschen, Regierungen und Gesellschaften sich selbst als liberal wahrnehmen. Wir debattieren darüber, wie dieses Selbstbild eine scheinbare Überlegenheit und Macht über andere Kulturen begründet – und überlegen, wie wir diese Dichotomie auflösen können.

Konzept und weitere Autor*innen: Regine Hader, Elisa Jochum
 
Auf WhatsApp und Telegram endet #DecoloniseYourLife am 7.12.2019. Hier könnt Ihr weiterhin alle Chats verfolgen und mitdiskutieren.
  • Yaghoobifarah Hengameh Yaghoobifarah

    Hallo! Ich freue mich, heute unseren wöchentlichen Chat zu moderieren. Heute diskutieren wir über die Fortsetzung des westlichen Selbstbilds als „weiter entwickelt“ und „liberaler“ bis in die Gegenwart.
    Westliche Gesellschaften basieren auf konstruierten Dualitäten: Es kann nur dann einen „Westen“ geben, wenn es einen „Osten“ gibt, und diese Aufteilung funktioniert am besten, wenn diese beiden Pole als Gegenteile inszeniert werden. Während sich der Westen im Hinblick auf Frauen- und LGBTI-Rechte gerne für liberal hält, wird die weit verbreitete Gewalt gegen genau diese Gruppen in Europa und Nordamerika verschleiert. Femizide, Hassdelikte, strukturelle und institutionelle Diskriminierung von Frauen und LGBTIs, aber auch gegen schwarze, indigene und andere nichtweiße Menschen sind tief in westlichen Gesellschaften verwurzelt und reichen vom Kolonialismus bis heute. Während der Westen damit beschäftigt ist, sein liberales Image aufrechtzuerhalten, um sich gegenüber dem globalen Süden überlegen präsentieren zu können, gelangen reaktionäre und rechtsgerichtete Politiker*innen in Parlamente. Sie selbst werden zu einer Bedrohung für demokratische und liberale Werte. Gleichzeitig werden die Probleme der Frauen und Queers aus dem globalen Süden unter den Tisch gekehrt, indem der Westen sie als Opfer unterentwickelter Gesellschaften hinstellt. Wie können wir das arrogante Selbstbild des Westens und den, damit verstrickten, kolonialen Blick auf Gesellschaften im globalen Süden vermeiden?

  • Dr Atreyee Majumder Atreyee Majumder

    Wir können damit anfangen, nicht-westliches Denken in Schulen und Universitäten zu unterrichten. Wir lehren verschiedene Wertesysteme, die diese Arroganz in unseren Denklaboren fortschreiben und sie selbst immer weiter bekräftigen.

  • Dr. Makram-Ebeid Dina Makram-Ebeid

    Das ist eine schwierige Frage, weil die Wurzeln einer solchen Diskriminierung wirtschaftlich und politisch sind. Ich glaube, es ist entscheidend, zu diskutieren, wozu dieser koloniale Blick dient, und dann darüber nachzudenken, wie wir dem Widerstand leisten können. 

    Ich stimme Atreyee aber auch zu: Einige Dinge hängen auch davon ab, wie wir den Leuten von Anfang an bestimmte Gedanken und Werte vermitteln. 

    Ich mache mir Sorgen, dass es die Texte, die wir lesen, fast exotisiert, wenn wir den Kanon ändern, ohne die wirtschaftlichen Strukturen der Bildung infrage zu stellen. Es könnte sonst fast ein Lippenbekenntnis zur Vorstellung werden, dass der Westen sich selbst entkolonialisiert.

  • GI Was ist eigentlich „Liberalismus“?

    Der Liberalismus fördert die Freiheit des Individuums und betrachtet sie als höchstes gesellschaftliches Gut. Im Gegensatz zum Sozialismus und Konservativismus, die ebenfalls seit dem 18. und 19. Jahrhundert Europa prägen, steht vor allem die politische Freiheit gegenüber einer staatlichen Macht im Mittelpunkt und erscheint wichtiger als beispielsweise die soziale Gleichheit der Menschen.

    Besonders spannen für die heutige Debatte ist die Verflechtung des politischen Liberalismus, der heute für Freiheit der Lebensführung in sexueller, religiöser und rechtlicher Hinsicht und gegen Regulierung der persönlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse einsteht, und dem wirtschaftlichen Liberalismus. Dieser fordert eine Freiheit der Märkte, die sich – so die Prämisse – selbst regulieren. Der Liberalismus glaubt nicht an Maßnahmen oder Regulationen, die Missverhältnisse umkehren, Gerechtigkeit oder Sicherheit herstellen können, sondern daran, dass Gesellschaften und Märkte, wenn sie genügend Freiheit haben, selbst ihre Probleme lösen.

    Heute wollen wir beleuchten, wie einzelne historische Errungenschaften des Liberalismus in einem Narrativ des Fortschritts Unterdrückung und Bevormundung anderen Kulturen begründen. Da der Liberalismus klaren Regulierungen ablehnt, sind die Unfreiheiten und Machtverhältnisse, die er produziert, beispielsweise Hierarchisierungen nach Liberalität der Kulturen, besonders schwer zu durchbrechen – selbst, wenn sie der grundlegenden liberalen Idee der Freiheit des Einzelnen wiedersprechen.

  • Dr Atreyee Majumder Atreyee Majumder

    Der Westen ist auch gar nicht mehr der eigentliche Westen. Die griechische und römische Zivilisation sind heute nicht mehr die zentralen Stimmen. Wenn man es genau nimmt, bezieht der Westen seine heutige Dominanz aus den letzten zwei oder drei Jahrhunderten.

  • Dr. Makram-Ebeid Dina Makram-Ebeid

    Ich arbeite im Unterricht mit dem Text, den Audre Lorde vor Jahren in dem Buch This Bridge Called My Back an Mary Daly adressiert hat. Lorde sagt Daly darin, dass es nicht genügt, ihre Schriften zu erwähnen. Stattdessen sollte sie sich mit ihr selbst als Person und der gesamten Weltsicht auseinandersetzen, die sie vorschlägt.

  • Yaghoobifarah Hengameh Yaghoobifarah

    Wie können wir die wirtschaftlichen Machtstrukturen ändern, ohne in den „White Saviourism“, also weiße Retterfantasien abzudriften?

  • Dr Atreyee Majumder Atreyee Majumder

    Man könnte damit anfangen, dass man Land an die verschiedenen indigenen Gemeinschaften zurückgibt, die vage ästhetisiert werden, aber wirtschaftlich und politisch nicht zu ihrem Recht kommen.

  • Dr. Makram-Ebeid Dina Makram-Ebeid

    Ich denke hauptsächlich, dass wir einfach nur fragen müssen, wo dieses Bild des liberalen kolonialen Blicks herkommt. Es entsteht häufig dadurch, dass Menschen im globalen Norden Menschen im globalen Süden entweder als rettungsbedürftig ansehen (daraus resultiert dann auch das Bedürfnis, sie mit so vielen Darlehen und Schulden zu beladen, wie das nach dem Arabischen Frühling in den meisten Ländern geschah). Oder aber sie werden als Terrorist*innen gesehen, die wir disziplinieren und belehren müssen. Mit diesen kulturellen Stereotypen rechtfertigt der Westen dann wiederum so viele tatsächliche wirtschaftliche und politische Interventionen. Beides ist natürlich problematisch, aber beides dient strukturellen Zwecken, denen Menschen Widerstand leisten müssen. (sie müssen gegen die unfreiwillige Verschuldung gegenüber bestimmten Ländern Widerstand leisten und gegen die spezifischen politischen Interventionen – wie etwa den Versuch, Einwanderer zu stoppen). So können sie die Frage nach der Veränderung von Werten stärker in strukturellen Veränderungen verwurzeln.

  • Dr Atreyee Majumder Atreyee Majumder

    Stellt Euch ein Philosophiestudium vor, das chinesische, indische und indigene Philosophien als Grundlage vermittelt und dann französische und deutsche Elemente mit einbringt. Das würde den Student*innen eine völlig neue Orientierung geben.
     

  • Dr. Makram-Ebeid Dina Makram-Ebeid

    @Atreyee und Deinen Kommentar, Land zurückzugeben: Ja!! Genau, und hört auf, Menschen Darlehen aufzuzwingen, die an wirtschaftliche Konditionen gebunden sind, und hört auf, Gefängnisse für Migrant*innen im globalen Süden zu bauen, um Leute davon abzuhalten, in den Westen zu kommen. Die Tatsache, dass wir darüber im Zusammenhang mit der Diskussion über die Entkolonialisierung unserer Werte sprechen, bedeutet, dass uns bereits bewusst ist, dass diese Werte nicht einfach aus dem Nichts kommen. Der koloniale Blick, auf dem diese Werte basieren, rechtfertigt so viel mehr Gewalt.

  • Dr Atreyee Majumder Atreyee Majumder

    Absolut. Die wirtschaftliche und politische Ordnung begünstigt die Arroganz des westlichen Blicks.

  • Yaghoobifarah Hengameh Yaghoobifarah

    Sehr wichtige Anmerkungen, danke!
    Viele der erforderlichen Schritte müssten in einem größeren Rahmen stattfinden, nämlich auf Regierungsebene. Mit den ganzen rechtsgerichteten Parteien im EU-Parlament scheint das im Moment unrealistisch. Können wir in kleinerem Maßstab anfangen, zum Beispiel in queeren, feministischen und linksgerichteten Gruppen?

  • Dr Atreyee Majumder Atreyee Majumder

    Ich denke, eine weitere Aktionsebene könnten die Medien sein – unabhängige und große Medien.

  • Dr. Makram-Ebeid Dina Makram-Ebeid

    Ja, absolut, aber ich denke, Queers, Feminist*innen und Linke sollten auch den kleineren Maßstab mit dem größeren verbinden. Der größere Maßstab ist nicht nur für Regierungen, ansonsten würde ich mir Sorgen machen, dass wir dazu gedrängt werden, nur dann liberal zu handeln, wenn wir damit strukturelle Probleme erst gar nicht berühren. Ich möchte nicht dogmatisch klingen. Was Queers, Feminist*innen und Linke in Bezug auf die Repräsentation und Rechte von Einwanderern tun, ist entscheidend, um zu sagen: „Schaut her, Leute, wir können übereinander als gleichwertig reden – statt sie zu jemandem machen zu wollen, der*die so ist ‚wie wir‘.“

  • Dr Atreyee Majumder Atreyee Majumder

    Diese Gruppierungen leisten Großartiges, indem sie den Diskurs verändern. Aber ihre Aktionen können leicht als Randerscheinung hingestellt werden.

  • Yaghoobifarah Hengameh Yaghoobifarah

    Vielleicht könnten staatliche Institutionen und Organisationen, die an internationalen Beziehungen arbeiten, auch etwas Verantwortung übernehmen?

  • Dr. Makram-Ebeid Dina Makram-Ebeid

    Absolut, das sollte auch miteinander verbunden werden. Es genügt nicht, zu sagen „wir müssen andere als gleichwertig behandeln und damit aufhören, uns als Retter*innen zu sehen“.

  • Yaghoobifarah Hengameh Yaghoobifarah

    Ja! Die Vorstellung, weiter entwickelt zu sein, war auch die historische Rechtfertigung dafür, überhaupt über das Schicksal anderer Kulturen zu entscheiden. Die Kolonialist*innen legitimierten damit einerseits die Ausbeutung derer, die sie als „weniger zivilisierte“ Menschen bezeichneten, andererseits aber auch das Narrativ der Weißen Retter*innen.

  • Dr. Makram-Ebeid Dina Makram-Ebeid

    Ich denke, diejenigen, die wirklich etwas verändern wollen, könnten auch darauf drängen, dass sich die „Werte“ in Taten widerspiegeln – beispielsweise darin, Verantwortung für die Plünderung der Ressourcen anderer Ländern zu übernehmen etc. Ich denke zum Beispiel an die Arbeit einiger skandinavischer Länder, die ihren Beitrag zum schrecklichen Verschulden anerkennen. So sieht für mich Verantwortung aus! Wenn Du dekolonial sein möchtest, musst Du dich verantwortlich zeigen.

  • Dr Atreyee Majumder Atreyee Majumder

    Ich glaube nicht, dass es darum geht, einander als gleichwertig zu behandeln. Ich würde sagen, der wichtigste Schritt der Dekolonisierung ist, das Repertoire an vorherrschenden Annahmen über die Welt zu verändern.

  • Dr. Makram-Ebeid Dina Makram-Ebeid

    Deshalb mache ich mir manchmal über Lehrplanänderungen Sorgen, bei denen nicht-westliche Lektüre an Orten mit einbezogen wird, wo die Mehrheit der Dozent*innen nach wie vor weiß ist. Oder wo eine Festanstellung erfordert, dass man in westlichen Zeitschriften publiziert, und Forscher*innen nicht in Betracht ziehen können, in anderen Sprachen zu veröffentlichen. Leider nutzen manche diese Lehrplanveränderung als reines Lippenbekenntnis zu Entkolonialisierungsbemühungen.

  • Dr Atreyee Majumder Atreyee Majumder

    Nicht-westliche Kulturen haben auch eine Verantwortung, starke Universitäten und Institutionen aufzubauen, die das Projekt der Entkolonialisierung durchführen könnten. Ich sage das, weil staatliche Universitäten in Indien unter der derzeitigen Regierung leiden.

  • Dr. Makram-Ebeid Dina Makram-Ebeid

     Ja, absolut. Ich weiß, was Du damit meinst, da es unter unseren Regierungen auch zu einem echten Problem wird. Aber es ist trotzdem unsere Verantwortung.

  • Yaghoobifarah Hengameh Yaghoobifarah

    Danke für Eure Gedanken!

  • Reader Frage eines Lesers/einer Leserin

    Salaam, Ich freue mich, Teil dieser Unterhaltung sein zu können Ihre Namen sind persisch, wie meiner, das ist sehr interessant. Geht es auch um den Iran oder ist dies lediglich Zufall?

  • Yaghoobifarah Hengameh Yaghoobifarah

    Hey! Nein, das ist reiner Zufall! Was ich weiß, ist, dass es viel schwieriger ist, mit einem iranischen Pass zu reisen als mit einem deutschen – in Bezug auf Visa und Rassenprofil. Was die Arroganz betrifft, kann ich nichts sagen, da ich dort nie gelebt habe. Ich vermute, dass die Vorstellung von Europa als überlegen dort teilweise verinnerlicht und teilweise hinterfragt wird.

  • Reader Frage eines Lesers/einer Leserin

    Warum werden die Begriffe Westen und Globaler Süden so gemischt verwendet? Und was sind "westlicher Gesellschaften"?

  • Dr Atreyee Majumder Atreyee Majumder

    Der Westen ist ein politisches Konstrukt, das den Rest dominiert. Es ist nicht so sehr die Opposition zwischen Ost und West, sondern eine Beziehung zwischen dem Westen und dem Rest.

  • Yaghoobifarah Hengameh Yaghoobifarah

    Denn wenn wir Westen vs. den globalen Süden sagen, ist es spezifischer, als den Ausdruck weiße Menschen zu verwenden – jede Gesellschaft hat ihre eigenen weißen Menschen.

  • Dr. Makram-Ebeid Dina Makram-Ebeid

    Ich denke, dass der Westen und der globale Süden immer noch sehr grobe und ungenaue Kategorien sind, das zu beschreiben, was irgendwann einmal die Erste und Dritte Welt genannt wurde (oder in Zeiten der kolonialen Abhängigkeit sprachen Theoretiker*innen von Zentrum und Peripherie). Es ist gerechtfertigt, zu fragen: Warum verwenden wir diese Begriffe? Schließlich stellt sich die Frage: Südlich wovon und westlich wovon? Angesichts der allgemeinen Akzeptanz dieser Begriffe und der Tatsache, dass sie inzwischen wichtige politische Ungleichheiten symbolisieren, greife ich jedoch auf sie zurück.

  • Reader Kommentar eines Lesers/einer Leserin

    Ein erster Schritt ist es, Platz zu machen für Menschen aus dem Süden, auch geistig/philosophisch/politisch. Professorinnen/Professoren, Kuratorinnen/Kuratoren, etc. können noch so schön über die Ursachen der „Misere“ aus den südlichen Ländern sprechen, aber letztlich erfüllen sie sich damit ja auch nur ihren WhiteSaviourComplex™. Es müssen kulturleitende/-bildende Personen (wie Profs, Lehrerinnen/Lehrer, auch Intendantinnen/Intendanten, usw.) aus diesen Regionen bei uns zum Einsatz kommen. Zum einen, um für Präsenz zu sorgen, und zum anderen, damit auch ihr Blickwinkel... verbreitet (in Ermangelung eines besseren Wortes) und dadurch selbstverständlich wird, langfristig gesehen.

  • Dr. Makram-Ebeid Dina Makram-Ebeid

    Dem stimme ich zu. Wie ich bereits zuvor in unserer Diskussion erwähnt habe, halte ich es für wenig hilfreich, über die Dekolonisierung von Bildung und Werten zu sprechen, wenn man nicht gleichzeitig darüber nachzudenkt, welche strukturellen Bedeutungen dies hat. Was bedeutet es, den Lehrplan zu dekolonisieren, wenn der Großteil der Fakultät weiß ist und die Einstellungskriterien und Kriterien für Beförderungen nicht das breite Erfahrungsspektrum der Menschen widerspiegeln? Das ist also ein Anfang. Natürlich sind diejenigen, die an westlichen Universitäten eingestellt werden, am Ende die Elite der Intellektuellen und Künstlerinnen/Künstler aus dem globalen Süden, und es muss weiter gefasste Pläne geben, um Wissen zu verbreiten und dekolonialer zu machen. Aber der Vorschlag ist ein guter Anfang!

  • Reader Frage eines Lesers/einer Leserin

    Ich denke, um jegliche Handlungsweisen anzugehen, ist es am wichtigsten, ein Bewusstsein für den strukturellen Rassismus zu entwickeln.
    Das bedeutet: Aufklärung und konstante Präsenz des Themas ist der notwendige nächste Schritt in allen gesellschaftlichen Kreisen. Was meint ihr?

  • Reader Kommentar eines Lesers/einer Leserin

    Bevor Kulturschaffende in „den Westen“ kommen, denke ich wäre es auch wichtig, kulturelle Zentren außerhalb Europas aufzubauen um die eurozentrische Kulturlandschaft aufzumischen und einen postkolonialen Diskurs in der Welt anzustoßen.

  • Reader Frage eines Lesers/einer Leserin

    Wie können nicht-westliche Universitäten eine eigene, entkolonialisierte Lehre gestalten?

  • Reader Frage eines Lesers/einer Leserin

    Ich lese in diesen Diskussionen oft das Argument, dass „der Westen“ sich aus den Angelegenheiten „des Südens/Ostens“ heraushalten soll. Aber würde das nicht z.B. auch das Akzeptieren bzw. Tolerieren von totalitären Regimen beinhalten? Denn Demokratie ist ja auch ein westlich/griechisches System...?

  • Yaghoobifarah Hengameh Yaghoobifarah

    Der größte Unterschied besteht darin, dass europäische Länder Orte kolonialisiert haben, die nicht auf dem europäischen Kontinent liegen. Die Amerikas wurden anders kolonialisiert: Die indigenen Communities leben heute noch in den gleichen Ländern wie die Nachkommen der Kolonialisierenden. Natürlich entstehen dadurch andere Dynamiken in der Gesellschaft und es macht es schwer, einen EU-Vergleich zu finden.
    Das Festhalten an „westlichen Werten“ jedoch findet sowohl in Nordamerika als auch in EU-Ländern statt. Darauf beziehe ich mich.