Mediathek Digitales Festival Latitude

Latitude-Festival
© EL BOUM

Das digitale Latitude Festival präsentierte ein Programm mit künstlerischen Beiträgen und Debatten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie koloniale Strukturen in die Gegenwart wirken und wie sie überwunden werden können. Sie können die meisten Beiträge in der Mediathek abrufen.

Wie stark globale Machtstrukturen unseren Alltag und unser Zusammenleben beeinflussen, wird gerade in Krisensituationen noch deutlicher sichtbar. Welche Narrative bemühen wir, wenn wir über die Ungleichheit zwischen Norden und Süden sprechen? Wie sehen die Visionen eines Internets der Zukunft aus dem globalen Süden aus? Welche rassistischen Strukturen wirken in unserer Gegenwart? Muss die Restitution von geraubten Objekten aus kolonialen Kontexten entschiedener betrieben werden? Welche gesellschaftliche Relevanz streben Museen der Zukunft an?

Diese und andere Fragen stellten Künstler*innen und Expert*innen aus diversen Bereichen vom 4. bis 6. Juni 2020 auf dem digitalen Festival Latitude. An den drei Tagen wurde jeweils ein etwa sechsstündiges (zusammenhängendes) Programm mit künstlerischen Arbeiten, Performances und Konzerten, Diskussionen, Chatdebatten und Interviews live gestreamt oder als Video gesendet. In Kooperation mit dem Arsenal – Institut für Film und Videokunst e. V. wurde vom 29. Mai bis zum 12. Juni ein begleitendes Filmprogramm gezeigt. Ein eigenes Radioprogramm wurde in Zusammenarbeit mit dem freien Künstlerradio reboot.fm sowie dem Radio-Netzwerk Berlin vom 4. bis zum 7. Juni gesendet.

Ausgehend von künstlerischen und diskursiven Projekten, die in den vergangenen Jahren weltweit vom Goethe-Institut initiiert und unterstützt wurden, brachte das Latitude-Festival internationale Positionen aus Kultur, Wissenschaft und Politik zusammen und reflektierte über soziale, politische und ökonomische Asymmetrien und Ungerechtigkeiten, die seit der Kolonialzeit bis heute fortwirken.

Das Festival gliederte sich in vier Themenkomplexe, die Kontinuitäten kolonialer Strukturen verhandelten: wirtschaftliche Ungleichheit; Rassismus, Identität und Erinnerung; Umgang mit Kulturgut sowie globale digitale (Un-)Gleichheit.

Mit Beiträgen u. a. von Alex Herman (Jurist, London/Toronto), Ayisha Osori (Autorin und Beraterin, Lagos), Ciraj Rassool (Historiker, Kapstadt), Denise Ferreira da Silva (Philosophin, Vancouver), Diego Araúja (transdisziplinärer Künstler und Theaterregisseur, Salvador), Eric 1key (Poet, Spoken Word Artist, Kigali), Joana Tischkau (Choreografin und Performerin, Frankfurt/Berlin), John Nakuta (Jurist, Windhoek), Keyna Eleison (Kuratorin und Kunstkritikerin, Rio de Janeiro), Laís Machado (transdisziplinäre Künstlerin und Performerin, Salvador), Larissa Förster (Kultur- und Sozialanthropologin, Berlin), Latika Gupta (Kunsthistorikerin, Delhi), Léontine Meijer-van Mensch (Museumsdirektorin, Leipzig), Leora Bilsky (Juristin, Tel Aviv), Mark Terkessidis (Autor und Migrationsforscher, Berlin), Mi You (Kuratorin und Dozentin, Köln), Nanjira Sambuli (Forscherin und Digitalstrategin, Nairobi), Nelago Shilongoh (Theatermacherin und Performerin, Windhoek), Nikita Dhawan (Politikwissenschaftlerin, Gießen), Pasacale Obolo (Filmemacherin, Paris), Rachel Nyangombe (Sängerin, Kinshasa), Renata Ávila Pinto (Juristin und Aktivistin, Guatemala Stadt), Souleyman Bachir Diagne (Philosoph, New York), Tonya Nelson (Juristin und Kunsthistorikerin, London), Trixie Munyama (Performerin und Choreografin, Windhoek), Urvashi Butalia (Autorin und Verlegerin, Delhi).