Decolonise Your Knowledge Wie kolonial sind die 599.000.000 Ergebnisse Deiner letzten Googlesuche?

Decolonise your knowledge
Foto: picture alliance / empics

Wer Chattet?

Bobby Shabangu (Wikimedia/Jo'burgpediA), Noa K. Ha (Urbanistin) und Lucia Halder (Kuratorin) chatten mit Euch über Wissen in einer postkolonialen Welt. Wie greifen die Methoden und Hierarchien der Wissensproduktion und Verbreitung ineinander – und was muss sich ändern?

Konzept und weitere Autor*innen: Regine Hader, Elisa Jochum

 
Auf WhatsApp und Telegram endet #DecoloniseYourLife am 7.12.2019. Hier könnt Ihr weiterhin alle Chats verfolgen und mitdiskutieren.
  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Ich habe den Begriff „Vierte industrielle Revolution“ vor ungefähr vier Jahren zum ersten Mal gehört. Ich war ganz begeistert, weil das für mich hieß: Menschen können einfacher auf Informationen zugreifen und sie teilen – egal, wer sie sind und wo sie leben. Damals habe ich bereits aktiv gebloggt und als Wikipedia-Autor gearbeitet. Mir fiel auf, dass westliche Länder (die USA und Europa) den Großteil der Informationen dominierten, die ich im Internet aufspürte und teilte. Aus Ländern des Globalen Südens wie meinem, nämlich Südafrika, gibt es hingegen kaum Information.

  • Noa Ha Noa Ha

    Hi Bobby, es überrascht mich nicht, dass es in Europa nur wenige – und dazu falsche – Informationen über Länder des Globalen Südens gibt. Voller Klischees und Unterstellungen – ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich sie selbst abgelegt habe.

  • Noa Ha Noa Ha

    Da ich in Europa aufgewachsen bin, beziehe ich mich auf den europäischen Kontext.

  • Halder, Lucia Lucia Halder

    Ich stimme Noa absolut zu. Ich habe auch lange gebraucht, um zu merken, dass Wissensproduktion in Macht-Asymmetrien eingebettet ist.

  • Halder, Lucia Lucia Halder

    @Bobby: Hast Du damals Dein Jo’burgpediA-Projekt begonnen?

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Genau, das war ungefähr die Zeit, in der ich dieses Projekt gegründet habe, weil ich anfing, mir Sorgen zu machen. Wie kann man Repräsentation in einer digitalen Welt in Zukunft sicherstellen? Das warf dann die Frage auf, ob wir uns über die vierte industrielle Revolution freuen sollten.

  • Noa Ha Noa Ha

    Gute Frage!

  • Noa Ha Noa Ha

    Was meint Ihr: Wüssten wir es bessern, wenn uns (durch neue Technologien) mehr Information zur Verfügung stünden?

  • Halder, Lucia Lucia Halder

    Es besteht eine direkte Verbindung zwischen Deiner Frage und der Situation, dass die vierte industrielle Revolution – wie Bobby es in seinem Eingangsstatement formulierte – seine Hoffnungen nicht erfüllt hat, wenn ich das richtig verstanden habe.

  • Halder, Lucia Lucia Halder

    Vielleicht geht es darum, WESSEN Wissen…

  • Noa Ha Noa Ha

    Und wessen Technologien? würde ich hinzufügen.

  • Halder, Lucia Lucia Halder

    Auf jeden Fall.

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Interessante Frage, denn während neue Technologien unser Leben einfacher machen, schließen sie auch unbeabsichtigt andere aus.

  • Noa Ha Noa Ha

    Ich würde außerdem hinzufügen, dass wir Information organisieren, bewerten und interpretieren müssen. Wie befassen wir uns mit Information, die mir/uns neu ist – und wie stellt diese Information unter Umständen mein/unser bisheriges Wissen infrage? Wie können wir mit dieser Art von Wissen umgehen?

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Ebenfalls gute Frage! Mir als Wikipedia-Autor, der Projekte in Südafrika macht, ist nämlich aufgefallen, dass der Großteil der Informationen, die ich gerne online sehen würde, nicht mit Einzelnachweisen belegt ist. Einiges liegt nicht mal schriftlich vor, sondern wurde mündlich von Generation zu Generation weitergegeben. Lieder waren ebenfalls ein wichtiges Medium zur Vermittlung von Information, was bedeutet, dass diese Information wissenschaftlich nicht akzeptiert oder auch nur für beachtenswert gehalten werden können.

  • Halder, Lucia Lucia Halder

    Neue Technologien ermöglichen nicht unbedingt allen Zugang, aber sie können viel mehr Menschen einbeziehen – sowie auch Wissen, das Plattformen wie Wikipedia immer noch marginalisieren. Es gibt zum Beispiel Systeme zur Verwaltung des Gemeinschaftswissens, d.h. webbasierte Plattformen zur Sammlung von Informationen über Objekte, Rituale, immaterielles Erbe usw. Ich kenne sie aus dem musealen Kontext: Menschen, die ihre Expertise unabhängig von der akademischen Welt der Wissensproduktion durch Erfahrung erworben haben, nutzen sie als Wissensspeicher. Hier ein Beispiel: https://www.keepingculture.com/

  • Halder, Lucia Lucia Halder

    Diese Systeme dienen als Plattformen für Wissen, das außerhalb des „offiziellen“ Kanons existiert. Was haltet Ihr von solchen Ansätzen im Vergleich zu Wikipedia?

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Ich denke, Wissensmanagementsysteme sind großartige Plattformen. Wenn es aber darum geht, wie das Wissen lizensiert wird, gibt es wahrscheinlich nach wie vor Hürden. Afrikanisches Wissen gehört den Menschen selbst. Weißt Du, welche Lizenzen diese Systeme verwenden?

  • Noa Ha Noa Ha

    Nein, ich weiß nicht, welche Lizenz sie benutzen.

  • Noa Ha Noa Ha

    Ja, es tut weh, wenn Formen des Wissens nicht als adäquat in Erwägung gezogen werden. Wissen geht ja nicht nur verloren, sondern wird auch zerstört. Boaventura de Sousa Santos bezeichnet die Zerstörung von Wissen durch den Kolonialismus als Epistemizid und Gayatri Spivak schreibt über „epistemischer Gewalt“. Mein Hauptinteresse hier und jetzt lautet deshalb: Was weiß ich? Warum weiß ich das nicht? Warum konnte ich das nicht früher lernen?

  • Noa Ha Noa Ha

    @Bobby, was muss Deiner Meinung nach passieren, damit afrikanisches Wissen erhalten bleiben kann und den Menschen gehört?

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

  • Noa Ha Noa Ha

    @Bobby: Danke für deine Sprachnachricht. 

  • Halder, Lucia Lucia Halder

    Danke für Deinen inspirierenden Kommentar, Bobby!!! Ich denke, es gibt mehrere Arten von Teilhabe – und auch verschiedene Voraussetzungen, teilnahmen zu können. Der Zugang ist dabei definitiv ein wichtiger Aspekt.

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Das trifft übrigens nicht nur auf afrikanisches Wissen zu, sondern auf *jedes* Wissen. Da sich die Welt weiterentwickelt, werden wir immer abhängiger von Technologien, aber nur sehr wenige Menschen kontrollieren diese Technologien. Die meisten von ihnen sind Männer, zum Großteil aus Ländern der „Ersten Welt“. Alle anderen konsumieren hauptsächlich, ohne zu diesem Wissen beizutragen.

  • Noa Ha Noa Ha

    Ja, das sehe ich auch so.

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Das Ziel ist nicht, über die Länder des Globalen Nordens zu urteilen, sondern herauszufinden, was man tun kann, um sie für den Rest des Wissens, das es gibt, zu sensibilisieren.

  • Noa Ha Noa Ha

    Dein Punkt zu „Gatekeepers“, also Personen oder Institutionen, die als Wächter*innen fungieren, ist sehr wichtig – denn ich würde denken, dass Universitäten ebenfalls Gatekeeper sind.

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Genau das meine ich.

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Statt mich über die vierte industrielle Revolution (4IR) zu freuen, mache ich mir Sorgen und frage mich: Läutet das eine neue Kolonialzeit ein, in der einige wenige nicht nur die Informationen kontrollieren, sondern auch, wie wir zu ihnen beigetragen können und wie wir sie teilen. Bedeutet das den Tod des Wissens anderer Kulturen? Wie können Plattformen im Internet – und anderen Medien – und auch akademische Institutionen für alle Formen von Wissen inklusiv sein statt zu diskriminieren?

  • Noa Ha Noa Ha

    Warum denkst Du, dass es nicht darum geht, über den Globalen Norden zu urteilen? Meiner Meinung nach ist es wichtig, zu urteilen und über das Für und Wider nachzudenken – und über die Verfehlungen der (über-)entwickelten reichen Länder. Schließlich erfordert Wissensgewinn auch ein gemeinsames Verständnis von Gerechtigkeit. Wissensproduktion ist auch ein ethischer Prozess – und allzu häufig vermisse ich eine Diskussion über solche ethischen Implikationen.

  • Noa Ha Noa Ha

    Ebenfalls @Bobby: Ich finde es gut, dass sich deine Frage auf die Strukturen der Wissensproduktion konzentriert (wie etwa Plattformen und Institutionen). Es ist wichtig zu wissen, wo sie sich geografisch befinden.

  • Noa Ha Noa Ha

    Wie würde die Welt aussehen, wenn diese Infrastrukturen auf dem afrikanischen Kontinent, in Südamerika oder in einem asiatischen Land lägen?

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Ich bin mit meines Privilegs bewusst, als Afrikaner über die Werkzeuge zu verfügen, etwas zum Wissen (nicht zu allem Wissen) beizutragen. Ich bin nicht sicher, ob den Gatekeepers bewusst ist, dass sie beim Verbessern unseres Zugangs zu Informationen eine ganze Reihe anderer Menschen ausschließen. Wie Du bereits erwähnt hast, können Gatekeeper Universitäten sein, aber auch Internetplattformen, Medien und jede Institution, die Kontrolle über den Zugang zu riesigen Mengen an Information hat. Man kann niemandem einen Vorwurf machen, wenn er oder sie etwas nicht weiß; er*sie muss nur sensibilisiert werden!

  • Halder, Lucia Lucia Halder

    Ich stimme zu, dass Strukturen entscheidend sind. Ein genauerer Blick darauf kann sehr interessant sein – beispielsweise in die riesigen, versteckten Bildarchive, auf denen Gesichtserkennung basiert. Sie bestehen hauptsächlich aus westlichen Gesichtern. Und das ist nur ein Beispiel von vielen ...

  • Halder, Lucia Lucia Halder

    Denkt Ihr, dass es ein Ausgangspunkt sein könnte, an einem gemeinsamen Lehrplan zu arbeiten?

  • Halder, Lucia Lucia Halder

    Oder die Institutionen selbst infrage zu stellen?

  • Noa Ha Noa Ha

    Es wäre wunderschön, wenn es so einfach wäre, dass wir die Leute nur sensibilisieren müssen. Aber um ehrlich zu sein, bin ich da skeptisch. Ich arbeite an einer europäischen Universität – und das Ausmaß an Ignoranz und „Unschuld“ ist manchmal einfach unfassbar. Die surinamisch-niederländische Wissenschaftlerin Gloria Wekker schreibt über „weiße Unschuld“ und darüber, wie sich die niederländische Gesellschaft für komplett unschuldig an ihrer eigenen Kolonialgeschichte hält.

  • Noa Ha Noa Ha

    Ihre Arbeit vermittelt einen Eindruck von dem Wissen, das sie in eine Wissensverweigerung investieren.

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    @Lucia: Mir gefällt die Idee eines gemeinsamen Lehrplans. Ich denke, das könnte gut funktionieren, wenn westliches Wissen indigenes Wissen vollständig als glaubwürdige Quelle anerkennen kann. Sobald dies geschieht, werden Menschen, die über indigene Informationen und Erkenntnisse verfügen, als gleichberechtigt mit promovierten Universitätsprofessor*innen anerkannt - denn während die promovierten Forscher*innen ihre Expertise durch die institutionelle Wissenschaft erhalten, erwerben die Träger*innen indigenen Wissens ihre Kenntnisse durch Erfahrungen, die sie über Generationen hinweg weitergeben. Ich habe das Gefühl, dass ein*e medizinische*r Forscher*in mit Doktortitel auf einen nordamerikanischen Schamanen herabsehen würde, der/die ihm/ihr etwas über eine Medizin beibringen möchte, die seit Tausenden von Jahren genutzt wird.

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Aber sobald diese Person (im Labor) belegt, dass die Medizin wirkt, wird sie es*lizenzieren* und den/die arme*n Schamanen*in außen vor lassen. Auch wenn wir ohne ihn/sie nichts von dieser Medizin wüssten.

  • Noa Ha Noa Ha

    Genau, dieses Wissen selbst könnte beiseitegeschoben, oder, noch schlimmer, ausgebeutet und abgeschöpft und von anderen lizenziert werden. Deshalb halte ich die „Charter of Decolonial Research Ethics“ („Charta entkolonialisierter Forschungsethik“) für so wichtig, denn das Wissen indigener Gesellschaften wurde schon viel zu oft ausgebeutet – siehe: https://decolonialityeurope.wixsite.com/decoloniality/charter-of-decolonial-research-ethics

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Was muss Eurer Meinung nach im Hinblick auf die Zukunft geschehen, um das gesamte Wissen zu entkolonialisieren?

  • Noa Ha Noa Ha

    Ich denke, dass es noch ein langer Weg dahin ist. Wir müssen uns auch die Archive und ethnologischen Sammlungen ansehen (in Europa, den USA, Kanada). Wir müssen über dieses Wissen, seine Kosmologien innerhalb der Archive und die Frage nachdenken, wie wir es anerkennen, ihnen Bedeutung und Leben verleihen können. Vielleicht müssen wir auch die Notwendigkeit von Eigentumsrechten für Wissen infrage stellen – insbesondere in westlichen/industrialisierten Ländern. Wir müssen unsere Methoden der profitorientierten Wissensproduktion überdenken!

  • Halder, Lucia Lucia Halder

    Ich denke, der erste Schritt ist, zu sensibilisieren und Diskussionen zu führen. Dann kommen die Strukturen. Vielleicht ist es weniger wichtig etwas beizutragen (wie bei der Wikipedia) und zu kollaborieren und es geht mehr darum, Wissen in einem globalen Klassenzimmer/Museum/Archiv/World Wide Web – oder welche Form auch immer das dann haben mag – gemeinsam zu schaffen und zu verbreiten . Oder, um Achille Mbembé zu zitieren: „Um unsere Institutionen fest auf den Weg zukünftigen Wissens zu bringen, müssen wir ein Klassenzimmer ohne Wände neu erfinden, in dem wir alle zusammen lernen; eine Universität, die in der Lage ist, verschiedene Öffentlichkeiten in neuen Versammlungsformen zusammenzubringen, die zu Berührungspunkten von und Plattformen für die Neuverteilung verschiedener Arten von Wissen werden.“ (Quelle: https://wiser.wits.ac.za/system/files/Achille%20Mbembe%20-%20Decolonizing%20Knowledge%20and%20the%20Question%20of%20the%20Archive.pdf)

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Lucia und Noa, vielen Dank für den Chat, das war ein interessantes und aufschlussreiches Gespräch für mich.

    Liebe Leser/innen, was müsste sich Eurer Meinung nach ändern?

  • Reader Frage eines Lesers/einer Leserin

    Noa, inwieweit liegt Deiner Meinung nach in neuen Technologien auch Potenzial für einen fortgeführten, digitalen Kolonialismus?

  • Noa Ha Noa Ha

    Die Frage impliziert irgendwie, dass es eine Fortsetzung eines digitalen Kolonialismus gibt. „Neue Technologien“ mögen erstmal zugänglicher erscheinen. Dennoch halte ich es für wichtig, den Kolonialismus aufzulösen und zu hinterfragen, um zu verstehen, was bereits in den Technologien selbst steckt. Meiner Meinung nach liegt das Wissen über die Methoden der Wissensproduktion im Bereich neuer Technologien bisher in den Händen ehemaliger Kolonialmächte. Darüber hinaus halte ich die Ausmaße des „Potenzials“, das du erwähnt hast, für enorm, da die neuen Technologien eine ganze Reihe neuer Überwachungstechnologien beinhalten. 
    Ich habe den Begriff, den du verwendest, „Potential“, als eine Möglichkeit des Werdens verstanden – aber hier geht es eigentlich darum, dass auf der einen Seite eine Fortsetzung angesprochen wird und gleichzeitig neue Wege, Wissen (und Macht) aufrechtzuerhalten, erschlossen werden.  

  • Yaghoobifarah Hengameh Yaghoobifarah

    Würdest Ihr einen (zusätzlichen) Kurs, z.B. an Universitäten, zur Dekolonisierung Deines Stundenplans vorschlagen oder würdet Ihr dies in verschiedene Kurse (Politik, Geschichte, Philosophie, etc.) integrieren?

  • Noa Ha Noa Ha

    Ich würde es vorziehen, alle Fächer neu auszurichten und zu konzipieren. Anstatt dekoloniales Denken in einzelne Kurse oder Fächer einzubauen, stelle ich mir dekoloniales Lehren und Wissen über das Lernen vor. Ein eigener Kurs oder ein Fach könnte ein Kick-Off sein, aber könnte auf das Problem stoßen, die Art und Weise unseres Denkens und Lernens nicht umfangreich genug in Frage zu stellen. Wenn wir einen dekolonialen Ansatz für das Universitätssystem ernst nehmen, müssen wir über Disziplinen und Kurse hinaus denken. Wie schaffen wir eine Lernmethode, die Student*innen und Schüler*innen hinterfragen und diskutieren können und die ihnen beibringt, Perspektiven zu wechseln? Wir brauchen eher kleine Gruppen von Student*innen, die in problemorientierten Projekten arbeiten und alle Schritte der Transformation durchdenken.

  • Halder, Lucia Lucia Halder

    Danke für die interessante Frage. Ich denke, dass der Prozess einer Dekolonisierung des Lehrplans auf verschiedenen Ebenen verhandelt werden sollte – auf der politischen Ebene (top-down), aber auch in partizipativen Formaten (bottom-up), und das transdisziplinär.

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Ich denke, es wäre gut damit anzufangen,
    den Dekolonisierungsprozess des Wissens in das Bildungssystem zu integrieren. Das kann auch an der Schule beginnen, denn an diesem Ort wird Wissen kolonisiert. Über die Fächer, in die das Thema integriert werden soll, kann man weiter diskutieren.

  • Bobby Shabangu Bobby Shabangu

    Ich stimme Lucia und Noa zu 100% zu, weil es ein sehr komplexes Thema ist. Wir müssen in verschiedene Richtungen denken und uns in die Lage anderer hineinversetzten. Sowohl in die der Unterrepräsentierten als auch in die der Gatekeeper. Dieses Thema fordert uns auf herauszufinden, wie wir eine Balance zwischen diesen beiden Perspektiven finden können.

  • Noa Ha Noa Ha

    Das ist ein guter Punkt, und ich denke, es müssen viele daran mitarbeiten. Es wird spannend, in diesem Fall „Balance“ zu definieren. Als ein Gleichgewicht zwischen welchen Positionen und für wen? Es ist nicht nur komplex, sondern auch unangenehm. Der Prozess muss Vieles rückgängig machen und wir müssen antrainierte Muster wieder verlernen.