Diskussion Widerstand gegen Extraktivismus

Widerstand gegen Extraktivismus © EL BOUM
Diskussion mit Lotte Arndt (Kulturtheoretikerin, Paris), Rachel O’Reilly (Künstlerin und Kuratorin, Berlin/Brisbane), Sammy Baloji (Künstler, Brüssel/Lubumbashi), Elena Agudio (Kuratorin, Berlin)

Fossile Energieträger treiben den globalen Kapitalismus an. Deren Abbau ist in vielen Fällen mit wirtschaftlichen Vorteilen für transnationale Unternehmen verbunden, die zum Nachteil der Bevölkerung mit nationalen Regierungen kollaborieren. Diese asymmetrischen Strukturen der Weltwirtschaft sind ein Erbe aus der Kolonialzeit und bilden noch immer die Voraussetzung dafür, dass die Verfügbarkeit strategischer Rohstoffe eine Verarmung und Unterdrückung der Landbewohner*innen zur Folge hat, was die Teilnehmenden an diesem Gespräch untersuchen.
Auf diesem vom Lotte Arndt moderierten Panel diskutieren Künstler*innen miteinander, die in ihrem jeweiligen Lebensumfeld ästhetische Strategien des Widerstands gegen Extraktivismus entwickeln. Rachel O’Reilly spricht über ihre Dokumentation Infractions (2019), für die sie über mehrere Jahre Untersuchungen und Interviews zum gegenwärtigen und künftigen Einsatz unkonventioneller Formen der Gasförderung in Australien geführt hat. Sammy Baloji berichtet von seiner über anderthalb Jahrzehnte andauernden Arbeit zu den noch immer spürbaren Folgen, die der Bergbau der Kolonialzeit in der Region Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo hinterlassen hat. Im zweiten Teil wird sich die Kuratorin Elena Agudio in das Gespräch einschalten und es durch eigene Überlegungen zu asymmetrischen Strukturen der Aneignung ergänzen, die auch im Kunstbetrieb zu beobachten sind.


Auf Englisch.

Mitwirkende