Radioprogramm Latitude on Air: Unsettling Power Relations

Latitude on Air: Unsettling Power Relations © EL BOUM
Latitude on Air: Unsettling Power Relations ist vom 4. bis 7. Juni über den Livestream von reboot.fm erreichbar und in Berlin (88,4 FM) und in Potsdam (90,7 FM) zu hören. Bringen Sie Ihr eigenes Radio mit und hören Sie das Festivalradio im direkten Umkreis des Studios im Volkspark am Weinberg in Berlin – mit sicherem physischen Abstand in der Sonne.
 
Kuratiert von Diana McCarty (reboot.fm), Elena Agudio (SAVVY Contemporary); Marc-André Schmachtel, Judith Schulde, Nepomuk Zettl, Georg Milz (Goethe-Institut)
Moderation: Natascha Nassir-Shahnian
 
Das Programm ist vorwiegend auf Englisch. Eine Übersicht über alle vier Tage des Programms finden Sie hier.


DAS RADIOPROGRAMM AM 4. JUNI 2020

10:00-10:15  |  Begrüßung und Einführung
(Natascha Anahita Nassir-Shahnian, Diana McCarty, Marc-André Schmachtel)


10:15-11:30  |  Kitchen Table Talks #1 mit Karina Griffith (artist), Elena Agudio (curator) 
(with Nathalie Bikoro, Kathy-Ann Tan)         

Die Kitchen Table Talks stellen einen informativen und performativen Raum für morgendliche Unterhaltungen dar. Sie ermöglichen ebenso einen Austausch zu Taktiken, wie die rassistischen/homophoben/machistischen/transphoben Strukturen aufgebrochen werden können, in denen wir leben, wie über die Möglichkeiten der Wiedergutmachung, der Resilienz und Strategien der Emanzipation nachgedacht werden können. Konzipiert von Karina Griffith und durchgeführt in Kooperation mit Elena Agudio, bezieht sie sich auf “Kitchen Table: Women of Color Press”, the feministisch-aktivistisch und queeren Zeitschrift die auf Betreiben von Audre Lorde durch das Combahee River Collective gegründet wurde. In der ersten Ausgabe mit dem Titel Congotay Congotay! Tribute Economies diskutieren die Künstlerin Nathalie Mba Bikoro und die Kuratorin und Autorin Kathy-Ann Tan über queer of color und feministische Strategien zur Selbstbestätigung und Ermächtigung.   Die Session startet mit dem Sound Piece Positions von Fallon Mayanja, das sich mit den Zusammenhängen von “race”, “gender” und “sexuality” auseinandersetzt und uns dazu auffordert, über die Bedeutung von Wissen und Wissensvermittlung nachzudenken.


11:45-12:00  |  Wait, I’m bringing a bird out of my pocket
Yemisi Aribisala #1 / 
Auftragsproduktion
A Private Conversation on Sweets between Yemisi Aribisala and Kọ́lá Túbọ̀sún ist die erste Episode der Serie in vier Akten der Künstlerin Yemisi Aribisala: ‘Wait, I’m bringing a bird out of my pocket’. Der Titel greift ein Sprichwort der Yoruba auf, das sich an Zuhörer*innen wendet, die voller Ungeduld auf die Pointe des Gesagten warten. Die sprechende Person erwidert auf diese Ungeduld: “hold on I’m getting there or wait, I’m bringing a bird out of my pocket”.

12:00-12:15  |  Grußwort und Einführung
Prasanna Oommen (Moderation) / Michelle Müntefering (Secretary of State, Foreign Ministry / Staatssekretärin, Auswärtiges Amt) / Johannes Ebert (Secretary General/Generalsekretär Goethe-Institut)
 

12:15-12:30  |  Musical interlude
Ein vielschichtiger Mix von DJs aus aller Welt.

12:30-13:00  |  David Muñoz & Giovanna Yusif Esposito #1
Sites, Sounds & Struggles: Eine akustische Zeitreise in Räume und an Orte, in und an denen Menschen dagegen anarbeiten, ausgelöscht zu werden. Eine vierteilige, experimentelle Reportage.

13:00-14:00  |  Lethal racism. Music and Word.
Mit: Olad Aden, Diana Arce & Saraya Gomis
Die aktuelle Krise in den USA ist ein fataler Höhepunkt einer strukturellen Ungleichheit, welche seit Generationen weitergegeben wird. Zusammen mit dem Aktivisten und Sozialarbeiter Olad Aden, der Rassismus-Expertin Saraya Gomis und der Künstlerin und Aktivistin Diana Arce diskutiert Natascha Nassir-Shahnian die Relevanz der US-amerikanischen Situation für Deutschland und Europa.

14:00-14:15  |  Musical interlude
Ein vielschichtiger Mix von DJs aus aller Welt.

14:15 - 15:00  |  The artist and the community: Alafuro Sikoki (artist, designer, UK/Nigeria)
Alafuro Sikoki-Coleman ist eine Industrie-Designerin und Konzeptkünstlerin. Mit Studio Sikoki, einer design-art-research Einrichtung, erforscht sie die Dynamiken zwischen Objekten, Nutzer*innen und ihrer Umgebung, ihrer Umwelt. Sikoki-Coleman hat 2006 einen MA in Industriedesign an der University of Arts, Philadelphia erworben. Sie wird über ihre künstlerische Praxis sowie über das künstlerische Potential, welches in dem Austausch zwischen Künstler*innen und lokalen Communities liegt, berichten.

15:00-15:15  |  Eric 1key – Poetry and Beats
Der Poet Eric 1key aus Kigali begleitet das Festival auf seine ganz persönliche Weise: mit musikalischen Interventionen und Spoken Word-Einwürfen kommentiert er die Geschehnisse, trägt Gedichte aus seinem Repertoire vor und performt Musik. In seinen täglichen Zoom-Sessions greift Eric 1key live die Kommentare des Publikums auf.

15:15-16:00  |  Der Kampf um eine dekoloniale Umweltgerechtigkeit
Interview with / mit Malcom Ferdinand
Malcom Ferdinand ist ein karibischer Wissenschaftler mit einem Schwerpunkt auf politischer Philosophie, postkolonialer Theorie und politischer Ökologie. Sein Forschungsfokus liegt auf dem Black Atlantic, genauer der Karibik, und untersucht die Beziehungen zwischen der aktuellen ökologischen Krise und der Kolonialgeschichte der Moderne. Sein kürzlich veröffentlichtes Buch A Decolonial Ecology: Thinking of Ecology from the Caribbean World (2019), basiert auf seiner Dissertation.

16:00-17:00  |  Pluriversal Radio - Pluriversal resistance
Auftragsproduktion
Die Sendung präsentiert Lesungen von akcg (anna kindgren and carina gunnars), mirko nikolić and Elin Mar Øyen Vister, sowie eine Diskussion mit Beaska Niilas, einem Samischen Land- und Wasserbewahrer, Kulturakteur und Kunsthandwerker, Schauspieler und NSR Politiker aus Deatnu in Sápmi.
Extraktivismus, koloniales Erbe und Neo-Kolonialismus in Skandinavien - Arbeiten in Solidarität mit Graswurzelbewegungen und Gleichgesinnten in Sápmi und dem indigenen zirkumpolaren Norden, sowie in tiefer Solidarität mit den südöstlichen Peripherien Europas lernen von den unterschiedlichen sozialen Bewegungen.
Wir ringen um mehr Sensibilisierung für die globalen Konsequenzen eines nekro-politischen Systems und unserer eigenen Rolle darin.



17:00-18:00  |  Moriro and the Maangharmuch
Karachi Beach Radio / Auftragsproduktion
Die Geschichte von „Moriro und ‚dem riesigen Seemonster‘ Maangharmuch“ ist ein Symbol für Wiedergutmachung und Hoffnung. Sie steht dafür, wie sich trotz eines viel mächtigeren Gegners, Gerechtigkeit erwirken lässt, allein durch den Geist eines machtlosen Menschen. Ein Mann, der voller Mut und Verpflichtung, sich aufmacht, seine große Liebe zu retten und dabei für Gerechtigkeit einzusteht, egal wie mächtig der Gegner dabei sein mag. Die Geschichte lässt sich auch als Symbol für die Öffnung der Meere für den lokalen Fischfang deuten, in einer Zeit in der Karachi von einem kleinen Fischerdorf zu einer Megacity herangewachsen ist.

18:00-19:00  |  Alternative Möglichkeiten zur Selbstständigkeit
Paneldiskussion moderiert von Molemo Moiloa  

João Roxo und Russel Hlongwane, vom Kreativgespann thirdspace, präsentieren ihr Projekt The hands that feed you. Es thematisiert den Handel mit Second-Hand-Kleidung und zeigt auf, wie dieses neutrale Produkt politisch instrumentalisiert wird, um die wirtschaftliche Kluft zwischen Afrika und Europa aufrechtzuerhalten. Das Duo führt dazu ein Gespräch mit dem kenianischen Ökonom James Shikwati. Die Moderation übernimmt Molemo Moiloa. Thirdspace will die weltweiten Abhängigkeitssysteme und deren Folgen für Afrika nachzeichnen und zudem strategische Antworten des Kontinents auf diese globale Ordnung aufzeigen. Mit den Mitteln des „Spekulativen“ und des Designs haben die beiden Künstler daraus eine fünfminütige experimentelle Dokumentation erstellt. Im Anschluss tragen sie die Ergebnisse einer einjährigen Umfrage zu den Themen Design, Abhängigkeit und Zerrüttung vor.

19:00-20:30  |  Silvia Rivera Cusicanqui & Silvia Federici in discussion
Ein Abendgespräch zwischen Silvia Federici and Silvia Rivera Cusicanqui. Die beiden feministischen Denkerinnen und Aktivistinnen besprechen Fragen der Extraktion, die politische Ökonomie des Denkens und die strategische Aneignung von Diskursen, wie sie von Wissenschaftler*innen des globalen Südens in den Institutionen des globalen Nordens angewendet wird. Gemeinsam werden sie sich über den gegenwärtigen Frauen*kampf austauschen und über die anhaltende transnationale Ausbeutung und Enteignung von Communities. Das Gespräch wird von Elena Agudio und Monaí de Paula Antunes moderiert.

20:30-21:30  |  Gold & Coal (Radioversion)
komponiert und produziert von Daniel Kötter and Marcin Lenarczyk
Gold & Coal ist eine indonesisch-deutsche Zusammenarbeit, die untersucht, wie der Bergbau Geographie, Wirtschaft und die Umverteilung der Menschen beeinflusst, indem es den Kontext der weltgrößten Kupfer- und Goldmine in Timika, West Papua, mit den postindustriellen Landschaften im ehemaligen Braunkohlerevier der DDR um Leipzig herum verbindet.
Gold & Coal (Radioversion) basiert auf einer Performance und einem VR-Filmprojekt von Kötter/Israel/Limberg und hat zwei Komponenten: Ein 53’ Radiostück, komponiert auf Grundlage von Field recordings aus den Kohle-Regionen in Papua/Indonesien und in der Nähe von Leipzig/Deutschland und ein fünfteiliges Libretto, als PDF zum Herunterladen und gleichzeitigem Lesen während der Sendung:  21:30 - 22:00  |  ChinAfrika
Interview mit Jochen Becker
Das Recherche- und Kunstprojekt „Chinafrika. under construction“ von metroZones e.V. hat sich auf eine Spurensuche nach den kulturellen Beziehungen zwischen China und Afrika begeben. Zusammen mit zahlreichen Partnern in Lagos, Johannesburg, Hong Kong, Leipzig, Weimar und Graz entwickelten afrikanische, chinesische und europäische Künstler/innen, Kurator/innen und Theoretiker/innen in einem auf zwei Jahre angelegten Austauschprozess gemeinsam künstlerische Positionen. Diese wurden als „Wanderbaustelle“ in Form von Workshops und Konferenzen, Ausstellungen, Performances und Filmscreenings in Europa, Afrika und Asien präsentiert.
 
22:00-23:00  |  Norient in Nairobi - Kenya’s music hub
Sogenannte Bedroom-Produzent*innen produzieren auch in Kenias Hauptstadt ihre Musik in kleinen Studios zuhause oder bei Freundinnen und Freunden – in armen und reichen Stadtteilen. Sie stellen dabei gängige Machtverhältnisse im lokalen und globalen Musikmarkt auf den Kopf und bauen für sich alternative Karriere- und Lebenswege. Eine Stunde mit Stimmen und Musik aus Nairobi.

23:00-23:30  |  Alai K presents Disco Vumbi
Der Name Disco Vumbi entspringt einer kenianischen Redewendung aus den 70ern, die für Leute verwendet wurde, die vom Tanzen auf der Straße Staubbdeckt nach Hause kamen. Als ehemaliges Mitglied des  berüchtigten Ukoo Flani-Hip-Hop-Kollektivs aus Nairobi bringt Alai K mit Disco Vumbi lokale Musikstile wie Chakacha und Benga in die Gegenwart.

23:30-24:00  |  Latitude at Night - talking through the day
Kolleg*innen des Goethe-Instituts besprechen das Programm des Tages: Asma Diakité (Johannesburg), Cara Snyman (Johannesburg) und Daniel Stoevesandt (Windhuk).

Links