Identitäten

2019 Nyeri, Kenia: Kenias Freiheitskämpfer gegen die britische Kolonialherrschaft namens „Mau Mau“ gedachten der Hinrichtung ihres Führers Dedan Kimathi am 18. Februar 1957 Foto (Detail): Billy Mutai © picture alliance/ZUMA Press
Dekolonisierung und sprachliche Emanzipation

Einfach zerstören, zerstören, zerstören

„Mit dem Sprechen afrikanischer Sprachen ist viel Gewalt verbunden“: ein Interview mit Ngũgĩ wa Thiong’o, dem wohl bekanntesten kenianischen Romanautor, der alle seine Werke auf Gĩkũyũ schreibt. 

Sonntagsgottesdienst einer katholischen Gemeinde in der Provinzhauptstadt Kuito, knapp eine Flugstunde von Luanda entfernt Foto (Detail): Thomas Schulze © dpa-Report
Portugiesisch im kulturellen Austausch mit den Bantu-Sprachen

Die Sprachen Angolas

Das in Angola seit der Kolonialzeit gesprochene Portugiesisch ist bis heute stark von schwarzafrikanischen Einflüssen geprägt, die Teil der Erfahrungen der Bantu sind und nur in den Nationalsprachen Angolas existieren. José Luís Medonça über „Portungolano“ und dessen Widerhall auf die portugiesische Sprache.

„Shark Island and its Hinterland“ („Die Insel Shark Island und ihr Hinterland“), !Nami#Nus/Lüderitz 2012 Foto: Nicola Brandt
Hinterfragung der Norm

In der Kritik: der Landschaftsbegriff

Die wechselseitige Beziehung zwischen Landschaft und Identität erfordert eine kritische Neubetrachtung des überkommenen Landschaftsgenres in Kunst und Fotografie. Die namibische Künstlerin Nicola Brandt fordert einen verständnisvollen Landschaftsbegriff.

Die Iris „Moraea Vuvuzela“ wurde erst kürzlich als neue Pflanzenart in Südafrika entdeckt. Der Name der Blume wurde der ersten Fußball-Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent gewidmet. Foto (Detail): John Manning © picture alliance /dpa
Museen dekolonisieren

Das schwarze Gärtnern weist den Weg

So wie das Gärtnern als einstiger Akt kolonialer Nötigung in den Townships von Johannesburg eine neue Qualität erhält, könnte auch das Entkolonialisieren von Museen gelingen, findet Molemo Moiloa.

Die First Lady der USA, Melania Trump, und Direktorin Maureen Masiin in der Chipala Primary School in Lilongwe in Malawi mit Kindern, die Englisch und Chichewa lernen Foto (Detail): Andrea Hanks UPI Photo © picture alliance/Newscom
Linguistische Dekolonialisierung

Afrikanische Sprachen noch immer benachteiligt

Leider können nicht viele afrikanische Länder von sich behaupten, eine Landessprache zu haben. Der namibische Jurist Christian Harris über die Notwendigkeit, die Politik und Haltung Afrikas gegenüber indigenen Sprachen zu überdenken.

Performance des Künstlers Jelili Atiku 2018 bei der Ausstellung „Ex Africa“ in Sao Paulo Foto (Detail): Dario Oliveira © picture alliance/ZUMA Press
Konstruktion des Anderen

„Brasilien ist immer noch vom Rassismus durchdrungen“

Welchen Einfluss hatten die Reiseberichte von europäischen Naturforschern des 19. Jahrhunderts auf die Herausbildung von rassistischen Stereotypen? Ein Interview mit dem brasilianischen Anthropologen Renato da Silveira.

Musikfestival „Carnaval de gongo de Roda D'Agua“ im Norden Brasiliens, das vor 100 Jahren in der Kultur der Sklaven seinen Ursprung fand. Foto (Detail): Diego Herculano © picture alliance
Afrikanisches Kulturerbe in Brasilien

Vom offiziellen Bildungs­system vernachlässigt

Junge Schwarze und afrikanischstämmige Menschen sind in Brasilien nach wie vor Polizeigewalt ausgesetzt. Das Bildungssystem des Landes folgt weiterhin ethnozentrischen Mustern.

Bildtapete mit brasilianischer Landschaft von Jean-Jacques Deltil nach Motiv von Johann Moritz Rugendas Foto (Detail): akg-images © picture alliance
Koloniale Kunst

Südlich der europäischen „Brasiliana”

Wie können Künstler*innen im globalen Süden dazu beitragen, den Weg in eine verblassende und manchmal scheinbar in Vergessenheit geratene Vergangenheit zu zeigen? Und dabei die kulturelle, politische, soziale und wirtschaftliche Vision der Region artikulieren und neu definieren?

Eine Frau steigt in einen öffentlichen Bus „Matatu“ ein, während sich das Land auf den Besuch des US-Präsidenten Barack Obama in Kenias Hauptstadt Nairobi am 24. Juli 2015 vorbereitet. Obama reiste damals in die Heimat seines Vaters und weckte viel Hoffnung und Begeisterung auf dem Kontinent. Foto (Detail): Noor Khamis © picture alliance / REUTERS
Sich überschneidende Grenzen

Das postkoloniale Nairobi in Bewegung

Nairobi repräsentiert sowohl Kontinuitäten mit, als auch Brüche vom Kolonialismus. Da Nairobi, räumlich betrachtet, von komplexer Dichte ist, ist es wichtig, diesen Aspekt im Blick zu behalten. 

Rachel Nyangombe und Bebson de la Rue im Video Video-Still: Chris Shongo
Postkoloniale Musik

Die Stille nach dem Beat

Wie passen Raves und Kolonialismus zusammen? Die Künstlerin Henrike Naumann kehrt am Beispiel des belgischen „New Beat“, einer frühen Version des europäischen Techno, auf verspielte Art koloniale Praktiken um.

Afrofuturismus im Film: Szene aus dem Marvel-Blockbuster „Black Panther“ Foto (Detail): © picture alliance/AP Photo
Afrofuturismus

Mehr als schwarze Science-Fiction

Futuristische Welten sind meist von westlichen Zukunftsideen besetzt. Wie festgelegt das Genre ist, wird klar, wenn wir uns dem Afrofuturismus zuwenden: In Film, Literatur, Kunst und Musik existiert ein afrikanischer Gegenentwurf, der mehr vorhat, als schwarze Protagonisten in den Weltraum fliegen zu lassen.

Moloch: Kongo-Fluss Foto (Detail): epa Bothma © picture alliance
Mythos Kongo

Zwischen Fiktion und Realität: eine Performance, die vereint

Politische Herausforderungen, monsunartiger Regen, fehlende Infrastruktur und ein Text in drei Sprachen: Die Darstellenden in „Fluss im Bauch“ hatten höchstes Engagement zu leisten. Die kongolesische Journalistin Missy Bangala war in die aufregende Theaterproduktion in Kinshasa involviert und verfasste im Anschluss an die Premiere im März 2019 diesen poetischen Bericht.