Kunst und Aktivismus Die Farbe der Menschheit

Dekolonisierung: Bild des Malers Mokodu Fall – sein erstes großes Wandgemälde, das Portrait eines jungen Aktivisten und Feldarbeiters aus Mali, Soumaila Sacko, der im Alter von 29 Jahren nahe der Baracken der afrikanischen Feldarbeiter in Süditalien erschossen wurde
Bild des Malers Mokodu Fall: sein erstes großes Wandgemälde – das Portrait eines jungen Aktivisten und Feldarbeiters aus Mali, Soumaila Sacko, der im Alter von 29 Jahren nahe der Baracken der afrikanischen Feldarbeiter in Süditalien erschossen wurde | Foto (Detail): © Maik Reichert

Mit Mode und Malerei setzt der Künstler Mokodu Fall ein Zeichen gegen den Rassismus in der Welt. Der Senegalese lebt seit mehr als 20 Jahren in Italien und seine Werke sind in Galerien, aber auch auf den Straßen und Laufstegen der ganzen Welt zu sehen. Eine Multimedia-Reportage.

Von Sarah Wollberg (Texte, Interviews) und Maik Reichert (Fotos/Kamera, Interviews)

Wir treffen den Maler und Mode-Designer Mokodu Fall in der Via Assisi in den Räumlichkeiten der Ausländerbehörde der Stadt Rom. Dort hängen die Gemälde seiner Ausstellung Der Garten der Liebe. Eines der Bilder werden wir mit ihm von dort zu Fuß in das römische In-Stadtviertel Pigneto bringen, wo er Teil einer Ausstellung im Nuovo Cinema Aquila mit 20 weiteren Künstler*innen sein wird.
  • Dekolonisierung: Bild des Malers Mokodu Fall – sein erstes großes Wandgemälde, das Portrait eines jungen Aktivisten und Feldarbeiters aus Mali, Soumaila Sacko, der im Alter von 29 Jahren nahe der Baracken der afrikanischen Feldarbeiter in Süditalien erschossen wurde Foto (Detail): © Maik Reichert
    Bild des Malers Mokodu Fall: sein erstes großes Wandgemälde – das Portrait eines jungen Aktivisten und Feldarbeiters aus Mali, Soumaila Sacko, der im Alter von 29 Jahren nahe der Baracken der afrikanischen Feldarbeiter in Süditalien erschossen wurde
  • Dekolonisierung: Mokodu Fall in seiner Ausstellung „Der Garten der Liebe“ © Maik Reichert
    Mokodu Fall in seiner Ausstellung „Der Garten der Liebe“
  • Dekolonisation: Mokodu Fall: Aus allen seinen Bildern sticht die Farbe Rot hervor. Für ihn ist sie die Farbe der Menschheit © Maik Reichert
    Mokodu Fall: Aus allen seinen Bildern sticht die Farbe Rot hervor. Für ihn ist sie die Farbe der Menschheit
  • Dekolonisierung: Mokodu Fall – Seit einigen Jahren überträgt er seine Malerei auf Kleidung. Seine Bilder sind nicht mehr nur in Galerien, sondern auf den Straßen und Laufstegen der ganzen Welt zu sehen. © Maik Reichert
    Mokodu Fall: Seit einigen Jahren überträgt er seine Malerei auf Kleidung. Seine Bilder sind nicht mehr nur in Galerien, sondern auf den Straßen und Laufstegen der ganzen Welt zu sehen.
  • Mokodu Fall © Maik Reichert
    Mokodu Fall
  • Dekolonisierung: Bild des Malers Mokodu Fall, sein erstes großes Wandgemälde, das Portrait eines jungen Aktivisten und Feldarbeiters aus Mali, Soumaila Sacko, der im Alter von 29 Jahren nahe der Baracken der afrikanischen Feldarbeiter in Süditalien erschossen wurde © Maik Reichert
    Bild des Malers Mokodu Fall: sein erstes großes Wandgemälde, das Portrait eines jungen Aktivisten und Feldarbeiters aus Mali, Soumaila Sacko, der im Alter von 29 Jahren nahe der Baracken der afrikanischen Feldarbeiter in Süditalien erschossen wurde
Mokodu stammt aus dem Senegal und ist seit über 20 Jahren in Italien. Er wollte schon immer Maler werden. Seine Werke sind von Afrika und von anderen Orten in der ganzen Welt beeinflusst. Er fühlt sich überall ein bisschen zugehörig. Er kommt aus Dakar, aber Rom ist heute genauso seine Stadt. Aus allen seinen Bildern sticht die Farbe Rot hervor. Für ihn ist sie die Farbe der Menschheit: „Egal woher wir kommen, in uns allen fließt die gleiche Farbe.“

Menschenrechte und Träume

Hier befindet sich auch sein erstes großes Wandgemälde: das Portrait eines jungen Aktivisten und Feldarbeiters aus Mali, Soumaila Sacko, der im Alter von 29 Jahren nahe der Baracken der afrikanischen Feldarbeiter in Süditalien erschossen wurde. „Wir müssen uns besser kennenlernen und unsere Ängste abbauen. Nur so können wir eine friedliche Welt schaffen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschenrechte für alle Menschen gelten.“

Rassismus ist für Mokodu ein weltweites Problem. Es gibt ihn überall und deshalb müssen wir ihn auch gemeinsam bekämpfen. Beginnen sollte man bei sich selbst: „Jeder trägt etwas ganz Besonderes in sich. Man sollte alles tun, um das zu verwirklichen!“

Von der Galerie auf die Laufstege

Kunst und Aktivismus sind für Mokodu ganz natürlich miteinander verbunden. Es ist seine Art, sich für mehr Gerechtigkeit einzusetzen und mit Menschen in den Dialog zu treten. Seit einigen Jahren überträgt er seine Malerei auf Kleidung. Seine Bilder sind nicht mehr nur in Galerien, sondern auf den Straßen und Laufstegen der ganzen Welt zu sehen.

Wenn er sieht, dass die Leute seinen Garten der Liebe tragen, wird sein ganz persönlicher Traum wahr. Es ist ihm sehr wichtig, der Welt etwas Schönes zu geben. „Alle Länder sollten mehr in Bildung und Kultur investieren. Wenn wir in diese Richtung gehen, können wir etwas verändern.“ Das ist seine kleine Vision. Und während wir ihn am Abend in die Ausstellung im Pigneto begleiten, ist es unmöglich, sich diese nicht in groß auszumalen.