Podiumsdiskussionen Alles vergeht, außer der Vergangenheit

Roundtable-Talk mit Karel Arnaut, Grace Ndiritu, Wayne Modest, Dada Kahindo und Ayoko Mensah
Roundtable-Talk mit Karel Arnaut, Grace Ndiritu, Wayne Modest, Dada Kahindo und Ayoko Mensah | © Caroline Lessire
  • 01. Januar 2019 — 31. Oktober 2020

  • Restitution, Rolle der Museen, Koloniales Erbe, Kultur der Erinnerung, Postkoloniale Kunstproduktion

  • Brüssel (Belgien); Lissabon (Portugal); Barcelona (Spanien); Bordeaux (Frankreich)

Ein Netzwerk zum Umgang mit kolonialen Objekten in europäischen Ländern ist das Ziel des Projektes „Alles vergeht, außer der Vergangenheit“. Expert*innen aus Belgien, Spanien, Frankreich und Portugal verzahnen ihre bislang isolierten Diskurse und setzen sich künstlerisch mit dem Thema auseinander.

Alles vergeht, außer der Vergangenheit ist ein Großprojekt des Goethe-Instituts Brüssel in Zusammenarbeit mit den Goethe-Instituten in Belgien, Frankreich, Italien, Portugal, Spanien und verschiedenen anderen Partnern, wie dem Afrikamuseum Tervuren, L'ISELP (Brüssel), Museu Etnològic i de Cultures del Món (Barcelona) Museo Musée d'Aquitaine (Bordeaux) und Culturgest (Lissabon). Im Mittelpunkt steht der Umgang mit dem kolonialen Erbe in diesen Ländern: als künstlerisch-diskursive Auseinandersetzung mit einer Vergangenheit, die in den Museen, im öffentlichen Raum und in Bildarchiven der Region präsent ist.

Der Titel des Projekts stammt von Luc Huyse. Der belgische Soziologe beschreibt in seinem gleichnamigen Buch, wie Menschen von Afghanistan bis Simbabwe mit den Schmerzen der Besatzung und Kolonisation zurechtkommen. Die kollektive Neubewertung der Vergangenheit ist der Kern dieses Projekts, das beweisen will: Was vergangen zu sein scheint, verblasst nicht. Ein ehrlicher Blick auf die Kolonialgeschichte und deren Auswirkungen auf die Gegenwart bedeutet, dass wir sicheren Boden verlassen müssen, um die Machtstrukturen, die wir weiterhin anwenden und reproduzieren, neu zu definieren und zu überdenken.

Das zweijährige Projekt Alles vergeht, außer der Vergangenheit schlägt einen künstlerischen und diskursiven Umgang mit den Überresten des Kolonialismus vor: mit Denkmälern und anderen Spuren des Kolonialismus im urbanen Raum oder in der Populärkultur, mit Filmarchiven oder Artefakten, die von europäischen Museen und Sammlern während der Kolonialzeit erworben wurden – meist unter zweifelhaften Umständen. 2019 fanden vier verschiedene Workshops in Brüssel, Lissabon, Bordeaux und Barcelona statt, begleitet von mehreren öffentlichen Veranstaltungen, um weit verstreutes Wissen zusammenzutragen. Ziel war es, sich einen Überblick über Praktiken und Möglichkeiten zu verschaffen und einen Raum zu entwickeln, in dem Konflikte ohne die übliche automatische Bildung von starren Fronten ausgetragen werden können. Die Ergebnisse der Forschung werden in einer Publikation zusammengefasst und bei einem Festival in Turin im Oktober 2020 vorgestellt.

Beteiligte: Africa Museum Tervuren (Brüssel/Belgien), Kunstzentrum L’ISELP (Belgien), Culturgest (Lissabon/Portugal), Cinemateca Portuguesa (Lissabon/Portugal), Museu Etnològic i de Cultures del Món (Barcelona/Spanien), Musée d'Aquitaine (Bordeaux/Frankreich), Künstlerkollektiv Mémoire Coloniale et Lutte contre les Discriminations, Goethe-Institute Belgien, Frankreich, Italien, Portugal, Spanien

Verantwortlich im Goethe-Institut: 
Dr. Jana Haeckel – Projektkoordinatorin, Goethe-Institut Brüssel (Belgien)