Künstlerischer Diskurs Counter-Memories

Counter Memories Key Visual
© Goethe-Institut
  • 07. Dezember 2020 — 31. Oktober 2021

  • Kultur der Erinnerung, Postkoloniale Kunstproduktion, Aufarbeitung kolonialer Vergangenheit

  • Toronto (Kanada)

Die Gesprächsreihe „Counter-Memories“ untersucht internationale Denkmäler und Gedenkstätten, deren symbolische Bedeutung das Verhältnis von Kulturen zu ihrer Geschichte entlarvt.

Um das historische Gedächtnis an verschiedenen Orten zu beleuchten, bringen die Goethe-Institute in Nordamerika, das Thomas-Mann-Haus in Los Angeles und die Onassis Foundation Los Angeles Künstler*innen, Aktivist*innen und Intellektuelle zusammen. Sie treffen sich zu virtuellen Gesprächen zum Thema Erinnerungskultur, die in Videoclips um historische Zeugnisse, Bilder und Videos ergänzt werden. 

Anlass des Projekts sind die jüngsten Proteste und Interventionen rund um Statuen konföderierter Generäle und Persönlichkeiten wie Kolumbus und Bismarck, die den Wunsch widerspiegeln, die vorherrschende Geschichte und ihr fortwährendes Vermächtnis in der Gegenwart zu korrigieren und kritisch zu hinterfragen.

Zum Auftakt des Projekts Counter-Memories stand die Synagoge in Stommeln im Mittelpunkt. Sie ist einer der wenigen Orte des öffentlichen jüdischen Lebens in Deutschland, der während der Pogrome von 1938 nicht zerstört wurde. Um diesem Ort eine neue Wahrnehmung und Aufmerksamkeit in der Bevölkerung zu verschaffen, beleuchtete der Konzeptkünstler und Professor für öffentliche Kunst Mischa Kuball die Synagoge über einen Zeitraum von acht Wochen. Wie eine Lichtskulptur warf das Gebäude Licht auf seine Umgebung und wurde zu einem weithin sichtbaren Symbol. Im folgenden Video führt der Künstler durch die Synagoge in Stommeln bei Köln und erzählt die fast vergessene Geschichte dieses besonderen Ortes. Im Gespräch mit dem Kurator Paul Holdengräber gibt er zudem Einblicke in künstlerische Projekte in Stommeln, im Jüdischen Museum in Berlin und im polnischen Kattowitz.

Counter-Memories ist eine Kooperation zwischen den Goethe-Instituten in Kanada, Mexiko und den USA mit der Onassis Foundation Los Angeles und dem Thomas-Mann-Haus Los Angeles in Zusammenarbeit mit dem Projekt Shaping the Past.