Podiumsdiskussionen Nord-Südlicher Divan

Mit deutschen Geldern finanziert: der Neubau der kongolesischen Universität Goma
Mit deutschen Geldern finanziert: der Neubau der kongolesischen Universität Goma | Foto (Ausschnitt): Mika Schmidt © picture alliance
  • 01. Januar 2019 — 31. Dezember 2020

  • Postkoloniale Weltordnung, Postkoloniale Entwicklungszusammenarbeit, Dekolonisierung

  • Abidjan (Côte d'Ivoire)

Die Veranstaltungsreihe „Nord-Südlicher Divan“ hinterfragt kritisch die deutsch-afrikanischen Beziehungen. Im Zentrum steht der Diskurs über die sogenannten Entwicklungsländer als Fortsetzung eurozentrisch kolonialen Überlegenheitsdenkens. Die These: Auf die „Zivilisierung der Unzivilisierten“ folgte in der Region Subsahara-Afrika in der Nachkriegszeit die „Entwicklung der Unterentwickelten“.

Die Reihe Nord-Südlicher Divan mit Vorträgen und moderierten Diskussionsrunden widmet sich dem deutschsprachigen Postkolonialismus-Diskurs aus unterschiedlichen Perspektiven der Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Der Schwerpunkt liegt auf afrikanisch-deutschsprachiger und europäischer Geschichte, Literatur, Politik, Wirtschaft und Kultur.

Themen sind beispielsweise: Afrika und der literarische Postkolonialismus-Diskurs; deutsche Afrikaterminologien; postkoloniale Literatur außerhalb des deutschsprachigen Sprach- und Kulturraums oder die interkulturelle Gedächtniskultur (post-) kolonialer Erinnerungsorte in Deutschland und in Afrika.

Vertreter*innen unterschiedlicher Disziplinen diskutieren diese (post-) kolonialen Ansätze kontrovers auch im Hinblick auf die Schlüsselbegriffe „Entwicklung“ und „Globalisierung“ im deutsch-afrikanischen Kontext. Im Mittelpunkt steht das Verhältnis von Entwicklungsforschung und postkolonialen Studien.

Mit „postcolonial studies“ wird ein nur lose definiertes interdisziplinäres Feld von Perspektiven, Theorien und Methoden bezeichnet, das sich mit der Analyse der nicht-materiellen Dimensionen kolonialer Herrschaft befasst. Demnach erschöpft sich post-kolonial nicht in einem zeitlichen „danach“ und beschreibt nicht einfach die Situation nach dem formalen Ende kolonialer Herrschaft. Postkoloniale Kritik zielt auch auf die Dekonstruktion und Überwindung von Denkmustern und zentralen Annahmen des kolonialen Diskurses.