Kunstprojekte Echos des Südatlantiks

Kunstprojekt: Rethinking the aesthetics of the colony
Kunstprojekt: Rethinking the aesthetics of the colony | Foto: © Studio Musa M. Mattiuzzi: Hirosuke Kitamura, Salvador, Bahia, Brasilien
  • 23. April 2018 — 31. Dezember 2020

  • Postkoloniale Weltordnung, Kultur der Erinnerung, Postkoloniale Kunstproduktion, Aufarbeitung kolonialer Vergangenheit

  • Berlin (Deutschland); Dakar (Senegal); Salvador (Brasilien)

Welche kulturellen Wechselbeziehungen bestehen heute zwischen Afrika und Südamerika, nach Jahrhunderten der europäischen Hegemonie und Kolonialisierung? Wie könnte die kulturelle Zukunft des Südatlantiks aussehen? 16 Künstlerinnen und Künstler aus Afrika, Südamerika und Europa entwickeln unter dem Titel „Echos des Südatlantiks“ gemeinsam Projekte zu den kulturellen Verbindungslinien der Kontinente und fragen nach dem kulturellen Potential der Süd-Süd-Beziehungen.

Die Projekte werden von 2018 bis 2020 umgesetzt und greifen vielfältige Themen auf, wie Karnevalstraditionen zwischen den Kontinenten, postkoloniale Ästhetiken in Tanz und Performance oder den Klang des Südatlantiks. Erste Projektergebnisse werden im Juli 2019 im Haus der Kulturen der Welt in Berlin vorgestellt. Zum Projektabschluss werden alle Ergebnisse im Rahmen der Dak’Art 2020, der Biennale in Dakar, präsentiert.

Bis ins 15. Jahrhundert war der Atlantik eine wahrnehmbare Grenze zwischen Afrika und Europa einerseits und Amerika auf der anderen Seite. Der Überwindung dieser Grenze folgte die wohlbekannte Geschichte der „Entdeckungen“: Kolonisierung, Versklavung, Ausbeutung, Migration und Wohlstand in Europa. Die sich durch den Austausch zwischen den drei Kontinenten entwickelnde Dynamik mündete in einer kulturellen Verbindung, die alle drei Kontinente fundamental veränderte. Inzwischen haben sich politische, kulturelle und ökonomische Konstellationen verändert, und Europa verliert seine relative Bedeutung. Zugleich nehmen das gegenseitige Interesse und der Austausch zwischen Afrika und Südamerika zu.

Wie steht es um das Atlantische Dreieck im 21. Jahrhundert, fragte im Rahmen des Projekts die Tagung „Echos des Südatlantiks – Über die Zukunft süd-transatlantischer Beziehungen“ 2019 in Berlin. Bei der Auftaktkonferenz 2018 in Salvador da Bahia (Brasilien) ging es vor allem um neue Historiografien, um Migration und Vertreibung sowie um die Zivilgesellschaften der Zukunft. 

Video: Keynote „A Rise in Humanity“ von Felwine Sarr 2019 auf der Konferenz in Berlin: 


Verantwortlich im Goethe-Institut: 
Julian Fuchs und Anja Riedeberger – Projektkoordinator*innen im Goethe-Institut São Paulo (Brasilien)