Theateraufführungen Fluss im Bauch

Theaterproduktion „Fluss im Bauch“ in Kinshasa
Theaterproduktion „Fluss im Bauch“ in Kinshasa | Foto (Videostandbild): © Mdumisi Nxele
  • 01. März 2019 — 06. Juli 2019

  • Postkoloniale Weltordnung, Postkoloniale Kunstproduktion, Aufarbeitung kolonialer Vergangenheit

  • Kinshasa (Demokratische Republik Kongo); Graz (Österreich); Mannheim (Deutschland); Wien (Österreich)

Der mächtige Kongo dient im Theaterstück „Fluss im Bauch“ als Metapher für das postkoloniale kongolesische Lebensgefühl. Der Strom war der Transportweg zur Ausbeutung des Landes und symbolisiert inzwischen Leben und Identität, aber auch erneute Bedrohungen durch Armut, Korruption und Kriminalität.
 

Das Theaterstück Fluss im Bauch basiert auf dem gleichnamigen Text von Fiston Mwanza Mujila, den der kongolesische Autor für die Inszenierung noch um einige neue Passagen ergänzt hat. Mwanza Mujila schreibt darin über das heutige Leben am Kongo und die gegenwärtigen Probleme der Menschen, die an seinen Ufern leben.

Die deutsch-österreichisch-kongolesische Kooperation dekonstruiert die europäische Sichtweise auf die Kolonialzeit im Kongo. Der Fluss wird nicht mehr als Kulisse oder das mit rassistischen Stereotypen belegte „Andere“ dargestellt: als die Finsternis, das Schwarze, das Dunkel, das Wilde, Ungezähmte, das Unbekannte, Bedrohliche, Nicht-Zu-Durchdringende – ein Ort, an dem die Natur jahrtausendealt ist, der Mensch jedoch ohne Geschichte. Der postkoloniale Blick ermöglicht fluidere Formen des Aufeinandertreffens, ein Ineinanderfließen, das Entsorgen oder zumindest Verflüssigen des Diktums des „Anderen“.

Während einer 7-wöchigen Probenphase mit anschließender Premiere wurde das Stück im Frühjahr 2019 in Kinshasa erarbeitet. Im Juni und Juli 2019 fanden Aufführungen am Schauspielhaus Wien, in Graz und am Nationaltheater Mannheim statt.

Beteiligte: Goethe-Institut Kinshasa (Kongo), Fiston Mwanza Mujila (Kongo), deutsch-österreichisch-kongolesische Kooperation: Regie (Österreich), Choreographie (Kongo), Schauspiel (Deutschland/Österreich/Kongo), Tanz (Kongo), Musik (Kongo), Dramaturgie (Deutschland) und Ausstattung (Österreich)

Team
Autor: Fiston Mwanza Mujila
Regie: Carina Riedl
Dramaturgie: Kerstin Grübmeyer
Produktionsleitung: Stephan Werner
Choreografie: Dorine Mokha
Musik: Huguette Tolinga Lola
Video: Nelson Makengo
Kostüm, Bühne: Otto Krause
Performance: Dada Kahindo; Nicolas van Diepen; Magdalena Chowaniec
Produktion: Astrid Matron, Goethe-Institut Kinshasa