Künstlerischer Diskurs Gestaltung der Vergangenheit

Dekolonisierung – Monument-Lab-Stipendiat Joel Garcia (Los Angeles): Der in Südkalifornien (USA) lebende Künstler stammt aus einer Familie des indigenen mexikanischen Volks der Huichol, die unter der Massenvertreibung der Ureinwohner*innen Amerikas litt. Er beschäftigt sich sein Leben lang kreativ mit der Erforschung und Analyse weißer Vorherrschaft sowie der Erfahrung mit ihr.
Monument-Lab-Stipendiat Joel Garcia (Los Angeles): Der in Südkalifornien (USA) lebende Künstler stammt aus einer Familie des indigenen mexikanischen Volks der Huichol, die unter der Massenvertreibung der Ureinwohner*innen Amerikas litt. Er beschäftigt sich sein Leben lang kreativ mit der Erforschung und Analyse weißer Vorherrschaft sowie der Erfahrung mit ihr. | © CJ Willis
  • 01. Januar 2020 — 31. Dezember 2021

  • Kultur der Erinnerung, Postkoloniale Kunstproduktion, Aufarbeitung kolonialer Vergangenheit

  • Philadelphia (USA); Berlin (Deutschland); Washington (USA)

„Gestaltung der Vergangenheit“ regt die künstlerische Auseinandersetzung mit rassistischen und kolonialistischen Denkmälern als Teil der kollektiven Erinnerung in Nordamerika sowie in Deutschland an. Das multidisziplinäre Projekt fördert den länderübergreifenden Austausch zwischen Kunstschaffenden, Kurator*innen und Historiker*innen mit dem Ziel, Denkmäler neu zu gestalten.

Orte des Gedenkens wie Denkmäler, Statuen, Parks und Straßennamen formen die kollektive Wahrnehmung einer Gesellschaft. Sie beeinflussen maßgeblich, was wahrgenommen, gelöscht und verleugnet wird. Erinnerungsarbeiter*innen beleuchten die (Un-)Sichtbarkeit und das Potenzial verschiedener Deutungen der Vergangenheit im öffentlichen Raum. Das Projekt Gestaltung der Vergangenheit bringt Erinnerungsarbeiter*innen aus mehreren Städten Amerikas und Deutschlands zusammen, die innovative Wege beim Bau und der Sanierung von Denkmälern in ihrem lokalen Kontext beschreiten.

18 Künstler*innen aus den USA, Mexiko, Kanada und Deutschland werden über ein transnationales Fellowship-Programm gefördert, neue kreative Absätze für öffentliche Kunst, Geschichte und Erinnerung zu entwickeln. Gestaltung der Vergangenheit umfasst 2020 zudem eine Online-Konferenz sowie verschiedene „Unconferences“ in nordamerikanischen Städten und in Deutschland. 2021 mündet das Projekt in eine Ausstellung sowie eine Publikation der Projekte der Stipendiat*innen als eine umfassende Intervention in die bestehende Denkmallandschaft und für deren Erneuerung.

Gestaltung der Vergangenheit ist eine Kooperation des Goethe-Instituts mit Monument Lab – einem unabhängigen Atelier für Kunst im öffentlichen Raum und Geschichte in Philadelphia/USA, das sich dem kritischen Diskurs über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Denkmälern widmet – und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Deutschland.

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