Provenienzforschung International Inventories Programme

Dennis Opudo, der Leiter der Anthropologischen Abteilung des Nairobi Nationalen Museums, in der ethnografischen Sammlung des Museums
Dennis Opudo, der Leiter der Anthropologischen Abteilung des Nairobi Nationalen Museums, in der ethnografischen Sammlung des Museums | Foto (Detail): Gioia Forster © picture alliance
  • 01. Januar 2019 — 31. Dezember 2021

  • Restitution, Provenienzforschung, Rolle der Museen, Postkoloniale Kunstproduktion, Aufarbeitung kolonialer Vergangenheit

  • Nairobi (Kenia); Köln (Deutschland); Frankfurt am Main (Deutschland)

Das internationale Forschungs-, Datenbank- und Ausstellungsprojekt  „International Inventories Programme“ (IIP) erfasst kenianische Kunstwerke, die sich seit der Kolonialzeit in Museen und Sammlungen außerhalb Kenias befinden. Bisher sind bereits mehr als 32.500 Objekte bekannt. Neben dem Aufbau einer Datenbank dieser Artefakte und der Erforschung der Erwerbsgeschichte finden künstlerische Auseinandersetzungen sowie Ausstellungen in Kenia und Deutschland statt.

Wie können kenianische Kulturgüter, die sich im Besitz von Kulturinstitutionen –  etwa in Europa und den USA – befinden, auch in Kenia zugänglich gemacht werden? Diese Frage beschäftigt das International Inventories Programme (IIP). Den Umfang und die Erwerbsgeschichte kenianischer Objekte in Museen und Sammlungen außerhalb Kenias zu erforschen und transparent zu machen, ist das Hauptanliegen der globalen Inventur. Mindestens 32.501 kenianische Objekte befinden sich gegenwärtig (Stand der Datenbank am 24. Februar 2021) nicht mehr in ihrem Ursprungsland, sondern in Deutschland, Großbritannien, Schweden, Belgien, USA, Italien und Frankreich.

Neben der wissenschaftlichen Erfassung der Kunstwerke geht es auch um die Rezeptionsgeschichte im Ausland, welche Rolle die Objekte dort spielen und welche Geschichten sie erzählen. Kunstschaffende, Museumsfachleute und Forscher*innen aus den beteiligten Ländern untersuchen gemeinsam die „Translokation“ bedeutender Objekte von Kenia nach Europa. Welche Erinnerungen haben diese Objekte beziehungsweise deren Lücken zurückgelassen? Wie wurden Wissensproduktion und -vermittlung dadurch beeinflusst oder transformiert? 

Die Ergebnisse dieses Prozesses werden in der Ausstellungsserie Invisible Inventories präsentiert, die am 17. März 2021 im Nationalmuseum Nairobi eröffnet – in Abwesenheit der historischen kenianischen Objekte. Anschließend werden in den Ausstellungen des Rautenstrauch-Joest-Museums in Köln ab 27. Mai 2021 und des Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main ab 5. Oktober 2021 die Kenia-Sammlungen sichtbar gemacht, die zu großen Teilen erstmals öffentlich zu sehen sind. Verbindendes Element der Ausstellungen sind die gemeinsame Forschungsarbeit der vergangenen zwei Jahre und aktuelle Positionen der Künstler*innenkollektive The Nest und SHIFT. 

Das Ausstellungsprojekt Invisible Inventories wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Projektbeteiligte

The National Museums of Kenya
Juma Ondeng’(wissenschaftlicher Mitarbeiter)
Lydia Nafula (wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Njeri Gachihi (wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Philemon Nyamanga (wissenschaftlicher Mitarbeiter)
 
Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln
Dr. Clara Himmelheber (Leiterin der Afrikanischen Sammlungen)

Weltkulturen Museum, Frankfurt
Leonie Neumann (stellvertretende Leiterin der Afrika-Abteilung)
Frauke Gathof(wissenschaftliche Mitarbeiterin der Afrika-Abteilung)
Julia Friedel (Leiterin der Afrika-Abteilung)

SHIFT
Sam Hopkins (Künstler)
Dr. Marian Nur Goni (Wissenschaftlerin)
Simon Rittmeier (Künstler)
 
The Nest
Jim Chuchu (Direktor)
Dr. Njoki Ngumi(Leiter der Abteilung Lernen und Entwicklung)
 
externe Expert*innen
Kiprop Lagat
George Gachara
George Abungu
Nanette Snoep
Freda Nkirote M’mbogori
Bénédicte Savoy