Dekolonisierung der Wissensproduktion Wessen Wissen: Dekolonisierung im Internet

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Lungi Molefe © Goethe-Institut
  • 01. Januar 2020 — 31. Dezember 2021

  • Postkoloniale Weltordnung, Postkoloniale Entwicklungszusammenarbeit, Dekolonisierung

  • Kapstadt (Südafrika); Accra (Ghana); Lagos (Nigeria); Windhoek (Namibia); Kigali (Ruanda); Addis Abeba (Äthiopien); Dakar (Senegal); Abidjan (Côte d'Ivoire); Jaunde (Kamerun); Nairobi (Kenia)

Das Projekt befasst sich mit Fragen der künstlichen Intelligenz, des maschinellen Lernens, der Auswirkungen von Algorithmen und der Frage, ob, in welchem Umfang und wie das Internet entkolonialisiert werden muss und kann.
 
Rund 75 Prozent der Online-Community leben im globalen Süden, aber nur 20 Prozent des aktiven Online-Wissens wird im globalen Süden erstellt. Aufgrund von Relevanzkriterien und Zitierregeln sowie der Dominanz weißer männlicher Autoren aus der „westlichen“ Welt kann es für afrikanisches Wissen schwierig sein, den Weg in Wikipedia zu finden, insbesondere wenn die Artikel in einer der Kolonialsprachen verfasst sind.
 
Das Projekt Wessen Wissen: Dekolonisierung im Internet setzt sich dafür ein, Artikel in afrikanischen Sprachen zu erstellen und Übersetzungen anzufertigen, damit Wissen über den afrikanischen Kontinent besser in Wikipedia und das Internet gelangen kann. Es will dafür sensibilisieren, inwieweit Algorithmen und künstliche Intelligenz Rassismen normalisieren und was dagegen unternommen werden kann. Zudem sollen insbesondere Autorinnen für die Arbeit an Wikipedia gewonnen und ausgebildet werden, die möglichst viele Artikel über afrikanische Heldinnen und weibliche Vorbilder schreiben.
 
Ein weiteres Projektziel besteht darin, WikiData und WikiCommons für mündliche Zitate zu verwenden. In vielen afrikanischen Ländern werden Informationen, Mythen, Geschichten und traditionelles Wissen mündlich weitergegeben – eine Welt des nicht geschriebenen Wissens, die ihren eigenen Regeln folgt und ihre eigenen Kunstformen kennt.
 
Nach Arbeiten zum Thema Entkolonialisierung bei der Wikimania-Konferenz 2018 in Kapstadt und in enger Zusammenarbeit mit Wikipedia-Gruppen in verschiedenen Ländern Subsahara-Afrikas sucht das Goethe-Institut in Partnerschaft mit verschiedenen Verbänden und Institutionen den Diskurs, wie Algorithmen unsere Sicht auf die Welt beeinflussen und wie Bürgerrechte im digitalen Raum verteidigt werden können. Diese Fragen werden in verschiedenen und innovativen Formaten wie Barcamps / Unkonferenzen, Editathons, Edit Jams, Editing- und Übersetzungswettbewerben, Hackathons, Diskussionsveranstaltungen und künstlerischen Interventionen behandelt.

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