Die Studie „Der Übergang von der vorintegrativen Sprachförderung zum Integrationskurs“ (2011) hat gezeigt, dass Neuzuwandernde, die bereits im Heimatland eine A1-Prüfung für das Visum abgelegt haben, eine relativ lange Zeit warten (müssen), bis sie sich im Integrationskurs in Deutschland erneut intensiv mit der deutschen Sprache und Kultur beschäftigen. Darüber hinaus zeigte die Studie unter anderem, dass es weitgehend an Lern-, Übungs- und Informationsmaterial fehlt, das auf diese Zielgruppe und deren Bedürfnisse abgestimmt ist und mit dem während der Übergangszeit eigenständig weitergelernt werden kann. Aufgrund dieses Mangels verblassen die Sprachkenntnisse oft bis zum Eintritt in den Integrationskurs. Eine hohe Motivation zum Weiterlernen ist nach Aussage der Zugewanderten jedoch vorhanden.

Zur Studie „Der Übergang von der vorintegrativen Sprachförderung zum Integrationskurs“


Das Goethe-Institut hat 2012 auf diesen Bedarf reagiert und das Webportal „Mein Weg nach Deutschland“ konzipiert.
In der ersten Projektphase, 2012 bis 2014, fiel das Portal noch unter das Arbeitsfeld Vorintegration und Übergangsmanagement und wurde vom Europäischen Integrationsfonds (EIF) gefördert. Ziel des Webportals war es, den Übergang zwischen vorintegrativen Sprachlern-, Informations- und Beratungsangeboten im Ausland und Angeboten zur sprachlichen Erstförderung sowie weiteren Integrationsmaßnahmen des Bundes in Deutschland zu optimieren. Das Internetportal verbessert und festigt dementsprechend die im Rahmen der Vorintegration erworbenen Sprach- und Landeskundekenntnisse. Weiterhin erwirbt diese besondere Gruppe an Lernenden durch Nutzung der Angebote des Portals unterschiedliche, für das Leben in Deutschland notwendige Kenntnisse wie zum Beispiel den Umgang mit verschiedenen Medien oder Orientierungswissen für ihre erste Zeit in Deutschland.

Doch die ursprüngliche Zielgruppe entwickelt sich weiter. Sie besucht den Integrationskurs oder hat diesen schon abgeschlossen, ist im deutschen Alltag angekommen und möchte nun auch beruflich Fuß fassen. Die Zielgruppe hat nun andere Bedürfnisse: Wo und wie kann ich meinen Berufsabschluss anerkennen lassen? Wer hilft mir bei der Anerkennung meines Studienabschlusses? Warum darf ich nicht sofort als Ingenieurin arbeiten? Und welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich keine Berufsausbildung habe, aber in Deutschland arbeiten möchte? Aus diesem Grund wurde das Webportal bis Mitte 2018, in dieser Projektphase kofinanziert durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF), kontinuierlich mit berufsbezogenen Übungs-, Informations- und Beratungsangeboten weiterentwickelt und bietet Zugewanderten Angebote und Hilfestellungen bei ihrem Weg - nicht nur noch nach Deutschland, aber auch in die deutsche Arbeitswelt.

Die aktuelle Projektphase bis Juni 2022 wird ebenfalls durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) kofinanziert und trägt den Titel „Ankommen in Deutschland“. Basis des Projekts ist weiterhin das Internetportal „Mein Weg nach Deutschland“, wobei der Fokus neben der Orientierung im Alltag auf Ausbildung, Arbeitsplatzsuche und Arbeitsaufnahme in Deutschland liegt.

Das Webportal wird im Zuge der aktuellen Projektphase im Hinblick auf diese Schwerpunktthemen stetig erweitert und modernisiert, zudem barrierefrei und vollständig mobilfähig angeboten. Über das Portal sollen Neuzugewanderte direkt in die Beratungs- und Integrationssysteme des Bundes vermittelt werden.

Um das Portal noch besser zugänglich machen zu können, werden im Rahmen des Projekts deutschlandweit 35 Infohäuser in öffentlichen Einrichtungen im ländlichen Raum aufgestellt, an denen sich Neuzugewanderte informieren, in der Migrationslandschaft orientieren und das Portal nutzen können.

Die Rubrik „Für Unterrichtende“ bietet darüber hinaus Hinweise, kostenfrei zugängliche und nutzbare Materialien für Lehrkräfte und Beratende.

An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an alle beteiligten Autor*innen, Entwickler*innen, Filmemacher*innen, Grafiker*innen, Redakteur*innen und Expert*innen, die dazu beigetragen haben, dass das Portal mit diesem vielseitigen Angebot nun schon so lange online stehen kann! Diese sind bei den Angeboten der Rubrik „Deutsch üben“ in der Regel direkt genannt. Weiterhin möchten wir den Autor*innen und Redakteur*innen Stefan Münchow, Freya Conesa, Joanna Chlebnikow, Csaba Gloner, Janna Degener, Ellen Bachmann, Marion Hollerung und Julia Meyer/Internationale Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit für die Erstellung oder Bearbeitung von zentralen Übungen und Texten dieses Portals unseren Dank aussprechen.

Für die finanzielle Unterstützung des Projekts bedanken wir uns bei der Europäischen Union, ohne deren Förderung die Realisierung nicht möglich gewesen wäre.

Weitere Informationen zu den Aktivitäten des Goethe-Instituts im Bereich Mobilität und Migration:
Goethe-Institut: Mobilität und Migration