The New New Fellowship Für mehr Inklusion und Vielfalt in der digitalen Gesellschaft

The New <I>New</I> Fellowships
The New New Fellowships | © Lena Ziyal

Wie wollen wir unsere digitale Gesellschaft gestalten? Mit dieser Frage setzen sich die Macher*innen hinter zwölf Projekten auseinander, die als Fellows des neuen europaweiten Stipendiums „The New New“ ausgewählt worden sind. Über einen Zeitraum von sechs Monaten (März bis August 2021) erhalten sie eine Förderung von jeweils 1.000 Euro pro Monat sowie professionelle Trainings, um ihre innovativen Ideen voranzutreiben.
 

Mit ganz unterschiedlichen Herangehensweisen zeigen die Projekte Visionen auf, wie in der digitalen Gesellschaft die Ansichten und Bedürfnisse von bislang unterrepräsentierten Gruppen mehr Berücksichtigung finden. Dadurch soll der digitale Wandel Teilhabechancen erhöhen und das Gemeinwohl fördern. Initiatoren des Stipendiums sind das Projekt “Ethik der Algorithmen” der Bertelsmann Stiftung sowie das gemeinnützige Superrr Lab in Kooperation mit dem Goethe-Institut sowie der Allianz Kulturstiftung. Die geförderten Teams stammen aus neun europäischen Ländern: Deutschland, Großbritannien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Rumänien und der Schweiz.
 
Das Fellowship möchte die bisher vor allem durch die Wirtschaft dominierte Diskussion zur Gestaltung des digitalen Wandels für neue Perspektiven öffnen. Bei der Auswahl der zivilgesellschaftlichen Projekte wurde deshalb Wert auf Vielfaltskriterien und inklusiven Charakter gelegt. Daher legen viele der geförderten Projekte einen Fokus auf gesellschaftliche Gruppen, deren Anliegen in digitalen Diskursen zumeist nur wenig Beachtung finden, beispielsweise BIPoC (Black, Indigenous, People of Color), Geflüchtete und LGBTQ+.
 
Entsprechend bedienen sich die ausgewählten Fellows einer großen Bandbreite an Inhalten, Technikformaten und Medien. Diese reichen von digitalen Sprachassistenten mit synthetischen Stimmen und einem feministischem Online-Radio, das auf Mitgestaltung setzt, über eine digitale Plattform, die Opfern von häuslicher Gewalt Hilfe anbietet, bis hin zu einem Kartenspiel, das sich kritisch mit den Auswüchsen des Technologie-Kapitalismus auseinandersetzt.
 
Mehr Informationen zum Programm und den ausgewählten Projekten: 
https://thenewnew.space/
 
 
Im Rahmen von „Generation A=Algorithmus“ unterstützt das Goethe-Institut vier Projekte, die sich mit Künstlicher Intelligenz offline und online auseinandersetzen beziehungsweise diese nutzen, um Teilhabe zu ermöglichen:

Algorithms of Late Capitalism
Niederlande
Team: Karla Zavala Barreda, Adriaan Odendaal
Karla Zavala Barreda © Anna Niedhart Adriaan Odendaal © Anna Niedhart  






Algorithms of Late Capitalism ist ein vom gesellschaftlichen Gruppen mitgestaltetes kritisches Kartenspiel, das die Spieler dazu anregt, über die Absurditäten unserer technologischen Gegenwart nachzudenken und sich eine gerechtere Zukunft vorzustellen.
https://algorithmsoflatecapitalism.tumblr.com/
https://internetteapot.com/
 
Interview mit Karla Zavala Barreda und Adriaan Odendaal: „Algorithmische Systeme und ihre Ähnlichkeiten mit Spielentwicklungsprozessen


[multi’vocal]
Dänemark
Team: Frederik Tollund Juutilainen, Mads Pelt, Stina Hasse, Alice Baird, Nina Cecilie Højholdt
Frederik Tollund Juutilainen © Anna Niedhart Mads Pelt © Anna Niedhart Stina Hasse © Anna Niedhart Alice Baird © Anna Niedhart Nina Cecilie Højholdt © Anna Niedhart  






[multi’vocal] arbeitet an einer alternativen Zukunft für digitale Sprachassistenten, indem es performative synthetische Stimmen schafft, die sich mit mehr als einem Alter, Geschlecht und geografischer Herkunft präsentieren können.

https://multivocal.org
 
 
Syb: Queering voice AI
Großbritannien
Team: Feminist Internet, Cami Rincòn
Feminist Internet © Anna Niedhart Cami Rincòn © Anna Niedhart  






Syb ist eine von und für Trans-Personen entworfene Sprachschnittstelle, die Nutzer*innen mit Medien verbindet, die von der Trans-Community erstellt wurden. Das Projekt wurde in einem partizipativen Designprozess mit einem Team von trans und nicht-binären Menschen entwickelt.
http://syb.feministchatbot.com/
 

Networks of Trust
Griechenland
Team: Kyriaki Goni
Kyriaki Goni © Anna Niedhart  






Networks of Trust ist ein Offline-Netzwerk in dem Geschichten über Technik, Bevölkerungsbewegungen und die Klimakrise erzählt werden. Es schlägt Fiktion als Methode vor, um Gemeinschaften aufzubauen, den gegenwärtigen Moment zu verstehen und sich mögliche Zukünfte vorzustellen.
https://archipelago2092.xyz
https://kyriakigoni.com/networksoftrust.html