Wenn Maschinen Zukunft träumen. Festival zum Leben mit Künstlicher Intelligenz

Online und im Hygiene-Museum Dresden, 12.–14.11.2021

Super Smart? © Lena Ziyal Wie intelligent ist sie eigentlich wirklich, die Künstliche Intelligenz? Welche Gefahren und Risiken birgt sie? Welche Probleme kann Künstliche Intelligen (KI) lösen, und welche Probleme sollen und wollen wir ihr überhaupt überlassen?

Zum Auftakt der Sonderausstellung Künstliche Intelligenz. Maschinen lernen Menschheitsträume des Deutschen Hygiene‑Museums Dresden und zum Abschluss des Projektes Generation A=Algorithmus des Goethe-Instituts organisieren beide Institutionen gemeinsam ein hybrides Festival mit dem Titel „Wenn Maschinen Zukunft träumen. Festival zum Leben mit Künstlicher Intelligenz“.

In unterschiedlichen Formaten – Keynotes, Diskussionspanels, Workshops, einer Langen Nacht der KI und Theateraufführungen – geht das Festival vom 12. bis zum 14. November 2021 der Frage nach, was passiert, wenn die Funktionslogik algorithmisch gesteuerter Technik auf die Eigenlogiken von Kultur und Gesellschaft trifft. Das „Festival zum Leben mit Künstlicher Intelligenz“ will mit Mythen rund um KI aufräumen, Alternativen zum Status quo präsentieren und in partizipativer Form zu besseren Praktiken für ein Leben mit KI einladen.

Fragen an die KI – Beantwortet von Expert*innen


Ausgehend von der Fragestellung, ob Ansätze der Vermessung der Gesellschaft und Vorstellungen über den statistischen Durchschnittsmenschen ein Phänomen wie KI überhaupt erst ermöglicht haben, werden im Laufe des Festivals viele Aspekte von KI sowohl kritisch als auch utopisch reflektiert: Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Intelligenz“? Inwiefern stellt es ein Problem dar, dass Technik, die von Millionen, wenn nicht Milliarden Menschen täglich benutzt wird, von bestimmten privilegierten sozialen Gruppen entwickelt wird, die ihre Projektion universeller Anliegen und Bedürfnisse dieser Technik einschreiben? Können Maschinen wirklich Emotionen entziffern? Welche Problematiken ergeben sich für demokratische Gesellschaften aus Sortier‑Algorithmen, die bestimmen, welche Nachrichten wir konsumieren? Was heißt es für Nutzer*innen, wenn sie einigen wenigen transnational operierenden Plattformunternehmen „ausgeliefert“ sind? Gibt es Zukunftsentwürfe für ein Leben mit KI außerhalb von Profitdenken und Machtinteressen?

Die Onlinebesucher*innen des Festivals können sowohl den Livestream aus Dresden verfolgen als auch an digitalen Panels und Workshops sowie dem Ideathon partizipieren. Darüber hinaus werden digitale Live‑Führungen durch die Dresdner Ausstellung angeboten.

Rückblick auf „Generation A=Algorithmus“


Ein wichtiger Bestandteil des Festivals ist ein Rückblick auf zwei Jahre Generation A=Algorithmus. Im Rahmen des Projekts haben sich Künstler*innen, Coder*innen, Wissenschaftler*innen und junge Menschen aus ganz Europa mit der Frage auseinandergesetzt, wie der Einsatz von KI unsere Gesellschaft verändern wird.

Mit einer Vielzahl von verschiedenen Formaten und Veranstaltungen hat das Projekt die Diskussion um KI in verschiedene Gesellschaftsschichten getragen, zur kritischen Auseinandersetzung mit KI und zur Erprobung eigener technischer und künstlerischer Lösungen beigetragen: Internationale KI-Expert*innen haben mit einem breiten Publikum in den Couch Lessons über verschiedenste Aspekte von KI diskutiert. Roboter sind trotz geschlossener Grenzen durch ganz Europa gereist und haben zum Austausch von Coder*innen und Künstler*innen beigetragen. Daten‑Expert*innen und Künstler*innen führten einwöchige Dialoge über die digitale Zukunft Europas. In einem Fellowhip‑Programm setzten sich zwölf europäische Teams in einem Zeitraum von sechs Monaten mit der Frage auseinander, wie die digitale Gesellschaft im Hinblick auf das Gemeinwohl gestaltet werden sollte. Ein KI-Residenz-Programm ermöglichte und ermöglicht 16 bildenden Künstler*innen tiefere Einblicke in KI-Institutionen in 13 europäischen Städten. Weitere Formate wie eine Umfrage unter jungen Europäer*innen zu KI, ein Climate‑Hackathon sowie zahlreiche Detox‑Workshops vervollständigen den Zyklus von zahlreichen Veranstaltungen rund um das Thema KI.

Mit dem Festival sollen sowohl die Ergebnisse der einzelnen Formate in eine Abschlussveranstaltung überführt als auch einige Teilnehmende des Projekts in Dresden zusammengeführt werden. Unter der Überschrift „Reclaim our Future“ werden sie im Hygiene-Museum ihre Visionen zum einem zukünftigen Leben mit KI vorstellen.

Sonderausstellung „Künstliche Intelligenz. Maschinen lernen Menschheitsträume“


Die Ausstellung des Deutschen Hygiene-Museums – kuratiert von Yasemin Keskintepe – beleuchtet insbesondere, wie der Einsatz von KI‑Systemen nach und nach unser Verständnis von Alltag, Mobilität, Arbeit, Gesundheit und Politik verändern wird. Auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche ermöglichen kulturhistorische Exponate, wissenschaftliche Objekte und Beiträge sowie audiovisuelle Medien differenzierte Einblicke in den aktuellen Entwicklungsstand von KI und unseren Umgang mit ihr. Darüber hinaus bieten die Perspektiven von Arbeiten internationaler zeitgenössischer Künstler*innen Reflexionsangebote, um über den Einfluss dieser Technologie auf unser Leben nachzudenken. Die Ausstellung betrachtet sowohl die Träume der Vergangenheit und die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten unserer Gegenwart als auch die Frage, wie wir Künstliche Intelligenz für uns in Zukunft nutzen wollen.

Während des Festivals werden analoge und digitale Live‑Führungen angeboten.

Festival-Website


Hier geht es zur Festivalseite.


Hier finden Sie das Festivalprogramm des Deutschen Hygiene-Museums.

Das Festival ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Hygiene-Museums und des Goethe-Instituts.

Deutsches Hygiene-Museum Dresden