Gemeinschaftsprojekt EthicAI=LABS

EthicAI=LABS
© Studio Punkt
  • 27. Mai 2020 — 26. November 2022

  • Künstliche Intelligenz, Politik, Technologie, Ethik, Medien, Künste

  • Online ( Länderübergreifend)

Im Zusammenhang von Künstlicher Intelligenz (KI) und Ethik stellen sich viele aktuelle Fragen. Mit einer Reihe von offenen Vorträgen und Podiumsdiskussionen möchte das Projekt EthicAI einen Diskurs zu diesen Themen über Länder- und Genregrenzen hinweg initiieren.

Das Gemeinschaftsprojekt lädt ein zum multidisziplinären Dialog. Zentrale Themen sind aus dem Bereich Linguistik der Spracherwerb, Sprach-Verarbeitung und Übersetzung sowie die sprachliche Kommunikation zwischen Menschen und KI. Aus dem Themenbereich Bias werden Aspekte wie kognitive Verarbeitung, menschliches Versagen, Diskriminierung und Datenschutz diskutiert sowie KI, die menschliche Vorurteile beseitigt oder verstärkt. Kreativität durch Algorithmen sowie Urheberrecht und Zensur stehen für den Bereich Kreativität im Focus. Und im Themenbereich Medien geht es um Aspekte wie die Nutzung privater Daten für politische Polarisierung, Propaganda und Werbung sowie die Zukunft von Deepfakes und ähnlichen Medienmanipulationen.

Ziel von EthicAI ist es, einen genreübergreifenden Raum für kritische Gespräche in Südosteuropa zu eröffnen.

EthicAI ist ein Projekt der Goethe-Institute in Athen, Bukarest, Ankara, Sarajevo, Sofia und Zagreb.
 

EthicAI=LABS - Creativity © Studio Punkt EthicAI=LABS | Kreativitäts-Workshop
6. Juli 2021


Der zweite Workshop des EthicAI=LABS-Projekts findet am 6. Juli statt und beschäftigt sich mit dem Thema Kreativität und deren Überschneidungen mit Künstlicher Intelligenz und Ethik. Können Maschinen Kunst erschaffen? Was sind die Voraussetzungen für Kreativität? Und wie sieht die Zukunft für Menschen in einer Welt mit immer mehr algorithmusgenerierten Kunstwerken aus? Die Projektstipendiaten werden gemeinsam mit drei Expert*innen aus der Region Südosteuropa in die Spezifika von Urheberrecht und Zensur eintauchen.

Eva Cetinic (HR) – Forscherin im Institut Ruđer Bošković-Labor für Maschinelles Lernen und Wissensrepräsentation (LMLKR). Ihre Forschungsinteressen umfassen Bildverarbeitung und maschinelles Lernen und deren Anwendungen auf digitale Kunst und geisteswissenschaftliche Daten.

Georgi Kostadinov (BG) Head of AI & CTO bei Imagga und Kelvin Health. Er hat mehr als 10 Jahre Erfahrung in der Forschung und Entwicklung verschiedener maschineller Lernalgorithmen für das Verstehen von Bildern und Videos und über 15 Jahre Erfahrung in der Entwicklung, dem Einsatz und der Verwaltung komplexer Software-Architekturen.

Kyriaki Goni (GR) ist eine in Athen lebende Künstlerin. Sie arbeitet interdisziplinär und technologieübergreifend und schafft vielschichtige Installationen. Sie verbindet das Lokale mit dem Globalen, indem sie sich kritisch mit Fragen wie Überwachung, Netzwerken und Infrastrukturen, Ökosystemen sowie menschlichen und nicht-menschlichne Beziehungen auseinandersetzt.

Die auf das Thema Kreativität fokussierte Arbeitsgruppe - Marko Mrvoš (HR), Dessislava Fessenko (BG) und Yiannis Kiouvrekis (GR) - wird ihre bisherige Forschung vorstellen. Gemeinsam mit den eingeladenen Expert*innen und ihren 15 Projektkolleg*innen wird das Team nach verschiedenen Perspektiven auf die von ihnen aufgeworfenen Probleme suchen und mögliche Lösungen diskutieren.

Während der Workshop für die Projektteilnehmer*innen geschlossen ist, werden die Präsentationen der Gastexpert*innen und die anschließende Fragerunde aufgezeichnet und auf der EthicAI=LABS-Projektseite veröffentlicht.

Stefan Kaegi © Studio Punkt Von transplantierten Performern und ferngesteuerten Zuschauern
Online-Gespräch von Stefan Kaegi / Rimini Protokoll (DE)
7. Juli 2021, 16-17 Uhr MEZ / 17-18 Uhr EET

Das Goethe-Institut Bulgarien und die Stiftung "Via Fest" laden Sie zu einem Online-Meeting mit Stefan Kaegi von Rimini Protokoll aus Berlin ein.

Im Rahmen von EthicAI=LABS lädt das Goethe-Institut Bulgarien inspirierende Experten ein, ihre kreative Erforschung und Praxis zu präsentieren und ihre Sichtweise zur Debatte zu teilen. Ein weiterer Anlass für das Treffen mit Stefan Kaegi ist die bulgarische Tournee der Performance Uncanny Valley von Rimini Protokoll, in der der menschliche Schauspieler durch einen humanoiden Roboter ersetzt wird. Die Performance wirft verschiedene Fragen auf: Was bedeutet es für das Original, wenn die Kopie die Rolle übernimmt? Lernt das Original sich selbst durch sein elektronisches Double besser kennen? Konkurrieren die Kopie und das Original oder helfen sie sich gegenseitig?

Im ersten Teil des Meetings zeigt und kommentiert Stefan Kaegi kurze Videos zu aktuellen Produktionen des deutschen Theaterkollektivs Rimini Protokoll mit 50 ferngesteuerten Zuschauern, 100 statistisch ausgewählten Bürgern von São Paulo sowie internationalen Waffenhändlern und immersiven Räumen, die an die Hinterlassenschaften von Menschen nach ihrem Lebensende erinnern. Es stellt sich die Frage: „Wie inszeniert man lebende Readymades und rekontextualisiert Experten auf Bühnen?“ Kaegi wird das Publikum in die Grauzone zwischen Realität und Fiktion führen und es mit dokumentarischem Material und theatralen Interventionen zu komplexen Themen wie Klimawandel oder europäischer Politik verführen.

Das Publikum kann im Livestream Fragen stellen und eine Diskussion mit dem deutschen Regisseur führen.

Stefan Kaegi / Rimini Protokoll
Kaegi koproduziert mit Helgard Haug und Daniel Wetzel Arbeiten unter dem Label „Rimini Protokoll“. Mithilfe von Recherchen, öffentlichen Auditions und konzeptionellen Prozessen geben sie „Expert*innen“ eine Stimme, die keine ausgebildeten Schauspieler*innwn sind, aber etwas zu erzählen haben. Jüngste Arbeiten sind das Multi-Player-Video-Stück Situation Rooms, 100% São Paulo mit 100 lokalen Bürgern auf der Bühne und die World Climate Conference – eine Simulation der UN-Konferenz für 650 Zuschauer im Schauspielhaus Hamburg.  Das CCCBarcelona zeigte kürzlich die Öko-Installation Win < > win und produziert derzeit seine immersive Installation Urban Nature. Ihre Utopolis für 48 tragbare Lautsprecher wurde beim Manchester-Festival eröffnet.

Stefan Kaegi lebt in Berlin, produziert dokumentarische Theaterstücke und arbeitet im öffentlichen Raum in einer Vielzahl von Kooperationen. Kaegi tourte mit zwei bulgarischen Lastwagenfahrern und einem zum mobilen Zuschauerraum umgebauten LKW (Cargo Sofia) durch Europa und Asien. Er hat Remote X, eine Audiotour für 50 Kopfhörer, in Dutzenden von Städten von Taipeh bis Santiago de Chile adaptiert und tourte mit der interaktiven Installation Nachlass, die Menschen porträtiert, die nicht viel Zeit zum Leben haben. Sowie Uncanny Valley – ein Monolog für einen humanoiden Roboter – und Temple du présent – ein Solo für einen lebenden Oktopus auf der Bühne.

Anmeldung und Updates zum Vortrag hier: https://www.facebook.com/events/319097049868922