Schnelleinstieg:
Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

Slow Food vs Fast Food in den Philippinen
Philippinische Küche – Die Mischung macht’s

Manila fast-slow food
©

Die Essenskultur auf den Philippinen ist mehr als nur eine typische, südasiatische Küche. Vielseitigkeit und Gegensätze prägen die Essenstraditionen auf den Philippinen. Dies kann auch in dem Einhergehen von Fast Food und Slow Food gesehen werden.

Von Friederike Jaich

Schließt eure Augen und denkt an die philippinische Küche. Welches Bild erscheint vor eurem inneren Augen? Mit ziemlicher Sicherheit Gerichte, die typischerweise mit der südasiatischen Küche assoziiert werden. Denkt man an philippinisches Essen, stellt man sich üblicherweise die ‘traditionelle‘ südasiatische Küche vor, bestehend aus Reis, Gemüse und Currys. Viele Touristen sind überrascht wenn sie schließlich auf den Philippinen ankommen und erkennen, dass neben den Straßenküchen, Fast Food Restaurants einen zunehmend größeren Einfluss auf die philippinische Essenskultur genommen haben. Im Gegensatz zu den Esstraditionen vieler ihrer südasiatischen Nachbarn ist die philippinische Küche nicht von scharfen Chiligerichten geprägt, sondern verbindet östliche und westliche Ideen miteinander. In gängigen philippinischen Gerichten, wie Fleischeintopf, gegrilltem Gemüse und Fisch und besonders in gebratenem Reise, angelehnt an die spanische Paella, kann man den kulinarischen Einfluss der Spanier erkennen, die die Philippinen für über 300 Jahre kolonisiert haben. Die anschließende Kolonialisierung durch die Vereinigten Staaten von Amerika in 1889 brachte den Philippinern die Idee von Fertigkochen näher und somit auch die Idee von Fast Food Restaurants.

Fast Food in den Philippinen – eine Mischung aus westlichem und philippinischem Essen

Läuft man durch Manila, die Hauptstadt der Philippinen, kann man eine interessante Mischung aus Straßenküchen und Fast Food Restaurants begutachten. Während die kleinen Seitenstraßen meist Straßenküchen beherbergen, reihen sich in den größeren Straßen Fast Food Restaurants wie Mc Donald‘s, Subway, Kentucky Fried Chicken, Burger King und Wendy’s, um nur einige zu nennen, aneinander. Die wohl größte Fast Food Kette in den Philippinen ist jedoch nicht eine der amerikanischen Ketten, sondern die in den Philippinen gegründete Fast Food Kette Jollibee. Jollibee wurde 1975 von Tony Tan Caktiong zunächst als kleine Eisdiele in Quezon City gegründet und entwickelte sich über die Jahre mit über 750 Filialen zur größten Fast Food Kette des Landes. Damit sind die Philippinen das einzige Land weltweit, in dem es einem lokalen Anbieter gelungen ist, sich gegen Mc Donald‘s zu behaupten und den Konkurrenten auf den zweiten Platz zu verweisen. Obwohl viele Menschen den Begriff Fast Food mit dem Begriff Junk Food gleichsetzen, bezeichnet Fast Food lediglich Speisen die für den raschen Verzehr gedacht sind. Die Beliebtheit von Jollibee in den Philippinen kann wohl dadurch erklärt werden, dass neben westlichen Gerichten wie Hamburgern und Pasta, auch Gerichte angeboten werden, die für die Philippinen üblich sind. Dies unterscheidet die Fast Food Kette von seinen amerikanischen Konkurrenten auf dem philippinischen Markt und ist wahrscheinlich das Erfolgsrezept des Großkonzerns. Das Jollibee 65 Prozent des Essensmarktes ausmacht, zeigt den großen Einfluss von Fast Food auf den Philippinen – aber wie sieht es mit Slow Food aus?

Slow Food in den Philippinen – Kultur und Tradition

Slow Food kann als die Gegenbewegung zum uniformen und globalisierten Fast Food gesehen werden, und prägt den Begriff des genussvollen, bewussten und regionalen Essens. Die ursprünglich aus Italien stammende Slow Food Bewegung bemüht sich um die Erhaltung der regionalen Küche mit heimischen pflanzlichen und tierischen Produkten und propagiert einen bewussten Umgang mit Herstellung und Konsumation. Außerdem spiegelt ein traditionell gekochtes Gericht mit lokalen Zutaten die Geschichte und Kultur eines Landes wieder. Selbst bevor der Begriff Slow Food in den Philippinen eingeführt wurde, wurde dieses Thema bereits umfangreich behandelt. Autoren wie Doreen Fernandes, eine philippinische Lehrerin, Schriftstellerin, Kulturhistorikerin und Gelehrte, befassten sich bereits mit der wichtigen Verbindung zwischen Essen, Kultur und Agrikultur. Mittlerweile ist sogar ein komplettes Buch erschienen, das sich, basierend auf dem Slow Food Movement eingeleitet von Doreen Fernandes, mit Slow Food befasst und aus einer Zusammenstellung von traditionellen philippinischen Rezepten und Aufsätzen besteht. Seit das Slow Food Movement in den Philippinen angekommen ist, liegt ein Hauptaugenmerkt darauf Bauern auf die Vielseitigkeit der Spezies auf ihren Farmen aufmerksam zu machen und den Erhalt dieser zu fördern. Pacita Juan, ein aktives Mitglied der Slow Food Bewegung in den Philippinen, betont die Wichtigkeit von Kultursamen und heimischen Tieren für die Essenskultur, da diese die Artenvielfalt gewährleisten. Daher liegt es dem Slow Food Movement in den Philippinen besonders am Herzen diese zu schützen.

Das Fast Food das kulinarische Leben auf den Philippinen keinen Falls alleine bestimmt zeigt das stille Standhalten der Straßenküchen in den Philippinen, auch wenn diese sich nicht bewusst mit dem Slow Food Movement befassen wird hier an den kulinarischen Traditionen festgehalten. Ohne weiter darüber nachzudenken wird genau das gemacht was das Slow Food Movement immer wieder predigt. Lokale Produkte werden verwendet und traditionale Gerichte werden gekocht – nicht nur für Einheimische sondern auch für viele Touristen, die die Erfahrung des traditionellen Essens bevorzugen. Hierbei werden immer saisonale Produkte verwendet, welche aus der Umgebung kommen. Neben typischen philippinischen Essen, Reis mir verschiedenen Variationen von Fleisch und gegrilltem Fisch, wird in den Straßenküchen auch gerne die philippinische Delikatesse Balut angeboten. Balut ist ein angebrütetes und dann gekochtes Entenei, in dem sich ein fast ausgewachsener Entenembryo mit Schnabel und Federansätzen befindet.

Gemeinsam prägen Slow Food und Fast Food die philippinische Küche

Wie genau kann man also die philippinische Küche beschreiben? Seit jeher ist es eine Mischung zahlreicher Einflüsse und das kann man auch in der heutigen Zeit noch deutlich sehen. Munter reihen sich Straßenküchen an Fast Food Restaurants aneinander und beides kommt bei der Bevölkerung gut an. Man kann sehen wie voll die Jollibee Filialen sind, aber ebenso wie die lokalen Straßenküchen genutzt werden. Philippinisches Essen unterscheidet sich deutlich von dem Essen anderer südasiatischer Länder. Spanische, amerikanische und chinesische Einflüsse machen das philippinische Essen zu dem was es ist. Das traditionelle philippinische Essen wird nicht nur in den Straßenküchen beibehalten, sondern auch in der Fast Food Kette Jollibee angeboten, die wohl so ihre Monopolstellung in der Fast Food Branche der Philippinen gewährleisten.

Top