Postkolonialismus

Kritische Auseinandersetzung mit einer postkolonialen Weltordnung, den Folgen des Kolonialismus und deren Überwindung 
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Alle Themen

Aktuelles

Musikalisches Erbe aus Westasien, Nord- und Nordostafrika „Aus dem Gedächtnis der Menschen“

Was gilt als musikalisches Erbe? Wie kann es hörbar gemacht werden? Das Ausstellungsprojekt „Mirath:Music“ lädt Musikschaffende aus Westasien, Nordost- und Nordafrika ein, die Traditionen ihrer Region zu erkunden. Die libanesische Autorin Rayya Badran wirft einen genaueren Blick auf die Musikgeschichte der Region sowie auf die produzierten Musikstücke, die von vergangenen Kämpfen und Gemeinschaftsformen zeugen.

Foto (Detail): Kita © Goethe-Institut Sudan Aus der Ausstellung „Mirath:Music“ am Goethe-Institut Sudan

Algeriens heikle Sprachpolitik „Teilen, um besser zu herrschen“

In Algerien gibt es eine offizielle Sprache: Arabisch. Doch Französisch ist aus dem Alltag nicht wegzudenken und auch Tamazight, eine Berbersprache, wird in der Verfassung als Landes- und Amtssprache bezeichnet. Der Journalist Nourredine Bessadi wirft einen Blick auf die emotional geführte Diskussion um Algeriens offizielle Sprachen.

Foto (Detail): Ulrike Koltermann © picture alliance / dpa Zwei Straßenschilder in französischer, arabischer und in der Berbersprache stehen in Tizi Ouzou in der algerischen Kabylei (Foto vom 01.12.2007).

Kulturerhalt Wie der Kolonialismus die sprachliche Vielfalt bedroht

Weltweit gibt es Tausende von Sprachen. Doch viele von ihnen sind vom Aussterben bedroht, weil die Zahl ihrer aktiven Sprecher*innen rückläufig ist. Welchen Anteil haben Faktoren wie Kolonialismus noch heute an der Bedrohung von Sprachen in Afrika und aller Welt?

Foto (Detail): Kepseu © picture alliance / Xinhua News Agency Ein Lehrer schaut auf die Tafel, auf der Symbole und Buchstaben geschrieben wurden.

Koloniale Spuren Ehrung für einen Sklavenhändler

Schifffahrt auf den Weltmeeren hat eine lange Tradition in Hamburg. In keiner deutschen Stadt sind deshalb so viele Orte und Straßen nach kolonialen Akteuren benannt. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Foto (Detail): Ulrich Perrey © picture-alliance / dpa/ dpaweb Ein Relief, das aus fünf engstehenden Personen besteht

Aufarbeitung der Vergangenheit

Die Geschichte eines Landes Vergängliche Monumente

In diesem Essay untersucht Idalia Sautto die Bedeutung von Denkmälern im Laufe der mexikanischen Geschichte und warum wir sie brauchen, um weiterzuleben. Sie sollten als Teil der Gemeinschaft akzeptiert werden und nicht als Zeugnisse vergangener Zeiten erhalten bleiben, die keine Bezüge zur Gegenwart haben.   

Foto (Detail): D. Crossland © picture alliance / imageBROKER Kolumbus-Denkmal, Paseo de la Reforma, Mexico-Stadt, Mexiko.

Mexiko-Tenochtitlán Die Vergangenheit in der Gegenwart verändern

Mexiko-Stadt fügt sich in sein Schicksal: Es akzeptiert die unweigerlichen Veränderungen und damit auch eine Ruine, die unter neuem Namen wieder aufgebaut wird. In persönlich-essayistischem Ton beschreibt Idalia Sautto die allmähliche Verwandlung der Kirche von San Hipólito und sinnt darüber nach, wie an einem einzelnen Ort verschiedene Seiten der Geschichte aufeinanderprallen können.  
 

Foto (Detail): © Irving Cabello San Hipólito Prozession am 28. Oktober 2021 in Mexiko-Stadt

Das historisch geprägte Anti-Schwarzsein in Deutschland Das Schweigen muss ein Ende haben

„Wir dürfen vor der Vergangenheit nicht die Augen verschließen“, fordert die in Simbabwe geborene und in Südafrika aufgewachsene Schriftstellerin Panashe Chigumadzi in ihrem Essay über den Umgang der Deutschen mit deren Geschichte.
 

Foto (Detail): Tim Brakemeier © picture alliance / dpa Eine afrikanische Maske auf einem Tisch mit Werkzeug

Leerstellen im Geschichtsbewusstsein der Deutschen Afrikanische Welten

Die Verflechtungen der vorkolonialen, kolonialen und postkolonialen Geschichte Afrikas erhellt ein neues Sachbuch über den Schwarzen Kontinent. Dessen Verfasser Helmut Bley plädiert dafür, Afrika in seiner Vielfalt zu betrachten.
 

Foto (Detail): Michael Runkel © picture alliance / imageBROKER Statuen zur Erinnerung an frühere Könige im Königspalast, Owo in Nigeria

Deutsche Kolonialverbrechen im heutigen Namibia

Humboldt Forum Neue Perspektiven für die Kultur heute

Der Generalintendant des Humboldt Forums in Berlin Hartmut Dorgerloh war zu Gast bei der Ausstellungseröffnung „L’inarchiviabile“ im Kunstraum Goethe in Rom. Dort sprach er über das Humboldt Forum, die Aufarbeitung des Kolonialismus in Europa, die Restitution von Raubgut und den dringend nötigen Perspektivenwechsel in der Kultur.

Foto (Detail): Francesco Cicconi © Goethe-Institut Rom Hartmut Dorgerloh bei der Ausstellungseröffnung „L’inarchiviabile“ im Kunstraum Goethe in Rom.

Umstrittene Monumente Offene Wunden

Denkmäler im öffentlichen Raum in Brasilien befördern hartnäckig das Bild eines durch weiße Siedler geprägten patriarchalen, rassistischen Landes, in dem Frauen und indigene Bevölkerungsgruppen nicht vorkommen, konstatiert Ana Paula Orlandi.

Foto (Detail): Amanda Perobelli © picture alliance / REUTERS Rassismus – Das Bandeiras-Denkmal in São Paulo

Geschichte und Sexualität Die kolonialen Wurzeln der Homophobie

Der brasilianische Anthropologe Luiz Mott ist eine Symbolfigur der Geschichte des Kampfes um die Bürger*innenrechte der queeren Bevölkerung in Lateinamerika. In seinen Forschungen stellt er fest, dass die Verfolgung aus sexuellen Motiven mit dem Beginn der Kolonisierung des Kontinents zusammenfällt.

Foto (Detail): Grupo Gay da Bahia Archiv Rassismus – Luiz Mott auf der Demonstration gegen den Präsidenten Jair Bolsonaro im Juli 2021 in Salvador

Humboldt Forum „Ein Zeichen der kolonialen Amnesie“

Das Humboldt Forum definiert sich selbst als einen „Ort, der Unterschiede verbindet“ und sich in seiner Programmarbeit intensiv mit den Themen des Kolonialismus auseinandersetzen will. Der Historiker und Genozid‑Experte Jürgen Zimmerer bezieht Stellung zu Europas wahrscheinlich umstrittenstem Museum.

Foto (Detail): Alexander Schippel © SHF Schlüterhof mit Blick auf das Alte Museum und den Lustgarten

Kurzgeschichten: „Ende des Traums“

Den Prozess verstehen Deutschland als Modell für eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit?

Deutschland wird immer wieder als Modellbeispiel für eine erfolgreiche Vergangenheitsaufarbeitung gesehen. Doch anstatt nur das heutige Ergebnis zu betrachten, ist es viel lehrreicher, den langwierigen Prozess zu verstehen, der zur aktuellen Situation geführt hat, schreibt Jenny Wüstenberg.

Foto: Marko Priske © Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas Stelenfeld mit Kerzen

Vorkoloniale Wissensproduktion zwischen Afrika und Europa „Sie schlossen uns einen Weltteil auf“

Heinrich Barths Entdeckungen waren ein Schlag ins Gesicht zeitgenössischer europäischer Vorstellungen, das vorkoloniale Afrika sei ein Kontinent ohne Staat, Schrift und Geschichte, schreibt Achim von Oppen.

Abbildung (Detail): © Justus Perthes Verlag Dekolonisierung – Ankunft Heinrich Barths in Timbuktu, 1853 (aus: Heinrich Barth, 1857-58: Reisen und Entdeckungen in Nord- und Zentral-Afrika in den Jahren 1849-1855. Bd. IV. Gotha: Justus Perthes Verlag)

Sprache, Dominanz und Rassenvorurteile Christianisieren, humanisieren, zivilisieren …

Fünf Jahrhunderte lang haben fünf Verben die Entwicklung des Kapitalismus und die Kolonialität der Macht in der Welt definiert. Und ein sechstes ist auf dem Weg, wie Rodrigo Montoya Rojas erklärt.

© Aliza Yanes & Santiago Calderón dekolonial – Videostandbild aus dem Projekt „Intervention M21“: Das (De-)Koloniale Glossar, Teil 2, „Zivilisiert - Wild“

Gestaltung der Vergangenheit Wankende Monumente

Wie prägen Denkmäler die Erinnerungskultur? Wie können sie zu Orten der Teilhabe werden? Das Projekt „Gestaltung der Vergangenheit“ des Goethe-Instituts, des Monument Lab und der Bundeszentrale für politische Bildung bringt Initiativen aus Nordamerika und Deutschland zusammen.

Foto (Detail): Chris Chapa Ada Pinkston, Teilnehmerin von „Gestaltung der Vergangenheit“, vor dem Washington Monument in Baltimore

Erinnerungspolitik Die Ambivalenz der Aufarbeitung

Deutschland und die Deutschen haben während des Nationalsozialismus bis dahin ungesehenes Leid über die Welt gebracht. Der Umgang mit dieser rassistischen Vergangenheit gilt als beispielhaft für eine gelungene Aufarbeitung. Doch entspricht das wirklich der Realität? Sozialwissenschaftlerin Anna Delius über den Umgang mit Nationalsozialismus und Holocaust in den beiden deutschen Gesellschaften nach 1945.

Foto (Detail): Kay Nietfeld © picture alliance / dpa Rassismus – Im Zeichen eines neuen Patriotismus: Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland

Was ist „Subsahara-Afrika“? Geopolitik oder pure Wortklauberei?

Die Bezeichnung „Subsahara-Afrika“ für den gesamten afrikanischen Kontinent, mit Ausnahme des vorwiegend arabisch geprägten Nordens, entbehrt Herbert Ekwe-Ekwe zufolge nicht nur jeglicher geografischen Grundlage, sie hat zudem auch den Beigeschmack einer stereotypen rassistischen Zuordnung.

Foto (Detail): Petra Stockhausen © picture alliance / Westend61 Latitude – Marokko, Taouz, Merzouga, Erg Chebbi, Wegweiser zur Wüste Sahara

Koloniale Vergangenheitsbewältigung In Spanien steht sie noch aus

In Spanien gibt es immer mehr Kunst- und Forschungsprojekte, die gegen den kolonialen Gedächtnisverlust ankämpfen. Sie werden jedoch kaum wahrgenommen und der fehlende politische Wille zur Aufarbeitung ist eine nur schwer zu durchbrechende Mauer.

Foto (Detail) © César Malet (AFB) Kolonialzeit: Junge Rekruten im Ausbildungsbataillon in Sidi Ifni, 1963-64.

Debatte um Achille Mbembe Das Gespenst des Vergleichs

Achille Mbembe ist Antisemitismus vorgeworfen worden. Die anschließende Debatte wirft grundlegende Fragen über die Erinnerungskultur und Meinungsfreiheit auf. Ein Artikel von Michael Rothberg.

Foto (Detail): Mara Brandl © picture alliance / imageBROKER Erinnerung: Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas – Holocaust-Mahnmal in Berlin, Deutschland

Kolonien in der Karibik Skandinavien und der Menschenhandel

Wenn sie erzählt, dass sie die skandinavische Kolonialgeschichte erforscht, erntet sie oft Unverständnis: Lill-Ann Körber von der Aarhus Universität in Dänemark über verdrängte Tatsachen.
 

Foto (Detail): akg-images © picture alliance Kolonialgeschichte: Verkauf von Sklav*innen in den Straßen von Havanna, Kuba, im 19. Jahrhundert. Schulwandbild (Farbdruck), 1950.

Deutscher Kolonialismus in China Nicht nur Kiautschou: eine (fast) vergessene Geschichte

Iltisstrasse, Berlin-Dahlem: Wer denkt da nicht an das kleine einheimische Raubtier aus der Familie der Marder, das hier bei der Benennung Pate gestanden haben mag? Doch das war keineswegs der Fall – der Straßenname erinnert bis heute an ein Kapitel deutscher Kolonialgeschichte.

Foto (Detail): Christoph Mohr © picture alliance Altes Kolonialgebäude in der Deutschen Straße in Qingdao (Tsingtau), Hauptstadt der ehemaligen Deutschen Kolonie Kiautschou. Qingdao war die einzige deutsche Kolonie in Fernost. Noch heute zeigt die chinesische Millionenmetropole Spuren der deutschen Kolonialzeit.

Immaterielles Erbe Ladet die Ältesten in die Schulen ein!

Ist das mündlich überlieferte Kulturerbe Afrikas in Gefahr? Ein Interview mit Abiti Nelson, Kurator für Ethnografie und Geschichte am Uganda Museum.

Foto (Detail): Lewis Whyld © dpa Der Prince of Wales schaut sich während eines Commonwealth-Treffens in der ugandischen Hauptstadt Kampala einen traditionellen Tanz an

Kulturelles Erbe

Debatte um öffentliche Monumente Der missbräuchliche Umgang mit archäologischem Erbe in Mexiko

Im September 2021 entschied die Stadtverwaltung von Mexiko-Stadt, ein Kolumbus-Denkmal gegen die Statue einer Indigenen Frau auszutauschen, um dadurch die Vergangenheit des Landes weiter zu dekolonisieren. Der Archäologe Daniel Salinas erklärt, warum der Einsatz von historischen Artefakten aus präkolumbianischen Zeiten nicht ausreicht, um eine Dekolonisation des mexikanischen Staats sicherzustellen.

Foto (Detail): Crossland, D. © picture alliance / imageBROKER Statue des Aztekenherrschers Cuauhtémoc, Paseo de la Reforma, Mexiko-Stadt, Mexiko

International Inventories Programme Vorteile für beide Seiten

„Invisible Inventories“, eine vom Goethe-Institut koordinierte Ausstellungsreihe, basiert auf einem Forschungsprojekt zur Erfassung kenianischer Kulturgüter in Museen der westlichen Welt. George Juma Ondeng’ vom kenianischen Nationalmuseum spricht über fundierte Provenienzforschung und die emotionsgeladene Restitutionsdebatte.

Foto (Detail): Lamek Orina © Inventories Programme Expert*innen des International Inventories Programme aus Kenia und Deutschland im Nationalmuseum Nairobi.

Restitution

Ausstellungsserie „Invisible Inventories“ Den Diskurs dekolonialisieren

Die Ausstellungsserie „Invisible Inventories“ zeigt die Ergebnisse eines internationalen Forschungsprojekts zur Erfassung kenianischer Kunstobjekte in Museen in Europa und Nordamerika. Kurz vor der digitalen Ausstellungseröffnung sprechen Clara Himmelheber vom Rautenstrauch-Joest-Museum und Frauke Gathof vom Weltkulturen Museum über die Arbeit an der Etablierung einer gleichberechtigten Beziehung.

Foto (Detail): Lamek Orina © Inventories Programme Ausstellungseröffnung „Invisible Inventories“ am 18. März im National Museums of Kenya in Nairobi.

Kulturelles Erbe verwalten Who Cares?

Welche Rolle spielt Konservierung im postkolonialen Museum? Bietet sie Raum für kulturellen Dialog oder schreibt sie koloniale Gewalt fort? Gedanken von Noémie Etienne zu Spuren, Fäden und Zerbrechlichkeit.

Foto: © Nadine Jacquet Unbekannte*r Kunstschaffende*r, Nââkweta, 18. Jahrhundert

Kunstinstitutionen Kuratieren ist Macht

Wichtige Positionen in brasilianischen Kunstinstitutionen sind oft nach einem festen Schema besetzt: männlich, Oberschicht, weiß. Das wirkt sich auf die Sammlungen und Programme aus, afrobrasilianische und indigene Positionen sind unterrepräsentiert. Doch eine Öffnung zu mehr Diversität zeichnet sich ab, konstatiert Anna Azevedo.

© Claudia Casarino Kuratieren ist Macht

Provenienzforschung

Dekolonisierung von Forschung und Wissensproduktion Neue Ethik für Museen

Die Rückgabe von menschlichen Überresten und Kulturgütern aus westlichen Museen an die Herkunftsgemeinschaften kann nicht getrennt behandelt werden, sagt Geschichtsprofessor Ciraj Rassool. Mit „Latitude“ sprach er über eine neue Ethik für Museen.
 

Foto (Detail): Tom Weller © picture alliance/dpa Restitution – Ein Ausstellungsraum der Dauerausstellung „Wo ist Afrika“ im Linden-Museum Stuttgart. Bei einer Pressekonferenz im Februar 2020 stellte das Linden-Museum Perspektiven und Ideen für ein ethnologisches Museum der Zukunft vor.

Film, Archiv und (De-)Kolonialismus Changing the Map

Wo ist der (de-)koloniale Film? Was sagen Aufbewahrung und Zugang über globale Strukturen aus? Eine interaktive Karte zu (de-)kolonialen Archiven, die kollektive Mitwirkung braucht, um ein Werkzeug der internationalen Vernetzung und Bildungsarbeit zu werden.

Foto (Detail): Google Maps © Goethe-Institut Kolonialgeschichte – Das Bild zeigt ein Standbild der Filmarchivkarte zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung

Identitäten in Kunst und Gesellschaft

Anerkennung afrikanischer Kunstpraktiken Kunstphilosophie und ihre (post-)koloniale Kritik

Wie kann der kulturellen Andersheit afrikanischer Kunst- und Kulturpraktiken Raum zur Entfaltung gegeben werden, ohne sie gleichzeitig westlich zu überfremden? Die Philosophin Michaela Ott plädiert für eine Kooperation zwischen Gleichrangigen, sodass neue ästhetische Teilhabeweisen entstehen.

Foto (Detail): Zohra Bensemra © picture alliance / Reuters Der ivorische Künstler Jems Koko Bi zusammen mit dem senegalesischen Künstler Soly Cisse in der Ausstellung „Prete-moi ton reve“ in Dakar, Senegal.

Sambische Revolution Heimat hat keine Alternative

Die sambische Autorin Natasha Omokhodion spricht über ihr Heimatland und die Vielfalt seines Erbes, seiner Bewegungen und seiner Meinungen. Und dass wir unser Schicksal und unsere Zukunft selbst in der Hand haben.
 

Foto (Detail): Tsvangirayi Mukwazhi © picture alliance / Associated Press Anhänger des wichtigsten Oppositionsführers Hakainde Hichilema feiern am 15. August 2021 auf einer Straße in Lusaka, Sambia.

Globale Zusammenarbeit erforderlich Durststrecke

Von einem atmosphärischen Kolonialismus ist inzwischen die Rede, wenn sich das rücksichtslose Verhalten der Industrieländer im globalen Norden negativ auf die Lebensbedingungen auch im globalen Süden auswirkt. Elisabeth Wellershaus fragt sich, ob diese „Durststecke“ bald ein Ende haben wird. 

Foto (Detail): H. Baesemann © picture alliance / blickwinkel Eine Pflanze wächst auf trockenem rissigen Lehmboden in Spanien, Andalusien, im Parque Natural los Alcornocales

Dekolonisierung des Tanzes Was ist ein „afrikanischer“ Tanz?

Verstehen Europäer*innen die Komplexität oder ethnische Zusammensetzung des afrikanischen Kontinents wirklich? Der Tanzanthropologe Adebayo Adeniyi hinterfragt die eurozentrische Darstellung der Geschichte des Tanzes und erhebt Einspruch gegen den Begriff „afrikanischer Tanz“ .

Foto (Detail): Mike007 © picture alliance / Zoonar Latitude – Ein afrikanischer Mann tanzt in einem Park vor Musikern mit Trommeln

Diskriminierende Sprachbilder Rabenmutter

In der Tierwelt gibt es keine guten oder schlechten Eltern und doch hat sich in der deutschen Sprache der Begriff der „Rabenmutter“ festgesetzt, der Frauen als schlechte Mütter brandmarkt. Elisabeth Wellershaus durchleuchtet Sprachbilder, in denen Eltern symbolisch für ein eurozentrisches Denken stehen. 

Foto (Detail): D.Harms © picture alliance / WILDLIFE Latitude – Kolkraben: Alle Jungvögel der Brut sind ausgeflogen.

Rassismus in Argentinien Der Mythos vom Schmelztiegel

Erst kürzlich sorgte die Aussage des argentinischen Präsidenten Alberto Fernández auf nationaler und internationaler Ebene für Entrüstung, die Argentinier seien alle mit Schiffen aus Europa angereist, während die Mexikaner von den Indianern abstammten und die Brasilianer aus dem Dschungel kämen. Damit wiederholte er ein altes Klischee, wie Ezequiel Adamovsky erläutert.

Foto (Detail): David Fernandez © picture alliance / dpa Das 2013 demontierte Denkmal für Christoph Kolumbus in Buenos Aires

Dekoloniale Kunstpraktiken Lachen, Subversion und die Erfahrung des Horrors

In allen Kunstformen – ob Musik, Theater, Literatur, bildende Kunst, Film oder Fotografie – lässt sich eine Ästhetik des Dekolonialen finden, die Grit Köppen auch als Ästhetik des Aufruhrs bezeichnet. Und das trifft nicht nur auf Kunstproduktionen des 20. Jahrhunderts zu, wie die Autorin anhand von Beispielen zeigt.

Foto (Detail): Axel Heimken © picture alliance / dpa Latitude – Ein Mann betrachtet 2014 in Hamburg in der Ausstellung „Das Zweite Gesicht - Hommage a Leonore Mau“ Bilder mit Karnevalsmasken aus Tahiti.

Ästhetik und gesellschaftlicher Auftrag Kunst kann eine Regierung nicht stürzen, aber …

Inwieweit kann Kunst den politischen Diskurs in der Gesellschaft verändern oder beeinflussen? Die südafrikanische Künstlerin und Kuratorin Molemo Moiloa berichtet, wie Künstler*innen in Afrika in Vergangenheit und Gegenwart schädliche Machtbeziehungen hinterfrag(t)en.

Foto (Detail): Trevor Samson © picture alliance / AP Photo Dekolonisierung: Kunstwerke des südafrikanischen Künstlers William Kentridge werden in Kapstadt, Südafrika, Freitag, 23. August 2019, ausgestellt. Videos, grafische Wandteppiche, Kohlezeichnungen, Holzschnitte, Skulpturen und Klanginstallationen vereinen sich in seiner größten Einzelausstellung, in der er sich mit Themen wie der Apartheidsgeschichte des Landes und der Teilnahme von Afrikanern am Weltkrieg auseinandersetzt.

Koloniale Spuren im modernen Sprachgebrauch

Schwarze deutsche Literatur Die richtigen Fragen stellen

Schwarz zu sein sollte heute im multikulturellen Deutschland eigentlich zur Normalität gehören. Und doch kämpfen viele Menschen noch immer mit Alltagsdiskriminierung und teils sogar mit offen ausgetragenem Rassismus. Diese Geschichten finden immer mehr Einzug in die deutsche Literatur.

Foto (Detail): © picture alliance/dpa/ Susanne Hassler Sharon Dodua Otoo bei der Auszeichnung des Ingeborg Bachmann Preises 2016.

Postkoloniale Migration Wo kommst du (wirklich) her?

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Migrationsbewegung von Peruaner*innen nach Deutschland und den postkolonialen Strukturen in Peru? Die Autorin und Künstlerin Helga Elsner Torres fragt sich, was ihren deutschen Urgroßvater Otto Elsner dazu bewogen hat, in den 1920er Jahren nach Peru auszuwandern, und begibt sich auf eine sehr persönliche Entdeckungsreise.

Foto (Detail) © Patricia Wieland Conroy Ferdinand Wieland auf der Hacienda „Constancia“, LHuancavelica, im zentralen Westen Perus.

Schwarze Persönlichkeiten in Brasilien Im Kampf gegen das Vergessen

Die in sechs Jahren Arbeit entstandene „Enciclopédia Negra“ versucht mit individuellen und kollektiven Einträgen Lebensgeschichten von mehr als 550 Schwarzen Persönlichkeiten in Brasilien aus dem 16. bis 21. Jahrhundert sichtbar zu machen.

Foto (Detail): Nathalia Ferreira © Companhia das Letras „Antonica, Luiza e Marcelina“ von Nathalia Ferreira

Erinnerung und Macht Die erfundene „mãe preta“

Das Foto einer Schwarzen Frau an der Küchenwand der weißen brasilianischen Großmutter der Autorin Alma Kaiser wirft viele Fragen auf. Ihre Großmutter nennt die Frau ihre „mãe preta“. Doch wer war sie wirklich?

Foto (Detail): Amanda Perobelli © picture alliance Rassismus – Drei Porträts historischer Schwarzer brasilianischer Persönlichkeiten sind auf Bannern zu sehen.

„Exploring Visual Cultures“ – ein transnationales Projekt Dekolonisierung der Kunstpädagogik?

Die Lehrer*innen-Ausbildung in der Kunstvermittlung an deutschen Hochschulen steckt in einem Dilemma: Der Unterricht ist selten divers und kaum von außereuropäischen Perspektiven geprägt. Ein Interview mit dem Leiter des Projekts „Exploring Visual Cultures“ Prof. Dr. Ernst Wagner von der Akademie der Bildenden Künste München.

Foto (Detail): © El Anatsui Dekolonisierung – Der ghanaische Künstler El Anatsui

Rassismus in Peru Die Angst vor der Gleichheit

Die Geschichte Perus ist geprägt vom Diskurs der Mestifizierung und von gelebtem Rassismus, konstatiert der peruanische Essayist und Literaturkritiker Marcel Velázquez Castro.

© Aliza Yanes & Santiago Calderón dekolonial – Videostandbild aus dem Projekt „Intervention M21“: Das (De-)Koloniale Glossar, Teil 1, „Europa – Außereuropa“

Miguel Covarrubias und die Harlem-Renaissance Der Mexikaner, der die Schwarzen in den Vereinigten Staaten „entdeckte“

Es war eine Premiere, Afroamerikaner*innen in einer der angesehensten Zeitschriften der USA zu zeigen – zu einer Zeit, als dort noch die Rassentrennung existierte. Geliefert hatte die Illustrationen Miguel Covarrubias. ​

Foto (Detail): © D.R. Instituto Nacional de Antropología e Historia, México Rassismus – Der mexikanische Maler, Karikaturist, Ethnologe und Kunsthistoriker Miguel Covarrubias bei der Arbeit.

„Eine Erinnerung in drei Akten“ Die Geister des Kolonialismus

Filmemacher Inadelso Cossa erklärt, wie sein Dokumentarfilm „Uma memória em três atos“ (Eine Erinnerung in drei Akten) sich mit Bildern und Stimmen der Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzt – und eröffnet dabei Wege der Versöhnung.

Foto (Detail): © Inadelso Cossa Kolonialgeschichte – Dieser Screenshotausschnitt aus dem Film „A Memory in Three Acts“ erfasst die verlassenen Überreste des Innenraums von Vila Algarve in Maputo, Mosambik.

Verleugnete Identität „Die Geschichte der Kochkunst aus der Perspektive der Kolonialherren“

Wie stark indigene Völker die heutigen Essgewohnheiten Brasiliens geprägt haben, wird vollkommen negiert, beklagt der Soziologe Carlos Alberto Dória, einer der bedeutendsten Kenner der brasilianischen Kochkunst.

Foto (Detail): Florian Kopp © picture alliance / imageBROKER Maniok – die Basis der brasilianischen Küche: Arbeiter*innen der Kooperative COOPAC schälen Maniok-Wurzeln (Manihot esculenta) für die Produktion von Maniok-Mehl, Siedlung der brasilianischen Landlosenbewegung Movimento dos Trabalhadores Rurais sem Terra, MST, Assentamento 14 de Agosto, Campo Verde, Bundesstaat Mato Grosso

Brasilianische Identität „Fast eine Unmöglichkeit“

Im Kampf gegen den finsteren, den Geschichtsbüchern entsprungenen Spuk ringt Brasilien ums Überleben. Sterben wird es aber nicht, meint Cláudio do Couto und begibt sich auf die Suche nach der brasilianischen Identität. 

Foto (Detail): Rodrigo Abd © picture alliance / AP Photo Capoeira auf dem Ver-o-Peso-Markt am Flussufer in Belém, Brasilien. Capoeira ist eine afro-brasilianische Kampfkunst, die Elemente von Tanz, Akrobatik und Musik verbindet. Sie wurde von versklavten Afrikanern in Brasilien entwickelt.

Schwarze deutsche Literatur Heimat, Identität und Rassismus

Schwarze deutsche Literatur hat eine lange Geschichte und große Bandbreite – sie reicht von Poesie und Autobiografien bis hin zu akademischen und aktivistischen Schriften. Doch bis heute sind schwarze deutsche Autor*innen, vor allem in der Belletristik, weniger sichtbar, schreibt Philipp Khabo Koepsell.

Foto (Detail): © Philipp Khabo Koepsell Einige Beispiele schwarzer deutscher Literatur in einem Bücherregal

Amazonien im Film Stereotype und Realitäten

Von Filmschaffenden zumeist als mythischer und exotischer Raum dargestellt, zeigt sich Amazonien inzwischen auf der Leinwand auch als ein Ort pluraler indigener Identitäten und als kulturell vielfältige Region – insbesondere in lokalen Produktionen. Ein Bericht von Camila Gonzatto.

Foto: Halim Badawi „Ailleurs: Soacha“ von Jose Luis Bongore. Auftragswerk für die Ausstellung „Die Natur der Dinge: Humboldt, Kommen und Gehen“ 2019 im Kunstmuseum der Nationalen Universität von Kolumbien, koproduziert vom Goethe-Institut Kolumbien.

Hinterfragen der Norm In der Kritik: der Landschaftsbegriff

Die wechselseitige Beziehung zwischen Landschaft und Identität erfordert eine kritische Neubetrachtung des überkommenen Landschaftsgenres in Kunst und Fotografie. Die namibische Künstlerin Nicola Brandt fordert einen verständnisvollen Landschaftsbegriff.

Foto: Nicola Brandt „Shark Island and its Hinterland“ („Die Insel Shark Island und ihr Hinterland“), !Nami#Nus/Lüderitz 2012

Weltordnung und Chancengleichheit

Ukraine-Berichterstattung Über die Empathie für das Unsichtbare

Inmitten der Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine treten wie selten zuvor rassistische Relativierungen und Stereotypisierungen offen zutage. Ein Grund dafür ist eine fehlende Diversität in der Medienlandschaft, sagt die Journalistin Sham Jaff.

Foto (Detail): Beata Zawrzel © picture alliance / NurPhoto Nachts, ein blauer Zug, in dessen Eingang ein Schwarzer Mann steht, vor dem Zug gehen zwei Weiße Uniformierte.

Stiller Kolonialismus Machtspiele: „Expats“ versus „Immigrant*innen“

Warum gibt es zwei Begriffe für Menschen, die ihr Heimatland verlassen, um woanders zu leben und zu arbeiten? Die Konnotationen der Begriffe „Expat“ und „Immigrant*in“ verraten die kolonialen Machtstrukturen, die die heutige Migration prägen.

Foto (Detail): Sergi Reboredo © picture alliance Auf einer Hotel-Terasse sitzen mehrere weiße Personen, im Hintergrund sieht man einen Garten und Wasser, weiter hinten steht eine schwarze Person

Reisefreiheit Die Seligen der Erde

Wie frei sind wir, zu reisen, wohin wir wollen? Diese Frage stellt sich die nigerianische Autorin Chika Unigwe und muss der bitteren Wahrheit ins Gesicht sehen, dass Reisefreiheit nicht für alle gilt. Sie hängt davon ab, welchen Pass man hat. 

Foto (Detail): Kim Ludbrook © picture alliance / EPA Reisende gehen zu den Check-in-Schaltern am OR Tambo International Airport Johannesburg, Südafrika.

Im Kampf gegen Rassismus Diversität beginnt mit Einsicht

Mit der Sendung „Die beste Instanz“ reagierte Enissa Amani auf die umstrittene Sendung „Die letzte Instanz“ des WDR und schaffte damit einen Raum für eine Diskussion über Rassismus mit den Menschen, die es täglich betrifft. Was es noch braucht, um die Medienlandschaft in Deutschland diverser zu gestalten, beantwortet sie uns in dem Interview.

Foto (Detail): Erhan Dogan Enissa Amani, Natasha A. Kelly, Max Czollek in der Sendung: „Die beste Instanz“

Monatliches Radioprogramm Latitude on Air

Latitude on Air strahlt einmal im Monat ein zweistündiges Radioprogramm aus, im Onlinestream auf dieser Website. Die Sendungen finden immer am letzten Freitag des Monats von 11 bis 13 Uhr statt. Die Aufzeichnungen der bisherigen Sendungen lassen sich ebenfalls abrufen. Das Thema am 31. Dezember 2021 lautete „70 Jahre Goethe-Institut – Ein paar Blicke zurück und nach vorn“.

© EL BOUM Latitude on Air: Unsettling Power Relations

Rückgewinnung des afrikanischen Narrativs Das Zentrum verlagern

Indem sie vorhandene Erzählräume betreten und neue schaffen, schreiben Afrikaner*innen die Darstellungen in den Geschichtsbüchern um, die sie seit vielen Generationen in den Schulen vorfinden – und werden so von Objekten zu Subjekten ihrer Erzählungen. Nobantu Modise, Gründerin der Onlineplattform „Afrophilia“, spricht über ihre Mission, durch digitales Geschichtenerzählen die Handlungsmacht zurückzugewinnen.
 

Foto (Detail): Sabrina Merolla © picture alliance / ZUMAPRESS.com Latitude – Chimamanda Ngozi Adichie (rechts) im Gespräch mit Yomi Adegoke

Größte Freihandelszone der Welt geplant Ein Afrika nach den eigenen Vorstellungen schaffen

Das Panafrikanische Freihandelsabkommens AfCFTA soll insbesondere den Kreativen des Kontinents zugutekommen. Adwoa Ankoma, Beraterin für Recht und Public Policy, erläutert die Chancen eines eigenen Binnenmarktes für Afrika.​

Foto (Detail) Ghana Presidency © picture alliance / Xinhua News Agency Latitude – Das AfCFTA-Gebäude in Accra, Ghana

Vorurteilhafte Berichterstattung Eine „humanitäre“ Krise?

Die Berichterstattung über den globalen Süden wird regelmäßig für Einstellungen kritisiert, die eher in die Kolonialzeit als in die heutige Welt passen. Begriffe wie „Dritte Welt“ oder „Entwicklungsland“ deuten auf Vorurteile hin. Patrick Gathara stellt diese Praktiken in einer Reihe von Cartoons vor.

Foto (Detail): © Patrick Gathara Latitude – Ein Cartoon, der ein Flugzeug – beschriftet mit „Der Westen“ – zeigt, aus dem Menschen mit Fallschirmen springen. Unten stehen zwei sich unterhaltende Personen. Eine fragt: „Hilfe?“, die andere antwortet: „Nein. Reporter*innen.“

Afrodiasporische Philosophie Für die Pluralität des Wissens

Die außerhalb der westlichen Achse betriebene Philosophie bleibt oft unsichtbar, sofern sie nicht ohnehin als exotisch betrachtet oder gering geschätzt wird. Die vom Brasilianer Wanderson Flor geschaffene Website „Filosofia Africana“ versucht dies zu ändern.

Foto (Detail): Silvia Izquierdo © picture alliance / AP Photo Latitude – Menschen tragen Masken von Paulo Freire während eines Protests in Rio de Janeiro, Brasilien.

Dekolonisierung der Sprache „Ich habe es satt, dass ihr mich anders macht“

Immer noch gibt es in der Sprache Begriffe, die aus tief verwurzelten rassistisch-kolonialen und diskriminierenden Strukturen unserer Gesellschaft stammen. Wie können verletzbare Minderheiten eine Stimme bekommen? Der Journalist und Buchautor Mohamed Amjahid setzt sich aus einer Alltagsperspektive mit der Dekolonisierung der deutschen Sprache auseinander.

Foto (Detail): Saliva Glance © Diese Datei ist lizenziert unter der Attribution-Share Alike 2.0 Generic Lizenz. Anton-Wilhelm-Amo-Straße in Berlin Schild

Raum erobern Afrikanische Stimmen im Internet stärken

Es gibt in der Enzyklopädie „Wikipedia“ mehr Inhalte über Frankreich als über alle afrikanischen Staaten zusammen. Die Initiative WikiAfrica Education möchte dem entgegenwirken. Adama Sanneh, Mitbegründer und CEO der Moleskine Foundation, die diese Initiative organisiert, spricht darüber, wie wichtig es ist, Onlinedatenbanken und den globalen Diskurs um afrikanische Sprachen und Geschichte zu ergänzen.

Foto (Detail): Alex Hofford © picture alliance / dpa Latitude – Teilnehmende der Konferenz „Wikimania“ 2013

Ein neues weltweites Miteinander schaffen Humanismus – vom individuellen zum dividuellen Konzept

Hinter dem Begriff Humanismus steckt mehr als nur Menschlichkeit. Denn, wie Philosophin Michaela Ott schreibt, definierte Kolonialismus lange Zeit, wer als Person betrachtet wurde und wer nicht, und was für einen veränderten, inklusiveren Begriff spricht. 

Foto (Detail): Lyv Tianran © picture alliance / Xinhua News Agency Das Denkmal The Long March to Freedom in Südafrika besteht aus Statuen, die Personen darstellen, die seit dem 17. Jahrhundert bis zu den ersten Wahlen nach der Apartheid 1994 gegen Unterdrückung kämpften.

Diversität in den Medien „Guter Wille alleine reicht nicht“

Zu wenig Journalist*innen mit Migrationshintergrund oder aus benachteiligten sozialen Gruppen: Wie schafft man es, die gesellschaftliche Vielfalt auch personell in den Redaktionen abzubilden? 

Foto (Detail): © picture alliance/Geisler-Fotopress/Christoph Hardt „Meine Eltern kommen aus dem Irak, haben Sie ein Problem mit mir?“ Dunja Hayali befragte 2015 als Journalistin mit Migrationshintergrund Teilnehmer*innen der migrationsfeindlichen Demonstrationen von Pegida. Hier bei der Diskussion zu ihrem Buch „Haymatland – Wie wollen wir zusammenleben?“ 2019 in Köln.

Interview mit Carola Lentz „Mich interessiert: Wie werden globale Debatten jeweils lokal oder regional gestaltet?“

Die international renommierte Ethnologin Carola Lentz ist seit Mitte November 2020 Präsidentin des Goethe-Instituts. Sie spricht mit „Zeitgeister“ über ihre Auseinandersetzung mit zentralen Themen des globalen Diskurses und die Rolle der Bildungs- und Kulturarbeit in einer globalisierten Welt.

Foto (Detail): © Carola Lentz Latitude – Festtagsstoff aus Ghana mit dem Logo und Motto für das sechzigjährige Unabhängigkeitsjubiläum, Accra 2017.

Koloniale Kontinuitäten Biafraland und ein Doppelgänger aus der Vergangenheit, die es niemals gab

In vielen afrikanischen Staaten sind die Umbrüche und die Krisenanfälligkeit häufig auch auf das koloniale Erbe zurückzuführen. Richard Ali benennt in seiner kritischen Analyse der Lage in Nigeria weitere Ursachen und liefert Lösungsansätze.

Foto (Detail): Lekan Oyekanmi © picture alliance/AP Photo Dekolonisierung – Auf diesem Foto vom Sonntag, 28. Mai 2017 versammeln sich Mitglieder einer Biafra-Separatistenbewegung während einer Veranstaltung in Umuahia, Nigeria. Die Mitglieder gedenken ihrer gefallenen Helden 50 Jahre nach dem nigerianischen Bürgerkrieg, in dem mehr als eine Million Menschen bei dem Vorhaben starb, einen Staat für das Volk der Igbo zu schaffen.

Die Herausforderung der Integration Demokratie und koloniales Erbe in Lateinamerika

Inwieweit stellt die externe Abhängigkeit von den ehemaligen imperialen Mächten eine Herausforderung für die Demokratie dar? Nicolás Lynch Gamero beleuchtet die Situation in Lateinamerika.

© Aliza Yanes & Santiago Calderón dekolonial – Videostandbild aus dem Projekt „Intervention M21“: Das (De-)Koloniale Glossar, Teil 1, „Europa – Außereuropa“

Einfach kompliziert Technologische Lösungen im globalen Süden

Dank aufkommender Technologien können die Länder des globalen Südens ihren Wandel und ihr Wachstum exponentiell beschleunigen. So vielfältig wie das Potenzial sind jedoch auch die Grenzen dieser Technologien. Warum das so ist, erläutert Nanjira Sambuli.

Foto (Detail): Photoshot © picture alliance Globaler Süden: Computertechnologie mit iHub, Kenia

Kolonialismus überwinden Latitude: Zurück zum Punkt Null

Der westliche Imperialismus unterteilt die Welt bis heute in den globalen Norden und globalen Süden. Der Äquator als Breitengrad 0° benötigt dringend eine kritische Neubewertung, fordert die kenianische Performancewissenschaftlerin Mshaï Mwangola.

Foto (Detail): Guenter Fischer © picture alliance / imageBROKER Latitude: Markierung der geografischen Breite von null Grad als gelbe Äquatorlinie, Äquatormonument La Mitad del Mundo (Mitte der Welt) in San Antonio de Pichincha, Ecuador, Südamerika

Digitale Kluft Dekolonisiert das Internet

Das Internet ist geprägt von Machtstrukturen. Der digitale Kolonialismus zeigt, wie sich etablierte Hierarchien auch im weltweiten Netz verfestigen. Doch bei Aktivist*innen und Künstler*innen wächst der Widerstand, stellt Ina Holev fest.

Foto (Detail): Tsvangirayi Mukwazhi © picture alliance / AP Photo Simbabwe, Mutare, etwa 270 Kilometer östlich der Hauptstadt Harare, 23. November 2019: Menschen an einem der weniger öffentlichen Orte mit kostenlosem WLAN. Laut einem jüngsten unabhängigen Bericht verfügt Simbabwe über eine der teuersten mobilen Datenquellen der Welt. Die hohen Datenkosten werden vor allem darauf zurückgeführt, dass das Land über relativ wenige mobile Internetanbieter verfügt und dass es sich um ein Binnenland handelt.

„Ethik des Weges“ Gegen die identitäre Erstarrung

Der zunehmenden „Einigelung“ setzt der postkoloniale Theoretiker Achille Mbembe eine Ethik „des Weges, der Zirkulation und der Verwandlung“ entgegen und bringt frischen Wind in den immer penetranteren Muff der nationalen Räume.

© Jean Counet Achille Mbembe

Gefahr einer „Einheitskultur“ „Warum halten wir Unterschiedlichkeit für ein Problem?“

Der kamerunische Philosoph Achille Mbembe spricht über Ausländerfeindlichkeit, Nationalismus, die Position des Fremden, die Gefahr einer „Einheitskultur“ sowie über Artikulationsräume für Differenz.

Foto: Erick Christian Ahounou Achille Mbembe

Künstler*innen im globalen Süden Die Chance des Kontinents

„Nicht alles Gute muss unbedingt aus dem Westen kommen“: Die Künstlerin Ndidi Dike über die Chancen, die der afrikanische Kontinent bietet – und warum wir uns stärker mit Produktionsbedingungen auseinandersetzen sollten.

Foto (Detail): © Oleg Stepanov Die Künstlerin Ndidi Dike über die Chancen, die Afrika bietet.