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Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen für Sprachen:
Lernen, lehren, beurteilen
Überblick

Kapitel 1 definiert die Absichten, Ziele und Funktionen des hier vorgelegten Referenzrahmens im Licht der allgemeinen Sprachenpolitik des Europarats und besonders der Förderung der Mehrsprachigkeit als Reaktion auf die linguistische und kulturelle Vielfalt Europas. Sodann stellt es die Kriterien dar, die der Referenzrahmen erfüllen sollte.
 
Kapitel 2 erklärt den Ansatz, der gewählt wurde. Das Beschreibungssystem basiert auf einer Analyse der Sprachverwendung. Diese geht von Strategien aus, mit denen die Lernenden ihre allgemeinen und ihre kommunikativen Kompetenzen aktivieren. Beide sind nötig, um sprachliche Aktivitäten und Prozesse auszuführen, die bei der Produktion und Rezeption von Texten und zur Ausführung von Diskursen über bestimmte Themen beteiligt sind. Sie ermöglichen den Lernenden, unter den in bestimmten Situationen gegebenen Bedingungen und Beschränkungen kommunikative Aufgaben zu erfüllen, denen sie sich in den verschiedenen Lebensbereichen (= Domänen) gegenüber sehen. (Die kursiv geschriebenen Wörter bezeichnen die Parameter der Beschreibung des Sprachgebrauchs und der Fähigkeit der Sprachverwender bzw. Sprachenlernenden, Sprache zu benutzen.)
 
Kapitel 3 stellt die Gemeinsamen Referenzniveaus vor. Fortschritte beim Erlernen einer Sprache können unter Bezug auf die Parameter des Beschreibungssystems in einer flexiblen Reihe von Stufen des Sprachstands kalibriert werden, die mit Hilfe angemessener Deskriptoren definiert sind. Dieser Beschreibungsapparat sollte umfassend genug sein, um das vollen Ausmaß der Bedürfnisse von Lernenden zu erfassen und somit auch die Ziele, die verschiedene Anbieter verfolgen, oder auch die Anforderungen zu präzisieren, die in Sprachprüfungen und bei Qualifikationsnachweisen an die Kandidaten gestellt werden.
 
Kapitel 4 setzt, gemäß den identifizierten Parametern, recht detailliert (wenn auch nicht vollständig oder endgültig) die Kategorien fest (wenn möglich, in Skalen), die man zur Beschreibung der Sprachverwendung und der Sprachverwender bzw. Sprachenlernenden benötigt. Dazu gehören: Domänen (Lebensbereiche) und Situationen, die den Kontext für den Sprachgebrauch darstellen; Themen, kommunikative Aufgaben und Ziele der Kommunikation; kommunikative Aktivitäten, Strategien und Prozesse sowie Texte, besonders in ihrem Bezug zu sprachlichen Aktivitäten und Medien.
 
Kapitel 5 kategorisiert im Detail die allgemeinen und kommunikativen Kompetenzen des Sprachverwenders bzw. Sprachenlernenden, wo möglich in Skalen.
 
Kapitel 6 betrachtet die Prozesse des Sprachenlernens und -lehrens und befasst sich mit den Beziehungen zwischen Erwerben und Lernen sowie mit der Beschaffenheit und der Entwicklung einer mehrsprachigen Kompetenz, aber auch mit den Optionen der Methodik auf allgemeinerer oder spezifischer Ebene, und zwar unter Bezug auf die in Kapitel 3 und 4 dargelegten Kategorien.
 
Kapitel 7 prüft im Detail die Rolle, die kommunikative Aufgaben beim Sprachenlernen und -lehren spielen.
 
Kapitel 8 befasst sich mit den Implikationen der Sprachenvielfalt für die Curriculumentwicklung und behandelt offene Fragen wie: Mehrsprachigkeit und Plurikulturalität; differenzierte Sprachlernziele; Grundlagen der Curriculumentwicklung; Curriculumszenarien; lebenslanges Lernen; Modularität und Teilkompetenzen.
 
Kapitel 9 diskutiert die verschiedenen Funktionen des Prüfens und Beurteilens sowie die entsprechenden Beurteilungs- und Bewertungsverfahren, vor allem auch in Hinblick auf die Notwendigkeit, die konkurrierenden Kriterien der Vollständigkeit, Genauigkeit und praktischen Durchführbarkeit in Einklang zu bringen.
 
Die allgemeine Bibliographie enthält eine Auswahl von Büchern und Artikeln, die die Benutzer des Gemeinsamen Referenzrahmens vielleicht konsultieren möchten, um die angeschnittenen Fragen zu vertiefen. Die Bibliographie enthält sowohl relevante Publikationen des Europarats als auch andere.
 
Anhang A behandelt die Entwicklung von Deskriptoren für Sprachkompetenz. Hier werden Methoden und Kriterien für die Skalierung erklärt sowie die Anforderungen an die Formulierung von Deskriptoren für die Parameter und Kategorien, die an anderer Stelle eingeführt werden.
 
Anhang B gibt einen Überblick über das Schweizer Projekt, in dem Beispieldeskriptoren entwickelt und skaliert wurden. Alle im Text enthaltenen Beispielskalen sind mit den Seitenangaben zusammengestellt.
 
Anhang C enthält die Deskriptoren zur Selbstbeurteilung auf den Niveaustufen, die vom DIALANG-Projekt der Europäischen Kommission zur Verwendung im Internet übernommen wurden.
 
Anhang D enthält die Kann-Deskriptoren für die Folge von Niveaustufen, die von der Association of Language Testers in Europe (ALTE) entwickelt wurden.
 

 
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