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Ausschreibung für eine Künstlerresidenz im extremen Süden Chiles – Künstlerforschungsprogramm „Magallanes 2020“ (German)

Das Künstler*innenforschungsprogramm „Magallanes 2020“ findet in Punta Arenas statt und wird von der Universität Magallanes koordiniert.

Das Programm trägt den Namen dank des 500-jährigen Jubiläums der Expedition, bei welcher der Portugiese Fernando de Magallanes die Meeresenge, die heute seinen Namen trägt, für den Westen „entdeckte“.

Um die Zusammenarbeit zwischen Chile und Deutschland zu fördern, unterstützt das Goethe-Institut Chile die folgende Ausschreibung, welche sich an Künstler*innen richtet, die in Deutschland ansässig sind und sich für eine künstlerische Zusammenarbeit mit Wissenschaftler*innen interessieren.

Die Region Magallanes und die chilenische Antarktis gehören zu den zehn am dünnsten besiedelten Gebieten der Welt. Mehr als die Hälfte des Gebiets steht unter Naturschutz, ob als National- oder privater Park, Meeresschutzgebiet oder Biosphärenreservat. Dies zeigt die wissenschaftliche Bedeutung des Gebiets, vor allem vor dem Hintergrund des Klimawandels, da die Region zu den zehn am stärksten betroffenen Regionen weltweit gehört (Global Climate Risk Index der Umweltorganisation Germanwatch).

Neben der großen klimatischen sowie ökologischen Relevanz des Gebiets ist es außerdem auch von besonderer kulturell-historischer Bedeutung. Einst von indigener Bevölkerung bewohnt, wurde während der europäischen Eroberung ein surreales Phantombild kreiert, das vor allem die Angst vor dem Unbekannten widerspiegelte.

Mit dieser kurzen Einführung hoffen wir Künstler/-innen für die verschiedenen Aspekte dieses einzigartigen Ökosystems im extremen Süden des amerikanischen Kontinents zu interessieren, ebenso wie für die reiche Geschichte vor und nach der europäischen Entdeckung der Magallanstraße.

Die Universität Magallanes verfügt über die folgenden Forschungszentren, mit denen eine Zusammenarbeit möglich wäre:

Meeresbiologisches Laboratorium (Meeressäugetiere, Algen, Klimawandel) in Punta Arenas
Ethnobotanischer Garten Omora / Universitätszentrum in Puerto Williams
Centro de Estudio del Hombre Austral (Studienzentrum zu Patagonien/ Archäologie und Geschichte) in Punta Arenas

Der/Die Künstler/-in kann während des mindestens einmonatigen Aufenthalts in Magallanes ein eigenes Projekt verwirklichen und gleichzeitig Kontakte zu der lokalen Gemeinschaft aufbauen. Zu diesem Zweck können neben Gesprächen oder Workshops auch andere, eigene Ideen umgesetzt werden.

Im Programm enthaltene Kostenübernahmen

  • Hin- und Rückflug von Deutschland nach Punta Arenas ( bzw. Puerto Williams)
  • Unterbringung und Verpflegung
  • Unterstützung für eventuell anfallende Material- und Herstellungskosten (auf Antrag)

Zeitraum der Residenzen

Die ca. einmonatigen Residenzen beginnen am 21. Oktober 2017 – dem Tag, an dem vor 500 Jahren Magallanes die Durchquerung der Meeresenge startete – und gehen bis zum 31. April 2018. Während der Semesterferien im Februar 2018 gibt es keine Aufenthaltsmöglichkeit.

Bewerbungsfrist: 19. September 2017

Anforderungen an den/die Künstler/-in für den Aufenthalt

Es gibt keine Einschränkung in Bezug auf Technik und Methode der künstlerischen Arbeit. Sie sollte aber idealerweise ein Ergebnis in Form eines Kunstwerks, eines Werkes in einer anderen anerkannten Disziplin oder einer Publikation hervorbringen. Arbeiten experimentellen oder transdisziplinären Charakters sind auch erwünscht.

Zusätzlich wird erwartet, dass der/die Künstler/-in mindestens eine Aktivität macht in der Kontakt zur lokalen studentischen Gemeinschaft entsteht.

Basiskenntnisse des Spanischen sind Voraussetzung.

Bewerber/-innen werden gebeten Portfolio, Lebenslauf und Motivationsschreiben mit Angabe des gewünschten Zeitraums zu senden an: residenciamagallanes2020@gmail.com.