Perspektivwechsel

Ausschreibung Residenzprogramm in Lagos/ Nigeria

Ausschreibung Residenzprogramm in Lagos/ Nigeria Das Goethe-Institut Nigeria schreibt in Kooperation mit der Arthouse Foundation Lagos, der Städtischen Galerie Wedding Berlin, dem Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) und dem Savvy Contemporary zwei je 6-wöchige Residenzen für Künstler*innen/Kurator*innen aus Berlin in Lagos aus.

Die Ausschreibung richtet sich an junge Künstler*innen und Kurator*innen mit Wohnsitz in Berlin, die bisher noch nicht die Möglichkeit eines Arbeitsaufenthalts in Lagos hatten. Durch die Zusammenarbeit von Goethe-Institut Nigeria, Arthouse Foundation und Galerie Wedding Berlin, bietet diese Residenz neben der Möglichkeit des Arbeitsaufenthaltes in Lagos/Nigeria, Einblick in die Arbeit zweier wichtiger Kulturinstitutionen in Lagos, mit Beratungs - und Kontaktmöglichkeiten, sowie die Möglichkeit einer abschließenden Präsentation in der Arthouse Foundation Lagos.

Erforderlich für die Bewerbung ist die Beschreibung eines Projektvorhabens in einem frei wählbaren Medium der bildenden Kunst und/oder Performance zum Thema „unsustainable privileges“.

Etwa zeitgleich findet in Berlin eine Residenz für eine/n Künsterler*in/Kurator*in aus Lagos statt. Im Vorfeld der Residenz in Lagos wird es ein Treffen mit diesem/r Resident*in in Berlin geben.

„unsustainable privileges“
Das übergreifende Thema der insgesamt drei bilateral angelegten Residenzen 2018 ist die künstlerische Reflektion über nichtnachhaltige Privilegien.

Was bedeutet es heute Privilegien zu besitzen, sie zu verlieren oder neue zu erwerben? Welche neuen Blickwinkel, Räume, Archäologien und sozialen Zirkulationen sehen wir unter dem Einfluss der globalen Migrationsbewegungen? Haben Privilegien eine Zukunft? Wie könnten diese aussehen?

Die Auseinandersetzung mit dem Thema der Privilegien ist eine umgekehrte Fragestellung zu der nach dem vom „othering“ geprägten postkolonialen Verhältnis zwischen Nord und Süd. Angestrebt ist ein Vergleich und/oder eine Kollision nördlicher und südlicher Perspektiven, die jede*r Resident*in mitbringt und an dem jeweils anderen Ort erfährt. Das Thema ist eine Aufforderung, die nahe Zukunft lokal zu erforschen, wo alle Sorten von Privilegien von den Menschen welche sie haben, und jenen, die sie brauchen, in kreativer Sprache erneut verhandelt werden.

Zeiträume: Lagos: 10.9. - 15.10. 2018 und 16.10. - 30.11. 2018

Folgende Kosten werden durch das Austauschprogramm übernommen: Unterkunft und Atelier in der Arthouse Foundation Lagos, Flugkosten Berlin-Lagos (Economy class), Visagebühr, Vepflegungspauschale

Fragen bitte an: Constanze Fischbeck
Mail Symbollagos-residency@galeriewedding.de

Einzureichende Unterlagen (deutsch oder englisch)
1. ausgefülltes online Bewerbungsformular
2. Curriculum vitae
3. Portfolio, Publikationen und/oder Kataloge als PDFs
4. Projektbeschreibung zum Thema der "unsustainable privileges"
(max. 5000 Zeichen, PDF max. 5mb. Folgende Fragen sollen berücksichtigt werden: Wie korrespondiert das Thema mit Ihrer künstlerischen Praxis? In welchem Format arbeiten Sie? Wie beschreiben Sie Ihre künstlerischen Arbeitsprozesse? Können Sie sich eine Zusammenarbeit mit den anderen Residenten vorstellen? Wie/ Was erwarten Sie von der Teilnahme an diesem Programm?)

Link zum Bewerbungsformular.

Vollständige Bewerbungsunterlagen an:
Download Symbollagos-residency@galeriewedding.de

Einsendeschluss: 31. Januar 2018

Die Auswahl der findet durch eine unabhängige Jury im März 2018 statt.

Projektpartner

Goethe-Institut Nigeria: Das Goethe-Institut e.V. ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Das Goethe-Institut Nigeria organisiert und unterstützt ein breites Spektrum von Veranstaltungen zur Präsentation deutscher Kultur in Nigeria und realisiert gemeinsam mit nigerianischen Partnern Projekte zum interkulturellen Austausch. Es bietet Beratungs - und Kontaktmöglichkeiten während der Residenzen.
www.goethe.de

Arthouse Foundation: Die Arthouse Foundation ist der Arbeits- und Aufenthaltsort dieses Programms. Am Ende des 6-wöchigen Aufenthalts wird eine Präsentation stattfinden. Sie ist eine gemeinnützige Organisation, mit dem Ziel, die kreative Entwicklung zeitgenössischer Kunst in Nigeria zu fördern. Die Arthouse Foundation bietet Künstlern eine Plattform, um ihre Arbeit zu erweitern und mit neuen Kunstformen und -ideen zu experimentieren. Mit der Einrichtung eines Netzwerkes, das den interkulturellen Austausch zwischen nigerianischen und internationalen Künstlern unterstützt, versteht die Arthouse Foundation zeitgenössische Kunst als Bildungsmodell, um Communities einzubinden, den sozialen Dialog zu fördern und den kritischen Diskurs künstlerischer Praktiken zu fördern.
www.arthousefoundation-ng.com

Galerie Wedding Berlin: Die Galerie Wedding – Raum für zeitgenössische Kunst ist eine städtische Galerie in Berlin Mitte. Hier findet die verbindliche Abschlusspräsentation statt. Sie befindet sich inmitten eines urban und multikulturell geprägten Stadtteils zwischen Müllerstraße und Leopoldplatz in einem historischen Gebäude des Expressionismus. Wie schon das Bauwerk Teil eines utopischen Gesellschaftsentwurfs war, folgt die Galerie Wedding dem Anspruch, ein Ort für zeitgenössische künstlerische Ausdrucksformen und zukunftsweisende gesellschaftspolitische Modelle zu sein.
www.galeriewedding.de

Zentrum für Kunst und Urbanistik: Das ZK/U versteht sich als Labor intermedialer und interdisziplinärer Aktivitäten, die sich künstlerisch und wissenschaftlich mit dem Phänomen Stadt auseinandersetzen. Über temporäre thematische Schwerpunkt-Programme verdichtet sich der kreative Austausch entlang zeitgenössischer Fragestellungen.
Den Fokus bilden raumtheoretische Fragen der Urbanistik: Geographie, Anthropologie, Stadtentwicklung, Architektur und Sozialwissenschaften treffen auf zeitgenössische Künstlerpositionen von Kontext- und Interventionskunst über Conceptual Art bis zu Street Art. Diese thematische Auseinandersetzung bindet neben den Partnern aus der Bildenden Kunst auch andere künstlerische Sparten wie zeitgenössische Tanz- und Theaterformate sowie Musik und Literatur ein.
www.zku-berlin.org

Savvy Contemporary Berlin: Als Kunstraum, diskursive Plattform, Ess- und Trinkort, Njangi-Haus, Raum für Zusammenkünfte SAVVY Contemporary situiert sich an der Schwelle zu Vorstellungen und Konstrukten des Westens und Nicht-Westens, vor allem um zu verstehen und zu verhandeln, und Ideologien und Konnotationen zu dekonstruieren, die für solche Konstrukte von Bedeutung sind.
Ein wichtiger Teil unserer Kultur ist es, disziplinär zu arbeiten. Mit Teammitgliedern aus 12 Ländern und 5 Kontinenten, ausgebildet als Biotechnologen, Kunsthistoriker, Kulturtheoretiker, Anthropologen, Designer und Künstler, denken wir, dass interdisziplinäres Arbeiten nicht ausreicht, man muss sich aus dem engen Korsett der eigenen Disziplin befreien können.
www.savvy-contemporary.com