Methodik / Didaktik

Im schulischen Kontext gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, dem Thema Mehrsprachigkeit zu begegnen und ein Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen: so kann man als Lehrkraft Raum für Kreativität und spielerische Sprachbegegnung geben oder aber Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer oder dem Schulhaus sichtbar machen. Doch auch im Bereich des Grammatik-Unterrichts und der Sprachbetrachtung gibt es viele Wege, die Kinder das Thema Sprachenvielfalt entdecken zu lassen. Hier finden Sie eine kleine Sammlung an didaktischen Tipps und Anregungen.

    Kreatives

    • Sprachentabelle, Collagen, Steckbriefe und Selbstporträts: mit Übersicht über Namen, Sprachen, Dialekte sowie Steckbriefe und Selbstporträts mit allen Sprachen
    • Sprachporträt: welche Gefühle und Vorstellungen verbindet man mit welcher Sprache? jedes Kind wählt für jede seiner Sprachen eine eigene Farbe und überlegt, welche Bedeutung jede Sprache für das Kind hat; dann malt es jede Sprache in einen Körperumriss; wo sitzt welche Sprache, wie viel Raum nimmt sie ein, welcher Körperregion sind die Sprachen zugeordnet?
    • Sprachenwand / Sprachencollagen / Sprachen-Skulpturen oder Objekte: die Schüler bringen Objekte, Texte, Comics, Verpackungen etc. in ihrer Sprache mit und gestalten daraus zusammen ein großes Plakat, eine Collage oder ein Objekt/eine Skulptur
    • Mehrsprachige Sammlungen von Wörtern, Sätzen, Gegenständen in den Sprachen der Kinder, Eltern, Verwandten etc…
    • Rollenspiele: zum Beispiel kleine Szene von Kindern einer Sprache vorgespielt, dann erraten: worum ging es?

    Mehrsprachigkeit sichtbar machen

    • Begrüßungsformeln in allen Sprachen: Dekoration der Eingangshalle / des Schulflurs mit Begrüßungsformeln in allen Sprachen. Möglich auch mit notierter Aussprachehilfe
    • Mehrsprachige Beschriftungen: Gebrauchsgegenstände mehrsprachig beschriften oder mehrsprachig an die Tafel schreiben
    • Sprachenvielfalt auf Land- und Weltkarten sichtbar machen: wo spricht man welche Sprache (mit Stecknadel und kleinen Zettelchen markieren, wo die Eltern und Großeltern herkommen und wo welche Sprache gesprochen wird.)

    Laute und Buchstaben

    • Das Alphabet mehrsprachig einführen: Welche Wörter beginnen in der Erstsprache mit B, welche Wörter aus anderen Sprachen lassen sich dazu finden?
    • Laute, Buchstaben und Reime: Wörter mit denselben Buchstaben, Reimen, Klängen in mehreren Sprachen sammeln
    • Sprachliche Stolpersteine und Reime: Sammeln von Zungenbrechern, Reimen, Versen, Witzen, Werbematerialien in mehreren Sprachen
    • Vergleich der Schrift, Schriftzeichen, Anzahl der Buchstaben / Schriftzeichen

    Mehrsprachig Schreiben

    • Mehrsprachige Bilderbücher selbst gestalten
    • mehrsprachige Gedichte verfassen
    • Kreatives mehrsprachiges Schreiben: zu Themen wie zum Beispiel Großeltern (als meine Oma/mein Opa klein war…; Texte in jeweiliger Muttersprache und in Deutsch zum Vergleich);
    • Briefe oder E-Mails schreiben: in der Erstsprache mit Schülern aus Partnerklasse, aus den verschiedenen Herkunftsregionen oder auch klassenintern

    Mehrsprachig Lesen und mehrsprachig Medien nutzen

    • Mehrsprachige Bibliotheken: Mehrsprachige Lese-Ecke oder Klassen- / Schulbibliothek
    • Vorstellen von Lieblingsbüchern mit kurzem Vorlesen in der jeweiligen Sprache
    • Gedichte, Märchen, Fabeln in den jeweiligen Sprachen und Dialekten einüben (vorgelesen in Originalsprache, Zusammenfassen auf Deutsch)

    Sprachbetrachtung und Grammatik

    • Interkulturelle Vergleiche sprachlicher Phänomene: von Wortarten (gibt es Adjektive in anderen Sprachen?), zusammengesetzten Wörtern (welche Wörter kann man zusammen setzen?), Vor- und Nachsilben, Wortfamilien, Satzbau
    • Sprachvergleich von Redewendungen: „vor Wut platzen“, kombiniert mit Zeichnungen
    • Sprachvergleich von Homonymen: Vergleich von Wörtern mit zwei Bedeutungen
    • Internationalismen, Fremd- und Lehnwörter finden und vergleichen
    • Wortschatztraining in mehreren Sprachen

    Mehrsprachige Spiele

    • Sprachenchaos: Die Kinder gehen im Klassenzimmer umher, jeder spricht in seiner Sprache, bei Begegnung mit Schülern anderer Sprachen soll versucht werden, sich miteinander zu unterhalten
    • Gemüsesuppe: Eine Geschichte wird in mehreren Sprachen erzählt oder vorgelesen, bei der Nennung eines speziellen Wortes, klatschen die Schüler in die Hände
    • Flüster-Post: Wörter aus anderen Sprachen werden im Kreis dem Sitz-Nachbarn möglichst unverfälscht weitergegeben
    • Spiele selbst herstellen: Memory-, Quartett- oder Domino-Spiele mehrsprachig gestalten
    Alle Ideen entnommen aus: Schader, Basil (2004) Sprachenvielfalt als Chance.
    Köln: Bildungsverlag Eins

    Theaterprojekt: Der Hamburger Wasserträger

    Der Hamburger Wasserträger

    Goethe-Institut
      Die Hamburger Legende zum Wasserträger – szenisch dargeboten und in sechs verschiedenen Sprachen von Kindern gelesen. 2009 haben Grundschulkinder aus Hamburg, München und Berlin gemeinsam eine szenische Lesung zum Buch „Der Hamburger Wasserträger“ von Michael Moellers aufgeführt. Die Kinder zeigten dabei, wie Verständigung über ihre Stadtgrenzen hinaus und interkulturell über sechs verschiedene Sprachen – unterstützt durch Gestik, Mimik, Bilder und pantomimisches Geschick – funktionieren kann. Mehr ...
      © Goethe-Institut

      Autor und Buch

      Michael Moellers, Jahrgang 1967, absolvierte seine kaufmännische Lehre und arbeitete dann als Gästeführer in Hamburg, auf Malta und in der Bretagne. Seine erste Publikation war das Comicbuch „Die Spielchen des Olymp“, ein Beitrag zur Bewerbung Hamburgs als Austragungsstätte für die Olympischen Spiele 2012.Mehr ...
      © Goethe-Institut

      Aufführung in Berlin

      Die Idee zu diesem multikulturellen Theaterprojekt für Kinder basiert auf dem zweisprachigen Buch „Der Hamburger Wasserträger“ von Michael Moellers. Das Buch ist sprachlich so einfach gehalten und reich bebildert, dass diese typische Stadtgeschichte lebendig wird. Mit Bildern aus der szenischen Umsetzung in Berlin.Mehr ...
      © Goethe-Institut

      Anschauungsmaterial zum Theaterprojekt

      Leseprobe, Textausschnitte des Theaterstücks, Musiknoten sowie den Ablaufplan des Projekts in Hamburg zum Herunterladen.Mehr ...

      mehrsprachICH

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      11 Fragen zur Mehrsprachigkeit

      © colourbox.com
      Erfolgreiche Litauer und Deutsche erzählen über das Sprachenlernen, Sprache im Alltag und die Mehrsprachigkeit in Litauen und Europa

      SCHIRMHERRSCHAFT DES PROJEKTS

      copyright: Europäische Kommission
      Leonard Orban, Mitglied der Europäischen Kommission zuständig für Mehrsprachigkeit