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Copyright: Rose Epple

Wie zeigt sich eigentlich die Krise, von der alle sprechen? Haben sich die Städte verändert? Und wie können wir die Krise überwinden?
Seit 2013 werden bei den We-Traders Foren und den We-Traders Ausstellungen in Lissabon, Madrid, Berlin, Turin und Toulouse Diagnosen ausgetauscht. Ab 2015 kommen neue Perspektiven von We-Traders aus Brüssel dazu. Hier einige Kostproben vom Herbst 2013.

 

Krise und Stadt

In vielen südwesteuropäischen Städten, aber auch in Deutschland zeigen sich Auswirkungen der Finanzkrise. Immobilienspekulationen ziehen sowohl Leerstand als auch Wohnungsnot nach sich und verdrängen einkommensschwächere Schichten an die Peripherie. Die soziale Polarisierung nimmt zu und einzelne Bevölkerungsgruppen wie Jugendliche werden von zukunftsfähigen Entwicklungen abschnitten. Sozial verträgliche ökologische Maßnahmen werden immer dringlicher, genauso wie die Suche nach Lösungen für demografische Extreme wie schnelles Wachstum oder ein starker Bevölkerungsrückgang.

Demokratie und Stadt

In der Krise steigt die Wertschätzung von Eigeninitiative in der Stadtentwicklung. Vielerorts öffnet sich die Stadtplanung für partizipative und kooperative Verfahren. Die Gründe für einen solchen Paradigmenwechsel sind durchaus unterschiedlich und reichen von leeren Kassen, die nach Low-Cost-Projekten rufen, bis zur sozialen Leere, die ein zu schnelles Wachstum hinterlässt – Stichwort mangelnder Bürgersinn. Auch digitale Medien stärken die Forderungen nach Transparenz und Mitgestaltung.

Markt und Stadt

Aus urbanistischer Perspektive ist der Markt besonders interessant, weil sich hier der Ursprung des Städtischen festmachen lässt. Historisch betrachtet, ist der Markt ein notwendiges Kriterium für jede Stadt. Märkte ermöglichen den Austausch von Waren, Fertigkeiten und Wissen. Auf diese Weise bleibt die Stadt offen für Veränderung und erhält ihre Welthaftigkeit. Was aber tun, wenn die Märkte versagen und durch Spekulation in Verruf geraten? Es ist Zeit, die Märkte selbst zu gestalten und das Verhältnis von Wert, Profit und Gemeinwohl neu zu definieren: Willkommen We-Traders!

Text: Angelika Fitz