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Über das Projekt

Salvador/Hamburg: Frühe und späte Globalisierung möchte sowohl mit der Sprache der Künste als auch in Seminaren die Dynamik der Globalisierung aufzeigen, der die beiden Städte Salvador und Hamburg ausgesetzt waren und sind.

Städte sind in unserem Verständnis Konvergenz- und Kristallisationspunkte der Globalisierung. Aus diesem Blickwinkel repräsentiert Salvador – als Stadt Resultat der europäischen Expansionswelle im 16. Jahrhundert – die frühe Globalisierung, während Hamburg als Beispiel für die späte Globalisierung dient; ein Begriff, der auf die zunehmende Vernetzung der Weltwirtschaft durch Direktinvestitionen seit den 1960er-Jahren zielt.

Salvador, gegründet im Kontext globaler Interessen im 16. Jahrhundert, wuchs schnell und wurde als wichtiger Umschlagplatz bald Hauptstadt der portugiesischen Kolonie, die Zucker produzierte und nach Europa ausführte und versklavte Arbeitskräfte aus Afrika einführte. Bis heute ist das Stadtbild zu einem großen Teil von den Strukturen geprägt, die damals entstanden sind.

Hamburg, dessen Hafen momentan in Folge der Globalisierung internationaler Eliten und des Seehandels mit Containerschiffen radikal umgebaut wird, ist im aktuellen Deutschland das Beispiel für späte Globalisierung und deren Konsequenzen für den städtischen Raum.

Das Goethe-Institut in Salvador-Bahia und seine Partner begleiten den Globalisierungsprozess in den beiden Hafenstädten mit Szenischen Lesungen, Filmen und einem Symposium. Dieses betrachtet die Verknüpfung von Raum und Sozialstrukturen analytisch, das heißt es begreift den Raum, in dem Globalisierung stattfindet, als konstitutiv für gesellschaftliche Zusammenhänge. Im Umkehrschluss ist Raum der Ort, wo diese sichtbar werden.

Im Laufe des Jahres 2010 finden zu demselben Thema ein Literaten-Austausch in den beiden Städten und eine konzeptionelle Modenschau mit Modellen deutscher und brasilianischer Handschrift statt. Zudem zeigt eine Fotografieausstellung Aufnahmen von zwei bahianischen, einem deutschen und einem französischen Fotografen aus Hamburg, Salvador und Marseille. Neben diesen Programmpunkten wird es eine audiovisuelle Installation und ein weiteres Symposium über Wirken und Wirkung deutscher Handelshäuser auf brasilianischem Boden geben.
Dr. Ulrich Gmünder
Institutsleiter
Goethe-Institut Salvador-Bahia