Instituto Nacional

Mit Hilfe des chilenischen Bildungsministeriums MINEDUC konnte das Instituto Nacional in Santiago, die wichtigste staatliche Schule Chiles, für das PASCH-Netz gewonnen werden. Fast zeitgleich mit dem Beginn der PASCH-Initiative hatte das chilenische Bildungsministerium das ehrgeizige Projekt „Idiomas abren puertas“ gestartet, um chilenischen Schülern den Zugang zu einer zweiten Fremdsprache zu ermöglichen.
Als Leuchtturmprojekt zur Stärkung des Fremdsprachenunterrichts dient nun das Instituto Nacional mit dem Projekt „Salas Multilingües“. Durch die Freiwilligenkurse, die vor allem für die Schüler ab der 10. Klasse gedacht sind, stehen den Schülern die Türen zu Deutsch, Chinesisch und Türkisch offen. Seit dem Schuljahr 2010 wird Deutsch, neben Englisch und Französisch, für alle Schüler als Pflichtsprache in der 7. Und 8. Klasse unterrichtet. Schüler der 9. Jahrgangsstufe können ab 2011 wählen Deutsch oder Französisch weiterzuführen oder mit Chinesisch eine dritte Fremdsprache zu erlernen.
Der Rektor der Schule Jorge Toro sprach bei der feierlichen Enthüllung der PASCH-Plakette im Beisein von Frau Dr. Baumgart von einem wichtigen Schritt zur Mehrsprachigkeit und war stolz, dass seine Einrichtung in Chile eine Vorbildfunktion übernimmt. Durch das Engagement des MINEDUC wird somit am einer der wichtigsten Schulen Chiles Deutsch unterricht.
Das 1813 gegründete Instituto Nacional ist die älteste und renommierteste Schule Chiles. Portraits vieler Präsidenten wie etwas Ricardo Lagos Escobar (2000-2006) und wichtige Persönlichkeiten der chilenischen Gesellschaft schmücken die Ahnengalerie. 4300 Schüler werden in zwei Zeitschichten unterrichtet, so dass die letzten Schüler erst abends um neun Uhr nach Hause kommen. Bei Evaluationen und Resultaten der Schulabschlüsse liegt das Instituto unter den staatlichen Schulen Chiles seit jeher unangefochten auf Rang eins. Im Ranking der 100 besten chilenischen Schulen erreichte das Instituto 2009 einen beachtlichen siebten Platz und lässt so viele teure private Eliteschulen hinter sich. Die nächste staatliche Schule ist erst auf Platz 73 zu finden. Insgesamt rangieren unter den besten 100 Schulen lediglich jeweils drei staatliche und staatlich-subventionierte Schulen.
Leider herrscht in Chile wie in vielen südamerikanischen Ländern eine Schieflage zwischen privaten und staatlichen Schulen. Noch immer entscheidet die soziale Herkunft über die Bildungschancen. Umso erstaunlicher und erfreulicher ist der Erfolg des Instituto Nacional, wenn man bedenkt, dass den privaten Schulen durchschnittlich fünfmal so viele Mittel zur Verfügung stehen wie den staatlichen Schulen.
Dass es sich bei dem Instituto Nacional um eine besondere Einrichtung handelt, beweist auch die enorme Motivation der Schüler. Die Schüler des Freiwilligenkurses hoffen bis zum Ende des Jahres 2011, als erste Schüler der Region das Deutsch Zertifikat für Jugendliche zu erlangen. Auch die Sommerkurse, die jeweils 2010 und 2011 im Januar von PASCH angeboten wurden, verzeichneten grosse Erfolge. Die Begeisterung für die deutsche Sprache liegt in erster Linie am rein deutschsprachigen und interaktiven Unterricht. Für Schüler, die Fremdsprachen in der Regel nur durch Frontalunterricht und Übersetzungsmethode erlernen, bedeutete dies zunächst eine gewaltige Umstellung. Die Überraschung über den schnellen Lernerfolg drückte ein Schüler folgendermaßen aus: „Es war unglaublich: wir hörten von Anfang an nur Deutsch, aber das Verrückte war, dass wir alles verstehen konnten und keine Angst hatten zu sprechen.“
Instituto Nacional
Arturo Prat 33
Santiago
Chile
Tel.: +56 2 696 4294
colegio@institutonacional.cl



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