Riad, Hassan

Hassan Riad

(Marokko)

Die „littérature engagée“ von Hassan Riad lässt sich nicht von einer bestimmten Ideologie vereinnahmen. Vielmehr wollen sich seine Texte „der Ruine nähern, in der die Geschichte wohnt.“ Ausgestattet mit einem breiten Hintergrundwissen nähert er sich der vielschichtigen Vergangenheit Marokkos, ohne sie zu verharmlosen oder leicht verdaulich zu machen. Gleichzeitig fordert er als unbequemer Zeitgenosse und Literat sowohl Vergangenheitsbewältigung als auch Gegenwartskonfrontation.

Hassan Riad wurde 1968 in der Stadt Safi geboren, wo er das Gymnasium besuchte. Trotz schwieriger familiärer Unstände entdeckte er für sich das Lesen und eignete sich als Autodidakt einen kulturellen Schatz an, auf den er später beim Schreiben immer wieder zurückgreifen wird. Hassan Riad arbeitet als Beamter in einer Kultureinrichtung.

Sein fulminanter Debütroman Hebräische Blätter erregte das Aufsehen der marokkanischen Künstler- und Intellektuellenszene. Trotz seines verhältnismäßig geringen Umfangs gelingt es ihm mit diesem Buch, einen Einblick in die jüdische Kultur Marokkos, insbesondere in seiner Heimatstadt Safi, zu vermitteln. Seine klare, geschliffene Prosa zeichnet ein bewegendes Bild von einer bis heute in Marokko noch gelebten Religion und Kultur, die das maghrebinische Erbe und Selbstverständnis entscheidend mitgeprägt haben. Einfühlsam erzählt er von einer Gesellschaft, die um ihr Bleiben kämpft und der als einzige Heimat oft nur die gemeinsame Erinnerung bleibt.

  • Erhielt 1996 für seinen Roman Hebräische Blätter den Preis des Marokkanischen Schriftstellerverbandes für junge Autoren.

 

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