Eine Erinnerung unter vielen:
der Freundschaftsbeweis zwischen Alexandre Cirici und Dr. Hans Peter Hebel im Jahre1973

Wenn ich an das Goethe-Institut denke (an das deutsche Kulturinstitut der sechziger und siebziger Jahre) kommt mir vor allem eine der vielen möglichen Erinnerungen in den Sinn: die enge Freundschaft zwischen dem Schriftsteller, Kritiker und Gelehrten zeitgenössischer Kunst Alexandre Cirici Pellicer und dem Institutsleiter jener Zeit, Dr. Hans Peter Hebel.
Das ist, als würde das in Erinnerung gebliebene Bild neu belebt: Dr. Hans Peter Hebel wird auf dem Polizeikommissariat auf der Via Laietana vorstellig, um sich bei der politischen Polizei des Franco Regimes nach den Gründen für die Verhaftung und das Verhör von Alexandre Cirici Pellicer zu erkundigen. Was für eine entscheidende Geste! Unvergesslich! Mehr kann man wirklich nicht von einem Kulturinstitut erwarten! Besser können sich zwei europäische Gesellschaften kulturell gar nicht austauschen, als angesichts offensichtlicher Verletzung von Grundrechten, das Recht auf Vereinigung und freie Meinungsäußerung zu verteidigen.
Im Institut herrschte eine interdisziplinäre multikulturelle Stimmung, die den Wunsch vorantrieb, Dinge in Angriff zu nehmen und gegen die niederdrückende Situation zu kämpfen, die wir zu ertragen hatten. Wir hatten es im kulturellen Bereich mit wichtigen Repräsentanten zu tun (heutzutage kann man das seelenruhig so bewerten, nachdem man gesehen hat, welchen Werdegang manch einer dann eingeschlagen hat). Sie waren entschlossen, sich am politischen Wechsel zu beteiligen. Ciríci gehörte dazu, auch wenn er älter war als die meisten von uns.
Es geht um Herbst und Winter des Jahres 1973. Ich denke noch immer gern an die für uns so lehrreiche Verbindung zurück, die aus dem neu angekommenden, aus dem demokratisierten Mitteleuropa stammenden Dr. Hebel und dem unbeugsamen Professor für zeitgenössische Kunst, Alexandre Ciríci bestand. Diese Verbindung machte diese solidarische Gemeinschaft möglich, die stets für diejenigen existiert, die wissen, dass Freiheit Menschen und Völker vereint. Ich hoffe, dass das Goethe-Institut auch weiterhin da, wo erforderlich, diesen Weg beschreitet, der mir in der Erinnerung so wertvoll im Gedächtnis geblieben ist und so gratuliere ich ganz herzlich zum Geburtstag.
Universitat de Barcelona
Director Departament de Didàctica de l’Educació Visual i Plàstica
Aus dem Katalanischen übersetzt






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