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„Preparados para Alemania“ – Vorbereitet für ein Studium in Deutschland

© Waxmann Verlag GmbH, 2013

Rund 40.000 Studierende verlassen jährlich im Rahmen des Erasmusprogramms ihre spanische Heimat. Damit ist Spanien Entsendeland Nummer 1. Nicht wenige von ihnen entscheiden sich für einen Aufenthalt in Deutschland. Dabei wird das Studium in einer anderen Sprache vermutlich nicht die einzige Herausforderung bedeuten. Umgangsformen und Lehrmethoden könnten bei dem einen oder anderen Erasmusstudenten durchaus für Überraschungen sorgen.

Vor einigen Monaten erschien nun ein Lehrwerk, das diese Umstellung erleichtern soll. „Preparados para Alemania“ bietet ein interkulturelles Training an, das spanische Studierende auf den deutschen Uni-Alltag vorbereiten soll. Wir haben mit der Herausgeberin Merlinda Dalipi gesprochen.

Merlinda Dalipi ist neben ihrer Arbeit als DAAD-Lektorin an der Universidad Santiago de Compostela auch als Trainerin und Coach für interkulturelle Kompetenzen im In-und Ausland tätig.

Was sind die größten Herausforderungen für spanische Studierende an deutschen Hochschulen?

Unterschiede zum spanischen Universitätssystem zeigen sich auf verschiedenen Ebenen. Im Vergleich zu Spanien wird in Deutschland beispielsweise mehr Selbständigkeit und Eigenverantwortung im Studium erwartet. Die Unterschiede zeigen sich in den Lehr-und Lernstilen oder im Verhalten in studentischen Arbeitsgruppen. Auch die konkreten Anforderungen in Lehrveranstaltungen wie beispielsweise Referate halten und der Umgang mit der deutschen Feedback-Kultur können eine Herausforderung darstellen.

Was sollten spanische Studierende im Umgang mit den Dozenten besonders beachten?

Das Rollenverständnis bzw. die Beziehung zwischen Dozent und Student ist in Deutschland anders als in Spanien. Das beginnt bereits mit der Anrede. In Deutschland duzt man die Dozenten nicht, man spricht sie auch nicht mit dem Vornamen an, was in Spanien in vielen Fakultäten üblich ist.
Auch die E-Mail-Kommunikation und die Sprechstunden-Kommunikation ist anders. Für einen spanischen Studierenden kann es beispielsweise durchaus befremdlich sein, dass der Dozent nicht jederzeit, sondern nur einmal in der Woche in seiner Sprechstunde zu einer begrenzten Zeit zu sprechen ist und man einen Termin mit ihm nicht selten über das Sekretariat vereinbaren muss.
Im Buch werden diese und andere Aspekte an konkreten E-Mails und Fallbeispielen veranschaulicht.

Welches Deutschniveau ist zum Verständnis notwendig?

Das Buch richtet sich an Studierende mit einem A2/B1-Niveau gemäß des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Die Materialien wurden, dort, wo es hilfreich erschien, sowohl auf Spanisch als auch auf Deutsch konzipiert.

Welche Zielgruppe soll mit „Preparados para Alemania“ angesprochen werden?

Das Buch richtet sich primär an Dozentinnen und Dozenten und stellt Lehr-und Trainingsmaterialien zur Verfügung, die in den Unterricht integriert oder auch separat im Rahmen eines Workshops oder eines Trainings eingesetzt werden können. Aber die Inhalte können bei entsprechendem Sprachniveau auch im Selbststudium erschlossen werden.
Im Buch bieten wir einen sehr ausführlichen Informationsteil zu universitären Strukturen und Terminologie, zahlreiche Fallbeispiele, sogenannte Critical Incidents, mit Vorschlägen zur Erklärung und Problemlösung, um sich auf bestimmte Situationen im (Uni)-Alltag vorzubereiten. Es finden sich auch konkrete Hinweise zum wissenschaftlichen Arbeiten an der deutschen Universität und zum Verfassen von E-Mails an Dozenten oder an Studierende (beispielsweise auch bei der Wohnungssuche).
Theoretische Abhandlungen zu Kultur an sich und zur deutschen und spanischen Kultur im Vergleich geben Hintergrundinformationen.



Das Interview führte Nele Wetzold

Copyright: rumbo @lemania
September 2013

Originalsprache: Deutsch

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