Paul Wagner in Lom und Oslo

Paul Wagner in Lom und Oslo

© Paul Wagner
© Paul Wagner
Ich heiße Paul und bin 14 Jahre alt. Als ich 11 Monate alt war, bin ich mit meinen Eltern nach Lom in Norwegen gezogen. Dort habe ich 13 Jahre lang gelebt und jetzt wohne ich in Oslo.

 

 

Meine Heimat Norwegen

Mit tollen Fjorden, großartigen Bergen und eiskalten Gletschern ist Norwegen landschaftlich einzigartig. In der Kommune Lom, in der ich aufgewachsen bin, befindet sich der Galdhøppigen, der höchste Berg Norwegens. Eine wunderschöne Landschaft umgibt das Dorf, in dem ich mit ungefähr 2300 anderen Einwohnern lebte. Dort gibt es auch eine über 850 Jahre alte Stabkirche, die als älteste Stabkirche gilt, die heute noch in Gebrauch ist.

Im Winter schneit es in Lom oft heftig und viel. Das ist zwar manchmal etwas unbequem, aber liefert die allerbesten Bedingungen zum Skifahren. In jeder Kommune gibt es mindestens eine Skipiste. Der Winter ist also geprägt vom Skifahren, sogar mit der Schule macht man Langlaufausflüge.

Vor allem in ländlichen Gegenden findet man ein besonderes ungeschriebenes Gesetz, das sogenannte Janteloven. Es sind soziale Regeln, an die jeder sich halten sollte. Tut man es nicht, läuft man Gefahr, aus der Gemeinschaft ausgestoßen zu werden.

Ein toller Feiertag, der das norwegische Gemeinschaftsgefühl ausdrückt, ist der 17. Mai. Der norwegische Nationalfeiertag. Es wird mehr Wert darauf gelegt, sich etwas für Kinder auszudenken als in anderen Staaten, wo oft Militärparaden stattfinden. Riesige Menschenzüge ziehen durch die Straßen und singen die Nationalhymne und andere Lieder. Bläser begleiten die Sänger beim Singen. Die Menschen halten stark an ihren Traditionen fest und viele tragen einen "Bunad“, die norwegische Tracht, die für die jeweilige Region typisch ist. So erkennt man auch wer von wo kommt.

Das Schulsystem ist ganz anders als in Deutschland. Alle Kinder werden gleich behandelt und gehen auf dieselbe Schule. Alle bekommen die gleichen Aufgaben, und da einige schwierige Aufgaben nicht hinbekommen, passt sich das Niveau auch dem an.

Da ich nicht genug gefördert wurde, bin ich mit meinem Vater nach Oslo gezogen. Mein Traum war schon immer in einer Stadt zu wohnen. Ich bin hauptsächlich wegen der Schule weggezogen und gehe jetzt in die Deutsche Schule Oslo. Die Lehrer sind sehr kompetent, verlangen aber auch viel von den Schülern. Jetzt habe ich viermal so viel Unterricht wie in Lom. Die Freizeitangebote sind auch sehr verschieden. Erst hatte ich Badminton einmal die Woche. Schon in Lom hatte ich mit meinem Vater im Garten oft Badminton gespielt, doch nie in einem Verein, weil der viel zu weit weg war. Das ist natürlich hier in der Stadt viel einfacher. Hier nehme ich Klavierunterricht und mache Taekwondo.

Norwegen ist ein wunderschönes Land zum Wohnen. Man hat alles was man braucht, aber nicht so viel Stress, wie in Deutschland. Das Leben wird genossen und zwar am liebsten auf Skiern oder badend im Fjord.

März 2013

Artikel von Paul Wagner

© Goethe-Institut Oslo

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