"Assoziation der Deutschen in Georgien"

Fünfzig Jahre nach dem Deportationserlass wurde 1991 in Tbilissi die „Assoziation der Deutschen Georgier“, die „Einung“ gegründet.

Ihr Hauptziel ist „die geistige Vereinigung der Deutschen, Erneuerung des Deutschtums, Erlernen der deutschen Sprache sowie Unterstützung hilfsbedürftiger und alleinstehender Menschen.“ Die ungefähr 1500 Mitglieder deutscher Abstammung erhofften sich dadurch vor allem materielle Unterstützung aus Deutschland oder Hilfe für die Ausreise, denn der Lebensstandard der einst wohlhabenden Sowjetrepublik sank nach der Unabhängigkeit stetig.

Bis 2001 sind gemäss Auskunft des Bundesverwaltungsamtes 1544 Personen nach Deutschland ausgereist. Viele von ihnen wären allerdings in Georgien geblieben, wäre die materielle Not nicht so drückend und die Zukunft des Landes nicht so unsicher. 1998 wurden diejenigen Deutschen, die Opfer von Stalins Politik geworden waren und in Georgien geblieben sind, von der georgischen Regierung rehabilitiert und erhalten statt der üblichen 14 Lari nun 45 Lari (22 Euro) Rente. Doch auch dieses Geld reicht nicht als Existenzminimum.