Rudolf Kehrer

Zur Person Rudolf Kehrer

„Die Musik, die ist... eigentlich ist das alles für mich. Eine Möglichkeit sich auszusprechen, etwas zu sagen... meine Gefühle, meine Gedanken. Und ganz dasselbe wie die Komponisten, wenn sie mit Musik anstatt mit Wörtern... man kann mit Musik aussagen, was andere mit Wörtern sagen: und von Liebe und von Treue und von Kummer - von allem kann man mit der Musik erzählen. In dieser Hinsicht ist sie doch sehr reich. Die Musik fängt dort an, wo die Wörter enden.“ (Quelle: Interview aus dem Film: Das Ende einer Odysee. Der Pianist Rudolf Kehrer von Irene Langemann)

 Der deutschstämmige Klaviervirtuose Rudolf Kehrer ist, neben den vielen deutschen Musikern, die sich seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Kaukasus aufhielten, eine Ausnahmeerscheinung. Zuerst feierte man ihn als Wunderkind in Georgien, dann erlebte er die quälenden Jahre der Verbannung in Kasachstan. Ein Zufall ermöglichte ihm danach dennoch eine außergewöhnliche Pianistenkarriere in der ehemaligen Sowjetunion, worauf sich bald auch der internationale Ruhm einstellte. Die Tätigkeit als renommierter Professor für Klavier in Mitteleuropa bildet den vorläufige Endpunkt seiner außergewöhnlichen Biografie. Rudolf Kehrer erhielt im Laufe seines Lebens viele hohe Auszeichnungen, u.a. den Titel „Volkskünstlers der UdSSR“, den Orden „Meritul Cultural“ in Rumänien, den Orden für Verdienste für die polnische Kultur und den Schumann-Preis der Stadt Zwickau.

Rudolf Kehrer gab über 2000 Konzerte in 320 Städten, die meistens von Publikum und Kritik begeistert aufgenommen wurden. Er unternahm Tourneen in der Sowjetunion, nach Ungarn, Rumänien, Polen, Japan und in andere Länder. Sein Repertoire konzentriert sich vor allem auf Komponisten der Romantik, wie Liszt und Chopin. Auch russische Komponisten, wie Rachmaninoff und Prokofiev, sind stark vertreten.