Obdachlosigkeit in Deutschland und Japan

Obdachlose und Wohnungslose gehören zu einer Randgruppe der Gesellschaft. In Zeiten sozialen Wandels in Folge von Globalisierung und Herausbildung einer informationstechnologischen Gesellschaft verschärft sich zunehmend ihre Lebenssituation. Verarmung, Verweigerung familiärer Anerkennung oder gesellschaftlicher Solidarität bedeuten eine existenzielle und oft auch psychische Gefährdung. Isolation, soziale Ausgrenzung und Stigmatisierung führen zu immer tiefer reichenden Problemen, aus denen ein Einzelner kaum ohne Hilfe von außen einen Ausweg finden kann. Dies gilt für Obdachlose in Deutschland und in Japan.

Obdachlosigkeit, Fotos: Dr. Stefan Schneider. Von links nach rechts: Kyoto: blaue Zelte wohnungsloser Menschen unter den Brücken; Kamagasaki: das Tagelönerviertel in Osaka; Kyoto: blaue Zelte wohnungsloser Menschen unter den Brücken

Trotz ähnlicher Erscheinungen von Obdachlosigkeit in Deutschland und Japan unterscheiden sich viele soziokulturelle Faktoren. Die Gründe für das Leben auf der Straße und dessen Formen, auch z.B. Altersstruktur, Geschlecht und Herkunft der Betroffenen sowie die Reaktionen der Öffentlichkeit oder staatliches Eingreifen zeigen sich divers im binationalen Vergleich.

    Copyright Matthias Reichert

    Gestrandet in der Wasserstadt

    Der alte Mann stellt eine Metallkiste vor sich auf die Erde. Er öffnet sie und fährt mit seiner rechten Hand durch ihren Inhalt. Es ist weißer Reis, in dem Sake-Schalen stecken. Neben einem alten Fahrrad, einer Plane, die ihm als Zelt dient, und etwas Kochgeschirr, ist diese kleine Kiste sein einziger Besitz.Mehr ...