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Roxana Méndez: La casa, presagio de una guerra

LA CASA, PRESAGIO DE UNA GUERRA | DAS HAUS, VORZEICHEN EINES KRIEGES

Die Stille ist ein Tropfen kurz vor seinem zerbersten auf dem Steinboden.
Hinter den Vorhängen
scheint sich das Leben zu verstecken
zwischen dem Rauch der Kerzen, die gerade verloschen sind.

Was sie im Wald erspät
ist eine Stimme, die zwischen den Blättern reist:
Silben, ausgesprochen von Menschen, die den Nebel verschlingen.

Die Kälte nähert sich diesem Haus wie ein verirrter Wolf
sie ist wie eine Narbe
von dem, was vorher ein Traum war
den jemand anderes hatte.

Heute wandelt der Tod in den Ecken
und er trifft auf ein Säuseln, das entflieht
und verwirrt Silhouetten in allen Winkeln.

Drinnen streift die Angst durch die Nacht
so wie die Dunkelheit in einen Brunnenschacht dringt.
Draußen bricht der Hass, früher zurück gehalten,
im Wind los wie ein Unwetter.

Übersetzung: Christoph Schabasser
Lektor: Lutz Kliche

Dieses Gedicht stammt aus einem noch unveröffentlichten Buch.

    Zur Autorin

    Roxana Méndez, Dichterin und Schriftstellerin aus El Salvador, geboren 1979, beichtet, dass einer ihren größten Einflüsse Wislawa Szymborska war, eine polnische Dichterin, die andeutete, dass alles unser Eigen ist, solange wir es betrachten (...) Mehr...

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