Über das Projekt

Sprache – Beruf – Interkulturalität: DaF-Übungsfirma

© Goethe-Institut
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Wie springt man ins kalte Wasser, ohne nass zu werden? Was englischsprachige Menschen mit „Learning by doing“ oder „Training on the job“ bezeichnen – wie kann man interkulturelle Berufsorientierung im DaF-Unterricht umsetzen? Wie lässt sich engagierten Deutschlernern, die mit deutschsprachigen Firmen Wirtschaftsbeziehungen aufbauen wollen, zeigen, welches Hintergrundwissen und welche beruflichen Schlüsselqualifikationen für einen Wettbewerbsvorteil am Arbeitsmarkt notwendig sind? Oder welches Fachvokabular und welche interkulturellen Rahmenbedingungen bekannt sein müssen, damit sie ökonomisch handeln können?

Eine Möglichkeit bietet die DaF-Übungsfirma: eine interaktive Simulation von beruflichen Abläufen sowie Entscheidungs- und Konfliktsituationen. Von der Angebotsentwicklung über Marketingstrategien bis hin zu Messeauftritten gibt es viele Details zu erörtern – über diese Details tauschen sich die Teilnehmer in virtuellen Präsentationen, Verhandlungen und Besprechungen nicht nur aus, sondern erweitern dabei gleichzeitig ihre Sprach- und Handlungskompetenzen. Mit der DaF-Übungsfirma „in Echtzeit“ lernen und perfektionieren bedeutet, Sprache, Beruf und interkulturelle Kompetenzen erfolgreich miteinander zu verbinden.

Deutsch als Unterrichtsfach ist oft ein von der Lebensrealität abstrahiertes Fach, in dem Sprachkenntnisse vermittelt werden, deren funktionale Relevanz im Normalfall nur schwer innerhalb des Unterrichtsgeschehens erlebbar gemacht werden kann. Die Lücke zwischen Sprachunterricht und Alltagswirklichkeit schließt das Konzept der DaF-Übungsfirma. Sie stellt einen Lernort dar, an dem berufspraktische Kenntnisse und Fertigkeiten handlungsorientiert vermittelt, erweitert und vertieft werden. Die Handlungsorientierung kommt über die am Berufsalltag ausgerichtete Unternehmenssimulation zustande, bei der sich die DaF-Übungsfirma in ein bestehendes, weltweites Netz von DaF-Übungsfirmen einbringen kann. Dabei treten reale Menschen in Beziehung zueinander, bewerben ihre Leistungen und Produkte, tauschen Informationen und virtuelle Waren aus und erweitern somit ihre Sprachkompetenzen und berufsorientierten Schlüsselqualifikationen. Klassische Übungsfirmen werden heute besonders im betrieblichen Ausbildungssektor eingesetzt, als Weiterbildung der Berufsbildungszentren oder der Arbeitsagenturen. In Deutschland gab es im Mai 2010 569 Übungsfirmen, in Brasilien 210, in Argentinien 31 (Quelle: Deutscher ÜbungsFirmenRing). In dem vom Goethe-Institut konzipierten und mit BOD-Mitteln geförderten Workshop zur DaF-Übungsfirma werden Inhalte wie Präsentationen, Verhandlungen und Besprechungen konzipiert, simuliert und praktiziert.

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