

Programm
Das Goethe-Institut St. Petersburg fördert deutsche Minderheiten in St. Petersburg und besonders in der Nord-West-Region der Russischen Föderation durch Maßnahmen der fachlichen Förderung im Schulbereich, Kulturprojekte und Kooperationen mit regionalen Bibliotheken.
Durch Bibliothekskooperationen werden an ausgewählten Partnerbibliotheken deutsche Informationsbestände aufgebaut. Dadurch wird der russlanddeutschen Minderheit und anderen an deutscher Kultur und Sprache Interessierten ein Zugang zu aktueller Information über Deutschland ermöglicht.
Seit 2006 beteiligt sich das Goethe-Institut St. Petersburg am bewährten Programm des Jugendaustausches und ermöglicht Multiplikatoren aus der deutschen Minderheit außerdem regelmäßig die Teilnahme am Seminar „Feste und Feiern“ in Deutschland.
Beispiel
Seit 2005 veranstaltet das Goethe-Institut in St. Petersburg die Deutschen Filmtage. 2009 fanden diese bereits zum fünften Mal statt – ein guter Anlass, um eine Auswahl der aktuellsten und erfolgreichsten deutschen Filmproduktionen im Nordwesten der Russischen Föderation zu präsentieren. Die Veranstaltung stößt bei Publikum Jahr für Jahr auf ein reges Interesse: ca. 4.000 Zuschauer besuchen regelmäßig die Vorstellungen. Die Deutschen Filmtage werden sowohl von den Deutsch-Russischen Begegnungszentren als auch von den russischen Partnerinstitutionen vor Ort unterstützt.
Die drei Zentren (Petrosawodsk, Murmansk und Kaliningrad) bilden hierbei die Kernveranstaltungsorte; die vierte Stadt hingegen wird jedes Jahr neu ausgewählt. Hierfür kommen Städte in Frage, in denen die deutsche Gemeinde stark vertreten und aktiv und das Goethe-Institut vor Ort durch Projekte aus dem Programmbereich bzw. die Bibliotheks- und Bildungskooperation gut vernetzt ist.
Zur Zielgruppe des Festivals zählen Studenten, Russlanddeutsche, Journalisten, Filmkritiker und alle diejenigen, die an deutscher Sprache und Kultur interessiert sind. Die Filme werden im Original gezeigt und leisten somit nicht nur einen Beitrag zur Sprachförderung, sondern tragen ebenfalls zum Verständnis aktueller sozialer Themen in Deutschland bei.
Veranstaltungs-Archiv
Historie
St. Petersburg, die Stadt an der Neva, ist seit ihrer Gründung auch eine Heimat für Deutsche. Auf die Einladung Peters des Großen hin kamen vor allem Handwerker und Akademiker, aber auch Künstler nach Russland. Bei einer Volkszählung im zaristischen Vielvölkerstaat 1897 stellten die Deutschen in den Großstädten Moskau und St. Petersburg die bedeutendste Minderheit dar – noch vor Polen und Ukrainern. Nachdem sie in den beiden großen Städten mit eigenen Schulen, Zeitungen und Einrichtungen der protestantischen Kirche lange unter sich geblieben waren, assimilierten sich viele deutsche Einwanderer im Laufe des 19. Jahrhunderts. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts geschah dies immer mehr unter Zwang.
Heute arbeiten zahlreiche deutsche Institutionen wie das Generalkonsulat, die katholische und evangelisch-lutherische Kirche, Wirtschaftunternehmen sowie politische, soziale und kulturelle Organisationen im Rahmen der deutsch-russischen Beziehungen in St. Petersburg zusammen. Einmal im Monat erscheint nach wie vor die St. Petersburgische Zeitung, die schon im Jahre 1727 gegründet worden war.
Publikationen
Heinen, Ute: Die Situation in der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS), Informationen zur politischen Bildung Heft 267, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung bpb (Hg.), 2000Dahlmann, Dittmar u. Ruffmann, Karl-Heinz (Hg.): Deutsche in St. Petersburg und Moskau - Vom 18. Jahrhundert bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges, Nordost-Archiv Band III; Lüneburg 1994
Stricker, Gerd (Hg.): Deutsche Geschichte im Osten Europas: Rußland. Berlin 2002
Kurilo, Olga: Die lutherische Gemeinde der Russlanddeutschen zwischen Tradition und Modernität : Vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, Marburg 2005
Kontakt und Information
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