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Natalie Buchholz
Zerbrechende Idylle

Adams Eltern trennen sich – für ihn kommt das aus heiterem Himmel und verleitet ihn zu einer dramatischen Tat. Am Ende erfährt er, dass seine Eltern schon immer ein Geheimnis vor ihm hüteten. Die spannungsreiche Coming-of-Age-Geschichte ist das Debüt von Natalie Buchholz.

Von Holger Moos

Der rote Swimmingpool © Hanser Berlin Der rote Swimmingpool heißt der Roman der langjährigen Lektorin Natalie Buchholz, die sich nun zudem als Schriftstellerin profiliert. Er beginnt mit einer Beschreibung von Adams aus Frankreich gebürtiger Mutter, die in ihrem schwarzen Badeanzug und mit ihrem französischen Akzent sexuelle Fantasien bei seinen Freunden auslöst. Sein Vater ist als Unternehmensberater zwar viel auf Reisen, doch die Ehe scheint intakt. Die Eltern küssen sich sogar noch – das tun alle Eltern seiner Freunde nicht mehr, wenn sie nicht ohnehin geschieden sind. Die Eltern seines besten Kumpels Tom keifen sich zum Beispiel nur noch an: „Wenn die sich geküsst hätten, wäre Toms Weltbild zusammengebrochen.“
 
Doch dann kollabiert Adams heile Welt. Seine Eltern trennen sich. Sein Vater braucht Abstand, auch von seinem Sohn. Dieser versteht gar nichts mehr. Er entwickelt eine immer irrationaler werdende Wut auf den Vater und dessen neue Familie. Während die sich in „seinem“ Elternhaus niederlässt, zieht Adams Mutter nach Paris. Adam selbst findet Unterschlupf in einer WG mit einem ihm unsympathischen Mitbewohner.

Zwei Zeitebenen

In einem zweiten Erzählstrang erzählt Buchholz die Geschichte von Adams erster Liebe, bei der ihm anfangs beinahe ausgerechnet sein philosophierender Freund Tom als Rivale dazwischenfunkt. Adam erlebt die typischen Irrungen und Wirrungen der jugendlichen Verliebtheit. Schlimmer ist, dass seine Wut auf den Vater ihn in eine irrationale Tat treibt. Er wird zum Brandstifter, zu Schaden kommen aber zum Glück nur zwei Hundewelpen.

Nicht nur Für ein jüngeres LesePublikum

Die Autorin erzählt ihre Geschichte im kapitelweisen Wechsel zwischen zwei Zeitebenen. Zum einen wählt sie die Rückschau und zeigt, wie sich die Dinge bis zur Eskalation entwickelt haben. Zum anderen versetzt sie ihr Lesepublikum in die Gegenwart: Bald nach der Eskalation verliebt sich Adam und beginnt, sich mit seiner neuen Lebenssituation zu arrangieren. So endet jedes Kapitel mit einem Cliffhanger, der einen gespannt weiterlesen lässt.
 
Natalie Buchholz hat ein Buch geschrieben, das zwar vorrangig für jüngere Leser und Leserinnen interessant sein dürfte, doch auch Ältere (oder vielleicht noch besser: Eltern) können durch dieses Buch etwas mehr Verständnis für junge Menschen oder den eigenen Nachwuchs entwickeln. Deshalb bezeichnet Carsten Otte von der taz diesen Roman als All-Age-Literatur. Claudia Ingenhoven vom kulturradio „möchte das Buch einer großen Familie schenken, die zusammen in den Urlaub fährt“.
 
Rosinenpicker Buchholz, Natalie: Der rote Swimmingpool
Berlin: Hanser Berlin, 2018. 288 S.
ISBN: 978-3-446-25909-6

Diesen Titel finden Sie auch in unserer Onleihe
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