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Mawil
Lucky Luke auf dem Drahtesel

Was wäre Lucky Luke ohne sein Pferd Jolly Jumper? Der Berliner Comic-Zeichner Mawil hat sich ein Abenteuer ausgedacht, das die Freundschaft zwischen Pferd und Cowboy auf eine harte Probe stellt.

Von Holger Moos

Mawil: Lucky Luke sattelt um © Lucky Comics, 2019. All Rights Reserved – by Mawil Lucky Luke sattelt um heißt die Hommage an den Comic-Cowboy, erfunden vom frankobelgische Zeichner Maurice de Bevere alias Morris. Der Cowboy, der schneller schießt als sein Schatten, war einer der Kindheitshelden des Ostberliner Schülers Markus Witzel, der später als Mawil zum erfolgreichen Comiczeichner wurde. Schon als Zehnjähriger brachte er seine ersten eigenen Lucky Luke-Zeichnungen zu Papier.
 
Nun, kaum 30 Jahre später, zwingt Mawil den stets lässig einen Strohhalm im Mundwinkel führenden Cowboy – das Rauchen musste er schon 1983 aufgeben – in einen ganz anderen Sattel: Lucky Luke lernt Radfahren, und das erstaunlich schnell.

Lucky Luke im Fahrrad-„Krieg“

Die Geschichte hat einen historischen Hintergrund: Albert Overman war ein Fahrradpionier in den Vereinigten Staaten, der das moderne Fahrrad mit Luftreifen ins Land eingeführt hat. Sein Konkurrent im Comic, Albert Augustus Pope, nannte wiederum eine Fabrik für Hochräder sein eigen.
 
Ehe sich Lucky Luke versieht, gerät er in diesen Fahrrad-„Krieg“: Er trifft Albert Overman, dessen letzte Chance, die Überlegenheit seiner Konstruktion zu beweisen, ein Radrennen in San Francisco ist. Doch zu allem Übel stellt ihm das Gaunerpärchen Smith und Wesson nach. Da bleibt es an Lucky Luke hängen, Overmans wertvolle Fracht nach San Francisco zu transportieren – großteils mittels der Kraft seiner dieser Aufgabe kaum gewachsenen Waden.

Endet die Beziehung zu Jolly Jumper?

Jolly Jumper, der bislang stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, wenn Lucky Luke einen Saloon fluchtartig durchs Fenster verlassen musste, bleibt bei Mawil erst mal auf der Strecke und ist seinem Herrn und Meister gram. Auch ein Pferd kann eine verletzte Seele haben, zumal wenn es das Gefühl hat, wegrationalisiert zu werden.
 
Es folgt eine abstruse Jagd durch die USA mit viel Witz und reichlich Anspielungen. Mawil interpretiert seine Vorlage relativ frei – die Titelfigur ist zwar klar erkennbar, hat aber zum Beispiel eine größere, rundere Nase als das Original. Die Umsetzung sei „reinster Mawil“, und nicht nur habe dieser sich als erster deutscher Künstler der Comic-Ikone annehmen dürfen, sondern „Lucky Luke widerfährt die vergnügliche Ehre, mit über 70 Jahren von Mawil frisch interpretiert zu werden“, so Bela Sobottke im Tagesspiegel.
Mawil: Lucky Luke sattelt um © Lucky Comics, 2019. All Rights Reserved – by Mawil
Rosinenpicker © Goethe-Institut / Illustration: Tobias Schrank Mawil: Lucky Luke sattelt um. Hommage 3
Berlin: Egmont Ehapa Media GmbH, 2019. 64 S.
ISBN (Hardcover in der Egmont Comic Collection / Softcover bei Egmont Ehapa Media): 978-3-7704-4060-3

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