Deutsche Minderheiten
in Mittel-/Osteuropa und Zentralasien

Deutsche Minderheiten Foto: Anna Brixa

Förderung deutscher Minderheiten

Das Goethe-Institut unterstützt deutsche Minderheiten in Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien durch kulturelle und bildungspolitische Maßnahmen.

Noch heute leben in Mitteleuropa, Osteuropa und Zentralasien zahlreiche Menschen deutscher Abstammung. Vor über 200 Jahren folgten sie den Einladungen russischer Zaren, heute haben sie eine bewegte und bewegende Geschichte hinter sich.

Im Auftrag der Bundesregierung unterstützt das Goethe-Institut deutsche Minderheiten in Mittel-/Osteuropa sowie Zentralasien durch kulturelle und bildungspolitische Maßnahmen.

Förderschwerpunkt des Goethe-Instituts ist dabei vor allem die Vermittlung landeskundlichen Wissens und eines aktuellen Deutschlandbilds, gefolgt von außerschulischem Deutschunterricht und Sprachkursen für Erwachsene, der Vermittlung methodischer und didaktischer Fähigkeiten für den Deutschunterricht, der Beschaffung von Lehrmitteln für Bibliotheken und Kulturorganisationen sowie der Unterstützung von geninitiativen deutscher Minderheitenorganisationen.

Vor Ort: Goethe-Institute in zwölf Ländern unterstützen die deutschen Minderheiten

In Russland, Polen, der Ukraine und der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Rumänien, der Republik Moldau, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Estland, Lettland und Litauen unterstützen zwölf Goethe-Institute mit zahlreichen Maßnahmen, Projekten und Programmen die deutschen Minderheiten.

Hintergrund

Ungefähr 600.000 Personen gehören heute zur deutschen Minderheit in Russland, vor 1939 waren es noch 2,5 Millionen Deutschrussen in der gesamten Sowjetunion. Bis heute wird die deutsche Minderheit in allen Ländern der ehemaligen Sowjetunion mit dem Sammelbegriff »Russlanddeutsche« bezeichnet. Die deutsche Minderheit wurde zwar juristisch rehabilitiert, hat aber nach wie vor keinen eigenen Staat, so wie ihn andere Minderheiten Russlands besitzen.

Programm

Das Goethe-Institut Moskau lädt jährlich um die 100 Jugendliche und Erwachsene aus Deutschland und der Russischen Föderation zu Studienreisen in das jeweils andere Land ein. Die Teilnehmer aus Russland kommen aus Orten mit einem hohen Anteil russlanddeutscher Bewohner und werden in Wettbewerben ermittelt.

Darüber hinaus werden pro Jahr circa 20 Sprachkursstipendien in Deutschland und an den Sprachlernzentren in Russland ausgeschrieben, um die sich Deutschlehrerinnen und –lehrer sowie Mitarbeiter russlanddeutscher Begegnungszentren bewerben können. Mitarbeitern russlanddeutscher Sprachkursanbieter vermittelt das Goethe-Institut Praktika und Hospitationen an den Sprachlernzentren des Goethe-Instituts.

Die Einsatzorte der zwölf Sprachassistenten, die zurzeit in Russland tätig sind, reichen von der Wolga bis nach Sibirien. An den Sprachlernzentren des Goethe-Instituts in Samara, Wolgograd, Nowosibirsk, Omsk und anderen Städten geben sie Deutschunterricht und unterstützen Kulturprojekte der russlanddeutschen Minderheit vor Ort. So waren im Sommer 2010 Jugendliche eingeladen, unter Anleitung des Comiczeichners und Autors Artur Klose einen Trickfilm zu produzieren, der die Geschichte der deutschen Einwanderer in Russland erzählt und die Unterschiede im Alltagsleben beider Länder aufs Korn nimmt. In den russlanddeutschen Begegnungszentren beteiligen sich die Sprachassistenten am Unterricht, vermitteln aktuelle Informationen aus Deutschland und organisieren Kulturveranstaltungen.

Das Goethe-Institut St. Petersburg konzentriert sich mit der fachlichen Förderung im Schulbereich und mit Kulturprojekten vor allem auf die deutschen Minderheiten in der Nordwest-Region der Russischen Föderation. Kooperationen mit regionalen Bibliotheken tragen dazu bei, deutsche Informationsbestände aufzubauen und zu pflegen. Seit 2006 beteiligt sich das Goethe-Institut St. Petersburg auch an dem bewährten Programm des Jugendaustausches und ermöglicht Repräsentanten der deutschen Minderheit die Teilnahme an dem Seminar »Feste & Feiern«, das einmal im Jahr in Leipzig stattfindet.

Das im Frühjahr 2009 eröffnete Goethe-Institut in Nowosibirsk richtete 2011 den ersten Deutschlehrertag in Sibirien aus.

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www.goethe.de/russland

Hintergrund

Polen, das Land mit der längsten deutschen Siedlungsgeschichte, leugnete nach dem Zweiten Weltkrieg lange Zeit die Existenz einer deutschen Minderheit im Land – die immerhin noch 140.000 Personen umfasste, aber zur strikten Assimilierung gezwungen wurde. Erst Jahre nach dem politischen Umbruch 1989 verabschiedete das Parlament Gesetze, die den Deutschen Minderheitenrechte einräumten. Deutschsprachige regionale Zeitungen und kulturelle Vereinigungen wurden gegründet, seit dem Schuljahr 1992/93 gibt es sogar muttersprachlichen Unterricht an Grundschulen, dazu ein deutsches Gymnasium sowie eine deutschsprachige Universität.

Programm

Das Goethe-Institut Krakau fördert die deutsche Minderheit vor allem im Bereich der Sprache. Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer sind eingeladen, an Fortbildungsveranstaltungen zur Methodik und Didaktik des Deutschunterrichts sowie zu literarischen und historischen Themen teilzunehmen. Darüber hinaus unterstützt das Goethe-Institut Bibliotheken mit Lehrmittelspenden und entwickelt Unterrichtsmaterialien.
 
So produzierte es beispielsweise mit dem Haus für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit das Comicbuch Geheimnisvolles Oppelner Land. Eine Entdeckungsreise mit Bobby und Molly, das im Landeskunde-Unterricht an polnischen Grundschulen und Gymnasien eingesetzt wird. In deutscher und polnischer Sprache erzählen die Cartoons des Comiczeichners und Autors Artur Klose von den Legenden, historischen Ereignissen, berühmten Persönlichkeiten und architektonischen Sehenswürdigkeiten Schlesiens.
 
Ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit entstand das Projekt Grenztour als Erlebnis, das Schüler und Lehrer zu landeskundlich historischen Exkursionen einlädt. Da Deutsch in Polen mittlerweile als Minderheitensprache anerkannt wurde, ist dort – wie auch in Ungarn – ein ständiger Arbeitskreis zur Vermittlung der deutschen Sprache im Unterricht der Minderheitengebiete tätig.

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www.goethe.de/polen

Hintergrund

Vor 1939 gehörten um die 880.000 Personen zur deutschen Minderheit in der Ukraine. 1941 wurden 450.000 aus den östlichen und südlichen Landesteilen deportiert, die meisten nach Kasachstan. Die Verbliebenen leben heute über das ganze Land verteilt. Die größte Gruppe unter ihnen sind nach wie vor die Schwarzmeerdeutschen, die auf der Krim, in Odessa und Cherson leben.

Programm

Der Arbeitsbereich Deutsche Minderheit am Goethe-Institut Kiew unterstützt die rund 33.000 Angehörigen der deutschen Minderheit im Land mit einer Vielzahl sprachlicher, bildungspolitischer und kultureller Maßnahmen. Im Mittelpunkt der Förderung stehen außerschulische Deutschkurse, Stipendien zur Teilnahme an Sprachkursen in 15 Sprachlernzentren des Landes sowie ein vielfältiges Jugendprogramm mit Workshops, Seminaren und Intensivdeutschkursen. Deutschlehrerinnen und -lehrer sowie Funktionsträger der deutschen Minderheit werden regelmäßig zu Fortbildungen beziehungsweise Sprachkursen und Landeskundeseminaren eingeladen. Darüber hinaus vermittelt das Goethe-Institut jährlich drei Sprachassistenten an ukrainische Organisationen der deutschen Minderheit. Mit ihren Projekten laden die Sprachassistenten Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu Streifzügen durch Sprache, Kultur, Politik und Geschichte der Bundesrepublik ein und vermitteln ein aktuelles Deutschlandbild.
 
So konzipieren und leiten die Sprachassistenten Seminare zur Landeskunde und Jugendszene in Deutschland, Toleranz- und Bewerbungstrainings, veranstalten Lesereisen mit deutschen Autoren, Workshops mit Künstlern aus Deutschland, Fotoausstellungen und Filmabende, organisieren deutschsprachige Theatergruppen und vieles mehr.

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www.goethe.de/ukraine

Hintergrund

Die deutsche Minderheit in Tschechien zählt heute knapp 40.000 Angehörige. Vor 1939 lebten in der Tschechoslowakei 3,2 Millionen, die als »Sudetendeutsche « bezeichnet wurden. Vor dem Zweiten Weltkrieg galt Prag als eine Stadt, in der weltweit das schönste Deutsch gesprochen wurde und in der Literaten wie Egon Erwin Kisch und Franz Kafka in deutscher Sprache schrieben. Heute vereint die »Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien« 23 selbstständige Verbände und vertritt die Interessen der deutschen Minderheit im Land.

Programm

Mit einem breiten Angebot zur Förderung der deutschen Sprache engagiert sich das Goethe-Institut Prag für die knapp 40.000 Angehörigen der deutschen Minderheit in der Tschechischen Republik. Es unterstützt die Sprachkurse an den deutschtschechischen Informations- und Begegnungszentren mit der Bereitstellung aktueller Lehrmittel und organisiert umfassende Fortbildungen für Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer. Der Schwerpunkt der Fortbildungen liegt auf der Methodik und Didaktik des Unterrichts für Deutsch als Fremd- und Minderheitensprache. Lesereisen, Konzerttourneen und Theateraufführungen für Schüler und ihre Lehrer in den Minderheitengebieten begleiten dieses Angebot.

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www.goethe.de/tschechien

Hintergrund

In der Slowakischen Republik leben heute schätzungsweise 6.000 bis 10.000 Angehörige der deutschen Minderheit. Infolge der Vertreibung fast aller Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg und der Benachteiligungen der deutschen Minderheit in der kommunistischen Zeit sahen sich die Deutschen einem starken Assimilationsdruck ausgesetzt; viele bekannten sich nicht mehr zu ihrer Zugehörigkeit zur deutschen Minderheit. Der Karpatendeutsche Verein ist mit seinen circa 4.800 Mitgliedern heute die bedeutendste Organisation der deutschen Minderheit in der Slowakei. 2004 wurde die Jugendorganisation IKeJA-KDJ gegründet, die gute Kontakte zu den anderen Minderheiten im Land sowie zu den deutschen Minderheiten in Europa hat.

Programm

In enger Zusammenarbeit mit dem Karpatendeutschen Verein und anderen Partnern initiiert und unterstützt das Goethe-Institut Bratislava verschiedene Aktivitäten zur Förderung der deutschen Minerheit in der Slowakischen Republik. Dazu gehören die Fortbildung der Lehrkräfte an Schulen der deutschen Minderheit, die Entwicklung von Lehrmaterialien für den frühen Deutschunterricht, sprach- und landeskundliche Ferienprogramme für Jugendliche und Schüleraustausch. Die Deutschen Lesesäle in Košice und Bnská Bystrica versorgt das Goethe-Institut mit Lehrmitteln und Literatur.
 
Darüber hinaus initiiert das Goethe-Institut Bratislava Kulturprojekte, die sich sowohl an Kinder als auch an erwachsene Angehörige der deutschen Minderheit wenden. So unterstützte das Goethe-Institut zum Beispiel die Produktion des Dokumentarfilms Die Gäste – Hauerland von Vladimir Štric. Der Film reflektiert 800 Jahre der deutsch-slowakischen Geschichte einer Region, die Hauerland genannt wird. Dabei kommen nicht nur Karpatendeutsche zu Wort, die die dramatischen Jahre während des Krieges und danach erlebt haben, sondern auch junge Leute, die berichten, wie sie ihren Platz in der heutigen slowakischen und europäischen Gesellschaft verstehen.

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www.goethe.de/slowakei

Hintergrund

Vor 1939 zählte die deutsche Minderheit in Ungarn um die 600.000 Angehörige und war damit eine der größten in Osteuropa. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte Ungarn auf eine radikale Magyarisierungspolitik, in deren Folge ein Großteil des deutschen Bürgertums nur noch ungarisch sprach und die ungarische Kultur pflegte. Nach dem Ersten Weltkrieg halbierte sich die Zahl der Ungarndeutschen. Erst 1955 durften sie wieder eine staatlich kontrollierte Interessenvertretung gründen. Heute pflegen die Angehörigen der deutschen Minderheit in Ungarn ein lebhaftes Kulturleben und unterhalten mehrere deutschsprachige Zeitungen.

Programm

Rund 62.000 Bürgerinnen und Bürger Ungarns bezeichnen sich heute als Ungarndeutsche, rund 87.000 als Angehörige des ungarndeutschen Kulturkreises. Nach den Roma bilden sie damit die zweitgrößte Minderheit im Land. In Zusammenarbeit mit der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen unterstützt das Goethe-Institut Budapest die Angehörigen der deutschen Minderheit vor allem im Bereich der Sprachförderung und mit kulturellen Angeboten. Dazu gehören Fortbildungsstipendien für Deutschlehrerinnen und -lehrer aller Schulformen in Ungarn und Deutschland, Stipendien für Kinder und Jugendliche sowie Musik- und Literaturprogramme. Darüber hinaus fördert das Goethe-Institut Bildungseinrichtungen der deutschen Minderheit mit Sachspenden.
 
Mit seinen Aktivitäten sichert das Goethe-Institut die Qualität und Attraktivität des Deutschunterrichts an den Nationalitätenschulen, vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild, stärkt die Identität der deutschen Minderheit und bietet Schülern und Schülerinnen, Lehrerinnen und Lehrern Einblicke in die aktuelle deutsche Kulturszene.

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www.goethe.de/ungarn

Hintergrund

Größe der deutschen Minderheit heute: 60.000. Vor 1939 waren es 700.000, die sich in zwei Gruppen aufteilten: Die Banater Schwaben und die – protestantischen – Siebenbürger Sachsen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden der deutschen Minderheit weitgehende kulturelle Autonomierechte eingeräumt. Heute gibt es deutschsprachige Siedlungen, Schulen und Politiker. Nach 1989 haben sich die Rumäniendeutschen im Land zu einer wirtschaftlichen und politischen Größe entwickelt.

Programm

Deutsche bilden nach Ungarn, Roma und Ukrainern heute die viertgrößte Minderheit in Rumänien. Das Goethe-Institut Bukarest engagiert sich für sie mit Sprachförderung, Kulturprogrammen und Bibliothekskooperationen. Da Schüler und Lehrer an den deutschen Schulen oft keine Muttersprachler mehr sind, richten sich die Fortbildungsangebote des Goethe-Instituts besonders an Lehrerinnen und Lehrer, die an Schulen der deutschen Minderheit Sprach- oder Fachunterricht auf Deutsch erteilen. Das Goethe-Institut trägt außerdem dazu bei, die Versorgung mit deutschen Lehrbüchern sicherzustellen und unterstützt Kultureinrichtungen der deutschen Minderheit mit Lehrmaterial.

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www.goethe.de/rumaenien

Hintergrund

Georgien hat früh das Interesse entdeckungsfreudiger Deutscher geweckt. Wissenschaftler und Künstler, Forschungsreisende, Unternehmer und Auswanderer zog es schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Transkaukasus, unter ihnen zum Beispiel den Unternehmensgründer Werner von Siemens. Auch deutsche Siedler kamen, gründeten eine Reihe von Orten oder ließen sich als Handwerker und Kaufleute in Tblissi nieder. Um 1941 lebten etwa 40.000 Deutsche in Georgien. Heute zählen sich rund 1.500 Personen zur deutschen Minderheit in Georgien.

Programm

Mit Unterstützung der Deutschen Botschaft fördert das Goethe-Institut in Tblissi die deutsche Minderheit in Georgien mit 12 Sprachkursstipendien im Jahr. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden von einer Organisation der deutschen Minderheit in Georgien, Einung, vorgeschlagen. Darüber hinaus unterstützt das Goethe-Institut Sommercamps für Deutschlehrerinnen und Lehrer und fördert kulturelle Projekte, die sich mit den deutsch-georgischen Beziehungen auseinandersetzen.
 
Dabei standen in den vergangenen Jahren vor allem Projekte im Mittelpunkt, die sich der Geschichte deutscher Wissenschaftler, Künstler, Unternehmer und Kolonisten im Südkaukasus widmeten.

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www.goethe.de/georgien

Hintergrund

Vor 1939 gab es in Kasachstan noch keine zusammenhängende deutsche Minderheit – diese wurde erst am Ende des Zweiten Weltkriegs dorthin umgesiedelt. Bis 1989 lebten, überwiegend in Nordkasachstan, noch 1,2 Millionen Deutsche, die nicht zuletzt wegen des wachsenden Nationalismus nach der Wende das Land verließen. Seit einiger Zeit aber gibt es Rückkehrer, die sich vom wirtschaftlichen Aufschwung des Landes anlocken lassen. Zurzeit gehören etwa 300.000 Personen zur deutschen Minderheit in Kasachstan.

Programm

Das Goethe-Institut Almaty unterstützt die deutsche Minderheit in Kasachstan und in Kirgistan vor allem mit Sprachkursen. Ende 1999 gründete das Goethe-Institut in sechs ehemaligen Siedlungsschwerpunkten der deutschen Minderheit Sprachlernzentren. Die dort angebotenen Kurse und Sprachprüfungen stehen nicht nur den Angehörigen der deutschen Minderheit offen, sondern allen, die Interesse an der deutschen Sprache haben. Neben den Sprachlernzentren bieten in sieben Städten Kasachstans und Kirgistans seit 2001/2002 deutschlandkundliche Informationszentren deutsche Printmedien und Literatur an. Im Rahmen des Sprachassistenten-Programms entsendet das Goethe-Institut in jedem Jahr vier junge deutsche Muttersprachler nach Kasachstan und Kirgistan. Sie unterstützen die Sprachlernzentren in ihrer Projektarbeit, geben Deutschunterricht und vermitteln ein aktuelles Deutschlandbild.

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www.goethe.de/kasachstan

Hintergrund
Mit dem Hitler-Stalin-Pakt und den darin festgeschriebenen Umsiedlungsverträgen endete 1939 die 800-jährige Geschichte der rund 64.000 Deutschbalten, die lange zur Oberschicht Estlands, Lettlands und Litauens gehörten. Denjenigen, die sich gegen die Aussiedlung ausgesprochen hatten, war es nach der Deportation in die Sowjetunion erst im Jahre 1955 wieder erlaubt, in ihr Heimatland zurückzukehren. Heute werden die Interessen der deutschen Minderheit, zu der um die 5.000 Personen zählen, von zahlreichen Kulturgesellschaften und Verbänden vertreten. Allein in Litauen sind 31 Kulturgesellschaften aktiv.

Programm

Die Goethe-Institute in Tallinn, Riga und Vilnius unterstützen Angehörige der deutschen Minderheit vor allem mit Sprachkursen, aber auch mit Kulturprogrammen. Sie bieten Workshops, Vorträge und Diskussionen zur Landeskunde und Kultur Deutschlands an und organisieren Konzerttourneen und Lesereisen. Deutschlehrerinnen und -lehrer sind eingeladen, an Fortbildungen wie zum Beispiel Deutsch lernen mit dem Internet teilzunehmen.

Kontakt
www.goethe.de/estland
www.goethe.de/lettland
www.goethe.de/litauen