Goethes filmklubb Herbst 2019

Alles auf Zucker! X Filme Creative Pool GmbH

Links und rechts der Mauer: Geschichten aus deutschen Ländern

155 Kilometer Mauer. 155 Kilometer, die ein Land und eine Stadt in Ost und West teilten, Familien entzweiten oder sie zur Umsiedelung zwangen, Menschen zur Flucht trieben und in den Tod. Eine Mauer zwischen zwei Staaten und einem Volk, 28 Jahre, vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989.

Anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls zeigt das Goethe-Institut Schweden Filme, die das Leben in Ost- und Westdeutschland und die Zerrissenheit zweier einst zusammengehöriger Staaten zeigen. Geschichten auf beiden Seiten der Mauer, von Menschen und Schicksalen, von den Machenschaften des Staates und von hoffnungsvoll normalen Momenten, die wie Mauerblümchen im Schatten des Regimes zu stehen scheinen und dennoch Blüten treiben. Blüten, die für Grenzen überwindende Liebe und Freundschaft, Zusammenhalt und Gemeinschaft stehen.

Die Reihe eröffnet mit der Filmkomödie Alles auf Zucker (Dani Levy, 2004), die Religion und Tradition zwischen Ost und West beispielhaft am Leben zweier jüdischer Brüder darstellt. Ein Tandemfilmabend widmet sich der Künstlerfamilie Brasch: der Dokumentarfilm Die Familie Brasch (Annekatrin Hendel, 2018) durchleuchtet die Zerrissenheit der Familie, die zwischen zwei Systemen zerrieben wird. Im fiktiven Drama Solo Sunny(Konrad Wolf, 1980) um die Schlagersängerin Ingrid „Sunny“ Sommer (einer der Erfolgsfilme der DEFA 1980) spielt Norbert Brasch (Sohn von Horst Brasch) eine tragende Rolle.
Der Spielfilm Barbara (Christian Petzold, 2012), mit Nina Hoss in der Hauptrolle, zeigt eine differenzierte Innenansicht des Lebens im ländlichen Teil der DDR um 1980 – und wie Überwachung immer Leben verhindert. Ein weiterer Tandemabend würdigt Leben und Werk der früh verstorbenen DDR-Autorin Brigitte Reimann: „Unser kurzes Leben“ (Lothar Warneke, 1981), nach Reimanns Roman Franziska Linkerhand, wurde von der DEFA-Gruppe „Roter Kreis“, ein Zusammenschluss von Filmemachern, die sich kritisch mit der DDR auseinandersetzten, produziert. Das ruhelose Leben der Brigitte Reimann diente als Vorlage für Hunger auf Leben (Markus Imboden, 2004), anspruchsvoll und hoch emotional verfilmt mit den Schauspielern Martina Gedeck, Kai Wiesinger und Ulrich Mühe. Der Film Gundermann (Andreas Dresen, 2018), einer biographische Verfilmung des Lebens des ostdeutschen Liedermachers Gerhard „Gundi“ Gundermann beschließt die Reihe.