SILENT VISIONS

Silent Visions © AKuB

Im Rahmen des Programms Goethe Open Space stellt die Abteilung Kultur und Bildung seit 2012 ihre Räumlichkeiten als Open Space und Open Gallery zur Verfügung und fördert junge, aufstrebende chinesische Künstlerinnen und Künstler, die ihre Ideen jenseits von Universitäten und kommerziellem Druck ausprobieren sowie ihre Gedanken und Visionen mit der Kunstszene und einem breiteren Publikum diskutieren möchten.

Am 11. Juli 2020 eröffnete die Einzelausstellung „Silent Visions“ der Künstlerin Zhou Jiayi, die eine Auswahl ihrer Gemälde, Druckgrafiken und Skulpturen zeigt.  Diese Arbeiten, kuratiert von Han Bo, vermitteln ein Gefühl von Unschuld, die fast unmöglich zu erreichen scheint und spiegeln Momente im Leben einer gehörlosen Frau, Künstlerin und Mutter wieder. Die Arbeiten laden die Betrachtenden ein, ihre intuitive Inspiration, Vision und Energie von innen heraus zu sehen und ermöglichen einen sehr persönlichen Zugang in eine Welt ohne Geräusche und Töne.

In Zhou Jiayis Werken, so taub und stumm sie auch sein mögen, wird der Welt allerdings weder Farbe noch Musik vorenthalten. Satte Farben und komplizierte Linien verbinden sich organisch miteinander, um eine Polyphonie zu erschaffen, die vertikale Melodien und horizontale Akkord enthält und eine Klanglandschaft bietet, die weitaus optimistischer und energischer ist als das, was unsere Ohren normalerweise erfassen können. Diese Strukturen sind die Externalisierung der kreativen Impulse, die in Zhous Gedanken eingebettet sind, so real und brennend, dass sie begierig darauf ist, einen Ausgang für diese sensorische Energie zu finden, die in ihr schlummert. Sie nutzt künstlerische Synästhesien und schafft es, ein ungezügeltes Gefühl der Freiheit und des Friedens zu finden. Während dieses Prozesses ist der schönste Moment, wenn die in der Realität erlebte Hilflosigkeit beiseitegelegt wird und spontane Momente der Sympathie und Liebe entstehen.