Film Wim Wenders Retrospektive

Paris, Texas © Wim Wenders Stiftung

Do, 17. September 2020 -
Mi, 23. September 2020

Daejeon Art Cinema

3F, 192, Jungang-ro, Dong-gu
Daejeon

Menschen unterwegs

Das Goethe-Institut Korea veranstaltet gemeinsam mit der Cinématheque (Daejon Art Cinema) vom 17. bis 23. September eine Woche lang eine Retrospektive zum Werk von Wim Wenders.

Mit seinen Filmen bietet Wim Wenders seit Jahrzehnten inspirierende Kinoerfahrungen, die oft Meditationen über die Einsamkeit in der Gesellschaft sind und wie Landschaftsaufnahmen ein Bild der solitären Existenz des Menschen zeichnen. Nun gibt es die Gelegenheit, sein Werk wiederzuentdecken: von frühen Arbeiten aus der Ära des Neuen Deutschen Films bis hin zu bekannten Hauptwerken wie Der Himmel über Berlin (1987) und Paris,Texas (1984).
 
Beginnend mit seinem Debüt im Rahmen des Neuen Deutschen Films der 70er-Jahre, nimmt Wim Wenders den modernen Menschen und seine Entfremdung in den Blick. Mal in kalten, mal in warmen Tönen zeigt er die Verwirrung und Melancholie angesichts einer sich stetig wandelnden (west-)deutschen Nachkriegsgesellschaft. Nicht zuletzt auch dank der wunderschönen Aufnahmen seines langjährigen Kameramannes Robby Müller hat Wim Wenders eine nachhaltig beeindruckende Filmwelt geschaffen, die dem Publikum Raum für Spekulationen und Reflexionen bietet.
 
Besonders hervorzuheben sind Wim Wenders’ Roadmovies, wie Alice in den Städten und Falsche Bewegung, die ihm auch den Beinamen „King of the Road“ eingetragen haben. Vereinzelt und ermüdet bewegen sich die Figuren seiner Filme auf Wegen, die ins Nirgendwo zu führen scheinen. Ihre Situation ist verfahren und gleichzeitig voller Hoffnung. Der Regisseur tritt einen Schritt zurück und beobachtet die Menschen mit ruhigem Blick, lässt ihn über ihre Welt schweifen und ihren langsamen Rhythmen folgen. Was sie am Ende des Weges erwartet, bleibt offen, doch beim Anschauen wird man gewahr, dass dieses Reisen ohne Ende auch Teil unseres Lebens ist. Nicht ohne Grund werden Wim Wenders’ Filme oft als Metaphern für das menschliche Dasein interpretiert.
 
Auch das dokumentarische Werk von Wim Wenders, besonders jene Filme, in denen er sich mit anderen Künstlern und Künstlerinnen beschäftigt, ist eine erneute Betrachtung wert. Als leidenschaftlicher Cineast, der aus seiner unverhohlenen Bewunderung für Vorgänger*innen und Kolleg*innen nie einen Hehl gemacht hat, zeigt Wim Wenders in seinen zahlreichen Dokumentarfilmen Künstler und Künstlerinnen, die in verschiedensten Bereichen arbeiten. Neben der Welt des Kinos selbst hat er sich zum Beispiel auch der Musik, der Fotografie und der Mode gewidmet. Filme wie Tokyo-Ga (1985) über den japanischen Filmemacher Yasujiro Ozu und Aufzeichnungen zu Kleidern und Städten (1989) über die Kunst und Gedanken des japanischen Mode-Avantgardisten Yohji Yamamoto erlauben so weitere Perspektiven auf einen wichtigen Aspekt des Werks von Wim Wenders.

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