Spaziergang Roter Wolfram oder Elektrozawodsk

Roter Wolfram © Moskultprog, 2020

Fr, 02.10.2020

In der Nähe der U-Bahn-Station Elektrozawodskaja

Bolschaja Semenowskaja 17a
Moskau

Folge dem Weg eines Berliner Gastarbeiters in Moskau der 1920er-Jahre.

Tickets Ein immersiver Spaziergang durch das legendäre Elektrowerk und seine Umgebung

Im Laufe der 1920er- bis 1930er-Jahre kamen Hunderte deutscher Arbeiter*innen und Spezialist*innen nach Moskau, um in den unterschiedlichsten Branchen den Aufbau des Kommunismus zu unterstützen. Das zur gleichen Zeit in Betrieb genommene Moskauer Elektrowerk lud Gastarbeiter*innen aus Berlin zu sich ein, um die Produktion von Glühlampen mit Wolfram-Draht voranzutreiben und die russischen Kolleg*innen mit der Handhabung hochmoderner Technologien vertraut zu machen. Im Ergebnis produzierte das Werk, das mittlerweile den Namen „Kuibyschew-Elektrokombinat“ trug, ein Fünftel der gesamten Elektrotechnik der UdSSR.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten standen die „Moskauer Berliner*innen“ vor einer schwierigen Wahl: wer nicht in die Heimat zurückkehren wollte, wurde in den GULAG verschleppt. 
Wo aber lebten, träumten, liebten und hungerten unsere Protagonist*innen? Der immersive Spaziergang durch das Elektrowerk wurde vom Stadthistoriker Sergej Nikitin-Rimskij konzipiert, der die Führung auch persönlich leitet.

Dieses neue Format des Historiendramas gibt Teilnehmenden Gelegenheit, Schlüsselmomente im Moskauer Leben der Protagonist*innen anhand überlieferter Dokumente nachzuerleben. Der Spaziergang durch diesen – wie durch ein Wunder erhalten gebliebenen –  hundertjährigen Teil Moskaus wird durch eine Choreografie des Tanzensembles „Isidarino-Gore“ ergänzt. Die Originalmusik hierzu kommt von der Band „The Useless Youth” (Baku-Verona-Seoul-Peking-Sankt-Petersburg).

Die Teilnehmenden erwartet ein dreistündiges Eintauchen in das Leben der 1920er- und 1930er-Jahre. Bitte bequeme und wettergerechte Kleidung tragen, Maske und Handschuhe – gerne auch eine Thermoskanne mit Tee, und los geht´s!

Treffpunkt: in der Nähe vom Einkaufszentrum Mart, Bolschaja Semenowskaja 17a

Ein Projekt von Sergej Nikitin-Rimskij und der Gruppe MosKultProg
Drehbuch: Sergej Nikitin-Rimskij und Andrej Woronin
Regie: Sergej Glaskow
Choreographie: „Isidorino-Gore“
Komposition: Alexandr Grenkow, Sergej Nikitin und die internationale Band “The Useless Youth”
Das Projekt basiert auf Archivmaterialien aus Sergej Schurawljews Buch „„Kleine Leute“ und „Große Geschichte“: Ausländer des Moskauer Elektrowerks in der sowjetischen Gesellschaft“.
Projektpartner: ArchPole, Moskauer Museum, Abteilung Hofwissenschaften


Das Projekt findet im Rahmen des Deutschlandjahres 2020/2021 statt
Deutschlandjahr in Russland © Goethe-Institut Moskau

 

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